Erwerbslose irritiert: Die Linke pocht auf nur 392 Euro Hartz IV
FĂŒr eine verfassungsgemĂ€Ăe Hartz IV-Neuregelung ist nach Auffassung der Linksfraktion eine Erhöhung des Regelsatzes von 33 Euro erforderlich. Darauf verwies am Dienstag die Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Linken im Bundestag, Dagmar Enkelmann. Dies wĂ€re das Ergebnis auf eine entsprechende Berechnung des Statistischen Bundesamtes, die von ihrer Fraktion in Auftrag gegeben worden sei. Das Erwerbslosen Forum Deutschland zeigt sich Ă€uĂert irritiert, dass die Linke ihre Forderungen von einem Regelsatz fĂŒr Alleinstehende von 500 Euro fallen lĂ€sst und sich stattdessen auf eine Berechnungsgrundlage aus dem Hause der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen stĂŒtzt, dessen Grundlage schon auf die Haushaltslage angepasst wurde. Zudem wird gefragt, welche unverfĂ€lschten Rohdaten der Linke vorliegen, um zu solchen Aussagen zu kommen?
Dazu Martin Behrsing, Sprecher des Erwerbslosen Forum Deutschland:
Wir fragen uns, warum die Linke das Bundesverfassungsgericht bemĂŒht hatte, um unbedingt in der informellen Runde des Vermittlungsausschusses zu sein, wenn Dagmar Enkelmann Hartz IV-Bezieher, auch ihre WĂ€hler, mit ihren Forderungen nach 33 Euro mehr Hartz IV verrĂ€t? Enkelmann kennt die wissenschaftlichen Berechnungen von ErwerbslosenverbĂ€nden sehr genau und stĂŒtzt sich dennoch auf Zahlen, die seriös fĂŒr keine weitere Berechnung verwendet werden dĂŒrften. Es kommt uns so vor, dass Enkelmann sich der SPD und den gewerkschaftsnahen Mitgliedern anbiedert. Die Interessen von Erwerbslosen scheinen nicht mehr wichtig genug zu sein. Die Linke hatte auf Grund des groĂen Drucks der Sozialen Bewegung die Forderung von 500 Euro Hartz IV und 10 Euro Mindestlohn in ihr Parteiprogramm aufgenommen. Dagmar Enkelmann setzt sich aber darĂŒber hinweg. Die GlaubwĂŒrdigkeit bei Erwerbslosen und bei der Sozialen Bewegung geht jedenfalls so verloren.
