Italien ante Portas

Eine Analyse zur kommenden Wahl der Abgeordnetenkammer Italiens, sowie zur PrÀsidentenwahl.

Die Amtszeit von Italiens PrĂ€sident Giorgio Napolitano endet im Mai 2013. Napolitano, Zeit seines dann 87 Jahre wĂ€hrenden Lebens und Werdegangs ĂŒber die faschistische UniversitĂ€tsjugend, die Kommunistische Partei, „Sozialdemokratische Partei Europas“ / „Party of European Socialists“ und deren „Partito Democratico“ P.D. ein Wendehals, Feigling, Heuchler und autoritĂ€rer Charakter, wird nicht noch einmal antreten. Damit verliert die Zerschlagung der italienischen Republik mittels des Euro-Finanzsystems durch eine internationale Nomenklatura ihren obersten ausfĂŒhrenden regionalen FunktionĂ€r.

Im April endet die Legislaturperiode der zweiten Kammer des italienischen Parlaments, der Camera dei deputati (Abgeordnetenkammer). Nochmal: im April.

Wenn jetzt der HochverrĂ€ter Napolitano von „Neuwahlen“ im Februar 2013 daher schwatzt, weil wieder einmal eine von ihm eingesetzte Regierung zusammenbricht – nach der von Silvio Berlusconi nun die „Technokraten“-Regierung von Goldman Sachs-Berater Mario Monti, ehemals hochrangiger FunktionĂ€r der berĂŒchtigten „Trilateralen Kommission“, sowie im Rat der „Weisen Europas“ – so ist das erst einmal nichts als Gerede. Weder ist die Abgeordnetenkammer bereits aufgelöst, noch ist klar ob und wann Napolitano dies kurz vor Ablauf der regulĂ€ren Legislaturperiode tun wird. Auch ist unklar ob ebenfalls der Senat aufgelöst wird, ein skurriler Verein mit den von jeweiligen PrĂ€sidenten persönlich ernannten Mafiosis auf Lebenszeit, wie Giulio Andreotti oder eben Monti.

Klar ist, dass das Gerede von „Neuwahlen“ und das Versprechen vom RĂŒcktritt des vom Volk gehassten Monti zunĂ€chst nur dem Durchpeitschen des Staatshaushalts fĂŒr 2013 in Senat und Abgeordnetenkammer dienen soll. Erst danach will Monti, sagt er, „zurĂŒcktreten“, kurz bevor er von den Italienern sowieso zurĂŒckgetreten wird.

Wie verzweifelt Napolitano – und mit ihm die gesamte Nomenklatura – derzeit auf alles schaut was das verabscheute und gefĂŒrchtete Wort „Wahl“ des alternativlosen Volkes beinhaltet, lĂ€sst sich daran ermessen, dass nach der Wahl der Assemblea Regionale Siciliana, der Regionalversammlung der autonomen Region Sizilien Napolitano die Kader aller etablierten Parteien dringend bat vor den Wahlen im April 2013 noch schnell ein neues Wahlrecht zu installieren. Kein Wunder: Bei den Sizilien-Wahlen am 30. Oktober wurde die FĂŒnf Sterne Bewegung (MoVimento 5 Stelle) von Beppe Grillo stĂ€rkste Partei. (Italien: Beppe macht sie alle platt)

Das Herumgerudere Napolitanos als kleines RĂ€dchen im Getriebe internationaler FinanzfĂŒrsten erinnert an die Parlamentsauflösung des Bundestages durch Napolitanos EU-Parteigenossen aus der P.E.S. Kanzler Gerhard Schröder in 2005, der damals alle Verfassungsorgane in der Republik Deutschland stumm und starr folgten. Schröders S.P.D. hatte im Zuge von „Reformen“ nach EinfĂŒhrung des Euro-Systems  – Entstaatlichung, Entrechtung, Bevölkerungskontrolle, Kapitalfreiheit, Hartz-Gesetze,, etc – massiv an UnterstĂŒtzung in der Bevölkerung verloren. Die von S.P.D. und BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen damals wie heute exekutierte Theorie der „Neuen Politischen Ökonomie“ ist die ab Ende der 70er Jahre in Großbritannien unter Margaret Thatcher und spĂ€ter von Tony Blair umgesetzte und von extrem rechten und marktradikalen Denkern wie James M. Buchanan entwickelte „Public Choice“-Theorie. Diese wiederum basiert auf den Modellen der „Game Theorie“ (Spieltheorie) von Mathematikern und Wissenschaftlern des U.S.-MilitĂ€rs und ihrem bizarren, gespenstischen Bild des Menschen als einem ausschließlich von Selbstsucht und taktischem Verhalten getriebenen, fast roboterartigen Wesen. (BBC-Filmreihe “The Trap”: Wie Psychologie und Menschenbild des heutigen Kapitalismus erfunden wurden)

Sinn und Zweck einer nach der Durchsetzung des Staatshaushalts fĂŒr 2013 tatsĂ€chlich erfolgten Auflösung des italienischen Parlaments, nur Monate vor der regulĂ€ren Wahl der Abgeordnetenkammer, wĂ€re nun ein fĂŒr die Nomenklatura – ob militĂ€risch oder (geld)politisch – typischer Offensivschritt in schlechter Position. Es wĂ€re der Versuch eines Machtbeweises, der RĂŒckeroberung der Initiative im Machtkampf mit dem Volk und seiner Demokratie, oder kurz gesagt: ein Versuch wieder die Kontrolle zu gewinnen, irgendwie StĂ€rke zu zeigen.

