Die „Antiterroristen“ der GSG 9 haben die Klappe zu halten

„Atlas“ Olaf Lindner vor internationaler Übung von Polizei-SpezialkrĂ€ften ĂŒbt vor als Presse-Schrecken (lat.: terror).

Eine Kommission unter Vorsitz von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Innenminister Hans Friedrich ĂŒberprĂŒft derzeit zum ersten Mal die umfassenden Vollmachten, die exekutive Staatsdiener aus Polizei, MilitĂ€r, Geheimdienste, sowie assoziierte „private“ KrĂ€fte und angeheuerte Extremisten als V-Leute fĂŒr ihre AktivitĂ€ten in der Republik Deutschland nach den Attentaten in New York und Washington am 11. September 2001 vom Staat bekamen. Innenminister Friedrich nahm dies bereits zum Anlass ausgerechnet die “internationale Lage” in Mali und Ägypten zu benutzen um die Beibehaltung der Terrorgesetze zu fordern, bevor die Kommission, der er selbst mit vorsteht, ĂŒberhaupt die Arbeit aufgenommen hatte.

Nun möchte Olaf Lindner, Vorsitzender…Kommandeur (hier liegt offensichtlich eine Verwechslung vor) der auch in Kriegsgebieten immer wieder eingesetzten paramilitĂ€rischen Bundespolizei-Einheit GSG 9 vor der anstehenden antiterroristischen Übung des nach dem 11. September 2001 gegrĂŒndeten Polizei-SpezialkrĂ€fte-Verbundes „Atlas“ im BeschĂŒtzer-Drehbuch offensichtlich die Spannung halten. Aus einem heute Nacht online gestellten Interview mit Lindner in der „Rheinischen Post“:

„In diesem Jahr haben wir im Rahmen von Atlas eine europaweite GroĂŸĂŒbung geplant. Es geht dabei um die Reaktion auf gleichzeitige große Terrorangriffe auf GebĂ€ude, Flugzeuge, ZĂŒge und Busse mit vielen Geiseln.“

Wer nun das kleine Schleichwerk der Journalisten aus dem „Sicherheitsbereich“ so ein bisschen kennt, den wundert nicht was die fleißigen Antiterrorbienchen vom „Focus“ – die schließlich auch von was leben mĂŒssen, genau wie alle anderen Antiterroristen – schon um 02.42 Uhr aus der Vorlage machten.

Wie viele der Herren Antiterroristen aus den PolizeikrĂ€ften der „Atlas“-Gruppe, die laut Asteroid Wikipedia „die 32 europĂ€ischen Polizei-Spezialeinheiten aller 27 EU-Mitgliedstaaten“ vereint, bleibt abzuwarten. 2010 waren es, einer widerwilligen Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage von MdB Andrey Hunko zufolge, gerade mal sechs – auf MilitĂ€rgelĂ€nde der Bundeswehr, die logistische UnterstĂŒtzung leistete.

Ob sich unter den Beamten, die in 2013 die Reaktion auf „große Terrorangriffe auf GebĂ€ude, Flugzeuge, ZĂŒge und Busse mit vielen Geiseln“ trainieren werden, auch Polizeikommissare befinden, die gleichzeitig fĂŒr mobile Observationskommandos des Inlandsgeheimdienstes in salafistischen Kreisen tĂ€tig sind und irgendwann „ganz zufĂ€llig“ enttarnt werden, wer wolle dies ĂŒberprĂŒfen. Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Ralf JĂ€ger (S.P.D.), mahnte jedenfalls seinerzeit Grundgesetztreue an – wohlgemerkt nicht seine oder die seiner Partei, sondern die der Polizei. Es gehe darum, so JĂ€ger, „ob der Polizeibeamte noch fĂŒr unsere Verfassung einsteht“.

Nun, die Polizei und ihre Diener in Deutschland hatten schon immer einen Migrationshintergrund. Sie wussten immer wo sie herkommen, mussten sich aber letztlich in die Demokratie integrieren. Man könnte sogar von einer Zwangsintegration sprechen, die bisweilen schmerzlich, aber unvermeidlich ist. Man denke nur an die Zeiten des staatlichen Antifaschismus, vor dem des staatlichen Antiterrorismus.

Elitepolizist Olaf Lindner und allen anderen antiterroristischen Polizeibeamte, ob GSG 9 oder nicht, sind gut beraten demnĂ€chst ihre Klappe zu halten und das Quatschen ihren Vorgesetzten aus den Innenministerien zu ĂŒberlassen. Begeben sie sich jedoch auf das Territorium der niederen Politik bekommen sie es mit SpezialkrĂ€ften der unheimlich-öffentlichen Art zu tun.