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Indien zeigt Interesse an der IPI-Gaspipeline, denn “Wirtschaft kommt vor Politik”

Von petrapez | 4.April 2010

Die Regierung in Neu-Dehli wird bilaterale Verhandlungen mit dem Iran führen – USA soll sich schon wieder einmischen

Die indische Regierung hält sich das Gaspipline-Projekt Iran-Pakistan-Indien noch offen. China hatte vor ein paar Wochen Interesse an dem Projekt bekundet und prüft den Einstieg in das Vorhaben. Die pakistanische Regierung hatte erst kürzlich betont, dass sie an der Versorgung aus dem Iran festhalten wird, obwohl die Vereinigten Staaten von Amerika dies verhindern wollen, um die Regierung in Teheran auf diese Weise zu schädigen.

Am 3.April hiess es nach Angaben der indischen Presse, dass für die Regierung in Neu-Dehli ökonomische Faktoren für die Entscheidung zur Beteiligung an der IPI eine grosse Rolle spielen und nicht nur politische Erwägungen in Betracht gezogen werden könnten. Indische Regierungsquellen hätten gesagt, dass es in diesem Fall auf die Preisgestaltung und die Rentabilität der geplanten Pipeline ankäme und all diese Faktoren einer genauen Prüfung unterzogen werden, um eine Entscheidung über das Projekt zu treffen. Das Ministerium für Petroleum soll die Wirtschaftlichkeit des Projektes untersuchen und ob ein reibungsloser und zuverlässiger Bezug des Materials immer völlig sichergestellt wäre, behauptete die Zeitung. Laut diesen Quellen will Indien den Iran für die sichere Durchleitung des Gases über die Länge der Pipeline in Pakistan von 1.035 km Länge verantwortlich machen und würde für den gelieferten Brennstoff nur ab der Grenze Pakistan-Indien bezahlen, dass heisst, Indien lehnt Durchleitungsgebühren ab.

Die Quellen hätten auch hinzugefügt, dass das Projekt nicht für Indien geschlossen sei und gesagt:

“Die Politik ist auseinander, aber die Wirtschaft spielt einen sehr wichtigen Aspekt, wie unsere Entscheidung über die Pipeline ausfallen wird und natürlich fliesst auch die Situation unserer Beziehungen mit Pakistan in die Berechnung ein.”

Die Quellen hätten weiterhin gesagt

“Energie und Sicherheit, es gibt einen Sicherheits-Aspekt auch wenn wir nach Energie suchen, um unseren Zugang zu zuverlässigen Energiequellen sicherzustellen; es gibt Fragen, die wir zu klären haben um diese Dinge reibungslos zu bewegen.

Indien wird nur bilaterale Gespräche mit dem Iran führen. Wir glauben, dass die Preise und die Lieferung der Hauptpunkt sind. In einer weiteren interessanten Entwicklung hat Pakistan kürzlich die Sicherheit der Pipeline versichert.”

Indien würde auch genau die geplanten neuen Sanktionen gegen den Iran verfolgen, die Auswirkungen auf das Projekt haben könnten. Der Iran und Pakistan haben kürzlich beschlossen, weiter mit der Planung zu der Pipeline fortzufahren und Indien die Option zum Beitritt zu dem Projekt offengelassen, aber nicht für unbegrenzte Zeit.

Die pakistanische regierungsnahe Zeitung Dawn berichtete am 3.April, dass Indien einen Anruf aus den USA zurückgewies, in dem es gehiessen hätte, Indien solle derartige Gespräche über die Pipeline vermeiden und man hätte angeblich geantwortet, dass die Energiesicherheit eine Priorität für Neu-Delhi sei. (2)

Artikel zum Thema

02.04.2010 USA gegen Iran-Pakistan-Gaspipeline-Deal
07.02.2010 Gaspipeline “Iran-Pakistan-Indien” wird zur “Iran-Pakistan-China”-Trasse
15.01.2010 USA an Pakistan: Ein unmoralisches Angebot

Quellen:
(1) http://news.oneindia.in/2010/04/03/itseconomics-not-only-politics-factoring-indiasdecision.html
(2) http://www.dawn.com/wps/wcm/connect/dawn-content-library/dawn/news/world/16-india+rebuffs+us+call+to+shun+iran+gas+talks-hs-03

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Topics: Politik | 4 Kommentare »

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4 Kommentare to “Indien zeigt Interesse an der IPI-Gaspipeline, denn “Wirtschaft kommt vor Politik””

  1. Jan meint:
    4.April 2010 at 03:53

    Sehr gut, eine weitere Schelle für die amerikanischen Außenpolitik, es ist zu begrüßen, wenn mehr und mehr Länder den eigentlichen Aggressor zu insolieren!
    Die Amis betrügen und belügen die gesamte Welt und denken immer wenn sie Pfeifen wird gesprungen!
    Aber je mehr Länder sich entscheiden, nicht mehr auf dieses aggressive Pfeifen zu hören um so besser!
    Natürlich ist es möglich, dass sie dann mit Waffengewalt ihre Vormachtstellung zu verteidigen und Merkel hat ja schon zugesichert, dass wir als Lakaien dort auch mitmachen sollen, aber dies wird auch innerpolitisch für die Amis immer unerträglicher!

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  2. mimmko meint:
    4.April 2010 at 06:58

    Die Länder sollten sich ihre Unabhängigkeit in der Versorgung sicherstellen.
    Eine Abhängigkeit von den Amis hätte auf Sicht betrachtet nur negative wirtschaftliche Folgen.

    Das sollten sie inzwischen auch erkannt haben und spucken den Amis kräftig in die Suppe.

    Denn Abhängigkeit bedeutet für die Länder die sich mit den Amis verbrüdern nur Not, Tod und Ausplünderung.

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  3. freethinker meint:
    4.April 2010 at 09:38

    An der Zukunft Irans entscheidet sich sehr viel. Wird die Stabilität des Irans durch einen Vernichtungskrieg, dann wohl noch zerstörender als gegen den Irak, durch den Kriegsverbrecherpakt Nato erzeugt, dann wird es zu starken Verwerfungen in Zentralasien kommen.

    Das Zünglein an der Waage ist der Iran.

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  4. Tur-kay meint:
    4.April 2010 at 12:06

    Ein Käse Soufflé im Ofen ist wunderbar anzuschauen
    bis man hineinpikst

    so war das mit USA und seinem Ansehen als mächtiges Land.
    9/11, Irak und Afghanistan einsatz.

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