Wer setzt auf die Ägypter? Ich. Mindestens.

"Broken bones, but not broken spirit." - Ägypten, Kairo, Tahrir Platz

Diese Foto sendete ein Journalistik Student während der Februar-Revolution vom Tahrir Platz. Es trug den Titel "Gebrochene Knochen, aber kein gebrochener Geist".

Die Revolution in Ägypten geht in ihre zweite Phase. Die religiösen Organisationen wie die Muslimbruderschaft haben sich vom Tahrir-Platz zurückgezogen und paktieren mit dem Militärrat, der vom Generalstabschef und Oberfehlshaber der Armee, Sami Enan diktiert wird, der aus Washington und Langley diktiert wird. Kämpfen und sterben für ihre Freiheit, ihre Demokratie und ihr Land tun wieder einmal die Volkskomitees, die Säkularen, die Demokraten, die Intellektuellen, die Jugend, die ganz normalen Ägypter, die glauben, die wirklich und wahrhaftig glauben an eine bessere Zukunft.

Die Parlamentswahlen sind ein Betrug. Wahlkreise wurden verändert, Geld wurde ausgeschüttet, alles ist so arrangiert, daß die CDU Ägyptens, die Muslimbruderschaft, die Wahl gewinnt und als andere Seite der Medaille die Ausbeuter und gekauften Betrüger der "globalen", international vernetzten Oberschicht wie Amr Moussa, Mohammed El Baradei und Naguib Sawiris samt ihren Interessengruppen Macht und Privilegien behalten und sich für die Präsidentschaftswahlen aufstellen. Das angestrebte Ziel ist ein Arrangement wie in Saudi-Arabien, wo eine winzige Schicht von menschenverachtenden Feudalisten Macht und Besitz innehaben und der überwältigenden Mehrheit des Volkes als letztes Ventil für ihr Elend einen übersteigerten religiösen Fanatismus lassen.

Aber in Ägypten funktioniert das nicht. Die Imperialisten, die Antidemokraten, die Militärs, die Operateure des Machtapparats auf allen Seiten, sie verlieren. Sie haben schon verloren. Weil die Ägypter sich nicht ergeben. Weil sie kämpfen. Weil dieses Volk das Unmögliche macht. Weil es das schon getan hat.

Egal wie viele Menschen der Militärrat unter seinem tatsächlichen Diktator Sami Enan noch umbringen wird, es wird ihm nie genug sein. Es wird ihm nichts gelingen. Die Revolution in Ägypten wird niemals anhalten, niemals weichen, bis sie ihr Ziel erreicht hat: Verfassung, Demokratie, freie und faire Wahlen, ein Ägypten unter Kontrolle der Ägypter, des Volkes und unter niemand anderem sonst.

Der Militärrat muss zurücktreten. Es geht nicht um Mohammed Hussein Tantawi, den "Feldmarschall" aller Witzfiguren. Es geht um den Militärrat. Der Militärrat muss zurücktreten und die Macht an eine Regierung abgeben, die von dem neuen Parlament gewählt wird, das zu 80 Prozent aus Schurken bestehen wird. Aber das ist normal. Das ist normal. Was zählen schon Schurken in einem Parlament in einem Land, in dem das Volk weiss, was es will

Auch in Ägypten stimmt: Das schlimmste Parlament ist immer noch eines ohne Macht. Also alle Macht dem schlechten Parlament, was nun am 28.November unter Betrug und Manipulation gewählt werden wird.

Es gibt keine andere Wahl.

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