Indien zeigt Interesse an der IPI-Gaspipeline, denn „Wirtschaft kommt vor Politik“

Die Regierung in Neu-Dehli wird bilaterale Verhandlungen mit dem Iran führen - USA soll sich schon wieder einmischen

Die indische Regierung hält sich das Gaspipline-Projekt Iran-Pakistan-Indien noch offen. China hatte vor ein paar Wochen Interesse an dem Projekt bekundet und prüft den Einstieg in das Vorhaben. Die pakistanische Regierung hatte erst kürzlich betont, dass sie an der Versorgung aus dem Iran festhalten wird, obwohl die Vereinigten Staaten von Amerika dies verhindern wollen, um die Regierung in Teheran auf diese Weise zu schädigen.

Am 3.April hiess es nach Angaben der indischen Presse, dass für die Regierung in Neu-Dehli ökonomische Faktoren für die Entscheidung zur Beteiligung an der IPI eine grosse Rolle spielen und nicht nur politische Erwägungen in Betracht gezogen werden könnten. Indische Regierungsquellen hätten gesagt, dass es in diesem Fall auf die Preisgestaltung und die Rentabilität der geplanten Pipeline ankäme und all diese Faktoren einer genauen Prüfung unterzogen werden, um eine Entscheidung über das Projekt zu treffen. Das Ministerium für Petroleum soll die Wirtschaftlichkeit des Projektes untersuchen und ob ein reibungsloser und zuverlässiger Bezug des Materials immer völlig sichergestellt wäre, behauptete die Zeitung. Laut diesen Quellen will Indien den Iran für die sichere Durchleitung des Gases über die Länge der Pipeline in Pakistan von 1.035 km Länge verantwortlich machen und würde für den gelieferten Brennstoff nur ab der Grenze Pakistan-Indien bezahlen, dass heisst, Indien lehnt Durchleitungsgebühren ab.

Die Quellen hätten auch hinzugefügt, dass das Projekt nicht für Indien geschlossen sei und gesagt:

"Die Politik ist auseinander, aber die Wirtschaft spielt einen sehr wichtigen Aspekt, wie unsere Entscheidung über die Pipeline ausfallen wird und natürlich fliesst auch die Situation unserer Beziehungen mit Pakistan in die Berechnung ein."

Die Quellen hätten weiterhin gesagt

"Energie und Sicherheit, es gibt einen Sicherheits-Aspekt auch wenn wir nach Energie suchen, um unseren Zugang zu zuverlässigen Energiequellen sicherzustellen; es gibt Fragen, die wir zu klären haben um diese Dinge reibungslos zu bewegen.

Indien wird nur bilaterale Gespräche mit dem Iran führen. Wir glauben, dass die Preise und die Lieferung der Hauptpunkt sind. In einer weiteren interessanten Entwicklung hat Pakistan kürzlich die Sicherheit der Pipeline versichert."

Indien würde auch genau die geplanten neuen Sanktionen gegen den Iran verfolgen, die Auswirkungen auf das Projekt haben könnten. Der Iran und Pakistan haben kürzlich beschlossen, weiter mit der Planung zu der Pipeline fortzufahren und Indien die Option zum Beitritt zu dem Projekt offengelassen, aber nicht für unbegrenzte Zeit.

Die pakistanische regierungsnahe Zeitung Dawn berichtete am 3.April, dass Indien einen Anruf aus den USA zurückgewies, in dem es gehiessen hätte, Indien solle derartige Gespräche über die Pipeline vermeiden und man hätte angeblich geantwortet, dass die Energiesicherheit eine Priorität für Neu-Delhi sei. (2)

Artikel zum Thema

02.04.2010 USA gegen Iran-Pakistan-Gaspipeline-Deal
07.02.2010 Gaspipeline “Iran-Pakistan-Indien” wird zur “Iran-Pakistan-China”-Trasse
15.01.2010 USA an Pakistan: Ein unmoralisches Angebot

Quellen:
(1) http://news.oneindia.in/2010/04/03/itseconomics-not-only-politics-factoring-indiasdecision.html
(2) http://www.dawn.com/wps/wcm/connect/dawn-content-library/dawn/news/world/16-india+rebuffs+us+call+to+shun+iran+gas+talks-hs-03

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