Tote Söldner in Afghanistan: nützliche, vom Pentagon verschwiegene Hausgeister

Militär, Krieg

Ein einsamer ungedankter Tod: In einer neuen Studie, die dem US-Kongress mit dem CRS Report on PSCs in Iraq and Afghanistan 06222010 vorliegt, wurden bisher von der Regierung nie veröffentlichte Zahlen über getötete Auftragnehmer und Sicherheitsdienstleister in Afghanistan im Dienst des US-Verteidigungsministeriums untersucht. (Caspar David Friedrich: Kreuz an der Ostsee, Wikipedia)

Zu ihrem vielseitigen Aufgabenbereich gehören Personenschutz, die Sicherung von NATO-Einrichtungen und Transportbegleitungen militärischer Konvois sowie verdeckte Operationen, über die nicht gesprochen wird.

Eine genaue Beschreibung des tatsächlichen Zustandsberichtes über die getöteten Auftragnehmer ist nicht möglich und die Studie konnte nur die Zahlen erfassen, die für sie ermittelbar waren.

Mit dem Eskalieren des Afghanistan-Krieges mit dem Entsenden von noch mehr Truppen und dem Anstieg von Einsätzen verdeckter Sonderkommandos, um endlich die Entscheidung dieses nicht zu gewinnenden Krieges zu erzwingen, steigt die Gewalt. In der Bevölkerung schwindet mit dem Tod eines jeden weiteren Zivilisten jeglicher Rückhalt für die NATO-Truppen und in der afghanischen Armee und Polizei macht sowieso jeder was er will und verhökert zudem die Waffen des ISAF-Bündnisses.

Immer mehr private Dienstleister und geheime Operateure werden von den USA benötigt, um einigermassen die Maskerade der "die Situation im Griff haben" zu erhalten und vom Pentagon rekrutiert.

In dem CRS Report für den US-Kongress

"The Department of Defense’s Use of Private Security Contractors in Iraq and Afghanistan: Background, Analysis, and Options for Congress"

werden die getöteten Zahlen der Sicherheitsdienstleister für die US-Armee im Irak und in Afghanistan benannt. In Afghanistan wurde in den letzten Monaten ein vierfache Anstieg der, so wörtlich "ultimativen Opfer" bei den privaten Subunternehmer festgestellt. Die Dunkelziffer abzuschätzen bleibt der Fantasie eines jeden hierzu selbst überlassen.

Diese tauchen in keiner US-Statik der US-Regierung auf, da es sich in der Mehrzahl um afghanische Bürger handeln würde, die aber als bewaffnete Angestellte in dem Krieg der Vereinigten Staaten von Amerika gefallen sind. Sie würden die Propaganda und Statistik versauen und sind daher keiner Erwähnung wert, Fliegenschiss, der einfach unberichtet weggewischt wird.

Söldner zu sein ist eine Beschäftigung, die zu den am meisten zu verurteilendsten Berufen dieser Welt gehört - sein Leben für Geld zu riskieren und nicht selten auch dafür zu morden, wenn die "Gelegenheit" das so erfordert. Entsprechend werden sie auch von der Politik behandelt: als dumme, nützliche Idioten, die nichts hinterfragen und ihre Aufträge für sie erledigen. Sterben sie dabei, ist das peinlich und unpatriotisch und darf bloss nicht thematisiert werden. Private Sicherheitsdienstleister sind Roboter ohne Herz und Seele und so ganz nebenbei doch noch Menschen.

Viereinhalb mal mehr Dienstleister für die US-Regierung starben in Afghanistan gegenüber dem uniformierten Personal. Berichte über getötete US-Soldaten erscheinen in der Presse und in den Pentagon-Aufzeichnungen, das andere sind nicht erwähnenswerte Unpersonen, vor allem wenn es sich um Afghanen handelt.

Hier können Interessierte die vierundzwanzigseitige Analyse für den US-Kongress studieren.

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Quelle: http://www.salon.com/news/politics/war_room/2010/07/15/afghan_war_contractors_dying

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