Es bleiben nicht mehr viele Versuche ĂŒbrig fĂŒr diese Politik, die man nach der mĂŒhsam gewonnen neuen Erkenntnis der „behavioral economics“ vielleicht „behavioral politics“ nennen könnte. (Eigene Politik und sonstiges GeschĂ€ftsgebaren entspricht schlicht dem eigenen Charakter; alles diesbezĂŒgliche Gerede ĂŒber Mathematik, Herkunft, Religion, Gene, Nation, „Sicherheit“, große Ideen, etc, ist Schwachsinn und soll das nur verschleiern).

ZweitstĂ€rkste Partei in Italien ist laut allen Umfragen mittlerweile Beppe Grillos 5-Sterne-Bewegung mit rund 20 Prozent. Berlusconis Partei wiederum, die “Popolo della Liberta” (P.d.L.), ist mittlerweile auf 13,8 Prozent durchgereicht worden. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Berlusconis skurriler Neuantritt zu den Parlamentswahlen daran nicht mehr viel Ă€ndern.

Bleibt noch Luigi.

Luigi, der wie alle Franz-Josefs und Frank-Walters in anderen EurofinanzlĂ€ndern seinen zweiten Vornamen eingebaut hat (damit er nicht wie der Roboter klingt als der er sich fĂŒhlt und handelt), heißt mit Familiennamen Bersani und ist im Wettrennen mit seinem P.D.-Parteigenossen Napolitano um die Spitzenposition des grĂ¶ĂŸten Schurken Italiens derzeit noch etwas im Hintertreffen. Das soll sich offensichtlich Ă€ndern.

P.D.-Vorsitzender Bersani, mit Hilfe des (muhaha) „linken FlĂŒgels“ glĂŒcklicher Gewinner der parteiinternen Vorwahlen, sprach sich vorgestern mit PrĂ€sident Napolitano ab. Mal abgesehen davon, dass es dort angeblich um „Neuwahlen“ im MĂ€rz (!) gegangen sein soll (was fĂŒr ein Schwachsinn) ist offensichtlich, dass Napolitano beabsichtigt bzw. dazu beauftragt wurde den Vorsitzenden der „Demokratischen Partei“ Bersani als seinen Nachfolger in den PrĂ€sidentenpalast von Italien zu hieven. Monti – wie gesagt: Senator auf Lebenszeit – könnte dann, nach kurzem Schauspiel und Getrickse zwischen Parlamentswahl und PrĂ€sidentenwahl (im Mai oder Juni), wieder als MinisterprĂ€sident ohne Partei und (Wahl-)Volk ins Amt gehievt werden.

Das dĂŒrfte gelingen, da der PrĂ€sident von Italien von einem Gremium gewĂ€hlt wird welches sich im wesentlichen aus Abgeordneten und Senatoren der ersten und zweiten Parlamentskammer zusammensetzt, die ab dem vierten Wahlgang mit absoluter Mehrheit entscheiden können.

Was von einem PrĂ€sidenten von Italien namens (Pier) Luigi Bersani zu erwarten wĂ€re lĂ€sst sich leicht erkennen. Es waren Bersani und seine „Demokratische Partei“ P.D., die jede Entstaatlichung, Entrechtung, Enteignung der Bevölkerung mit trugen, nach der urplötzlich entdeckten Entdeckung des „Krisenherdes“ Italien, nach der Konferenz des internationalen Banken-Kartells „Institute of International Finance“ am 7. Juli 2011 in Rom und beim unmittelbar danach erfolgten (und erfolgreichen) Raubzug gegen Italien am 15. Juli 2011, als die Abgeordnetenkammer mit 316 zu 284 fĂŒr ein “Sparpaket” stimmte was in letzter Sekunde noch auf 79 Milliarden Euro erhöht worden war. (Chronologie des finanziellen Feldzuges gegen Italien ab Mitte 2011).

Theorien sind immer Möglichkeiten, ob stimmig, logisch, realistisch oder nicht. Sie haben mit der RealitÀt zunÀchst erst einmal nichts zu tun. Nur der Beweis zÀhlt. Und ein Beweis ist, wenn die RealitÀt sich so entwickelt und darstellt wie die Theorie, die Behauptung, die Vermutung, die These, das Konzept, etc, es besagt. Gleichzeitig kann das Aufstellen einer solchen These oder Behauptung bereits deren eigene Grundlage verÀndern oder in Frage stellen, da sich z.B. ein fiktiver oder realer Gegner darauf einstellt.

Sollte nun die AnkĂŒndigung des derzeitigen italienischen MinisterprĂ€sidenten Monti irgendwann nach dem Durchwinken des neuen (volkswirtschaftlich gesehen repressiv-depressiv wirkenden) Staatshaushalts fĂŒr 2013 zurĂŒckzutreten – oder die AnkĂŒndigung von Italiens StaatsprĂ€sident Napolitano kurz vor Ende seiner eigenen Amtszeit noch schnell die Abgeordnetenkammer aufzulösen (kurz vor den sowieso fĂ€lligen regulĂ€ren Wahlen) – so etwas wie der Versuch eines Befreiungsschlags oder eines Ablenkungsmanövers gewesen sein, ist er fehlgeschlagen.

Napolitano, Bersani, Monti, sowie die gesamte Nomenklatura – international und in Italien – erwartet fĂŒr ihren (entsprechend ihrem betrĂŒgerischen Charakter) verĂŒbten Betrug eine Abrechnung mit der sie nicht gerechnet haben.

Weil ihr Menschenbild das nie vor(her)gesehen hat.