Auch ZDF-Umfrage sieht Piratenpartei Berlin bei 4.5 Prozent
Der einzig spannende Aspekt im Berliner Wahlkampf zur Wahl des Abgeordnetenhauses am 18.September bleibt es auch.
Eine aktuelle Umfrage von „Forschungsgruppe Wahlen“ des Staatssenders ZDF ortet die Piratenpartei Berlin bei 4.5 Prozent und damit kurz vor der berĂŒchtigten 5-Prozent-HĂŒrde, die das westdeutsche Establishment in den 50er Jahren durch einfache Gesetzgebung eingefĂŒhrt hatte. Bereits am 19.August hatte eine Umfrage der Info GmbH die Piraten in Berlin bei 4.5 Prozent gesehen. (Piratenpartei Berlin bei 4.5 Prozent: Der Berliner Autopilot steht vor dem Ausknipsen)
Das Ergebnis der ZDF-Umfrage im Einzelnen:
SPD: 33 %
CDU: 20.5 %
BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen: 20.5 %
Die Linke: 10.5 %
Piratenpartei: 4.5 %
FDP: 3.5 %
NPD: 3 %
Andere: 4.5 %
Die vorhergehenden Umfragen als Vergleich hinzugezogen, kann man mutmaĂen, daĂ der CDU und ihrem Spitzenkandidaten Frank Henkel es nicht geholfen hat, die Strategie der Spannung (brennende Autos durch Unbekannte, nach langem DrĂ€ngeln und Gebagger der Bundespolizei endlich die geforderte Amtshilfe fĂŒr die Berliner Polizei, , nicht zĂŒndfĂ€hige „Briefbomben“ an Frank Henkel, mit blödem Geschwafel angeblich irgendwo „im Internet“, was natĂŒrlich ein explizit linkes Indiz darstellt, Einsatz von Zeppelinen und Drohnen mit InfrarotkamerasÂ ĂŒber Berlin gefordert) in eine effektive Wahlkampfstrategie umzumĂŒnzen. Sowohl CDU als FDP haben Wahlplakate mit brennenden Autos drucken lassen. Ihnen genutzt hat es nix.
Ob es jetzt allerdings klug von der Piratenpartei Berlin war, trotz Anfrage durch Radio Utopie sich ĂŒberhaupt nicht mit diesem Thema beschĂ€ftigen zu wollen und stattdessen in zwei Wochen auf der eigenen Webseite lediglich einen Artikel ĂŒber „SexualerklĂ€rung an der Schule“ durch das ex-PDS-Mitglied Simon Kowalewski zu veröffentlichen, ist jetzt eine andere Geschichte und soll ein andermal erzĂ€hlt werden. Vielleicht durch den Pressesprecher der Piratenpartei, der mitten im Wahlkampf im Urlaub ist. Oder dessen besonders ausgeschlafene kĂŒnstlerische Vertretung.
Fakt ist: die Piraten mĂŒssen am 18.September in das Berliner Abgeordnetenhaus, ob sie selbst es nun wirklich wollen oder nicht. Sonst fliegt Berlin wieder fĂŒnf Jahre auf Autopilot. Und in der Luxusklasse huckepack die gesamte Nomenklatura der zwar nicht reichsten, aber einflussreichsten Stadt Europas.
