UNIFIL liess israelischen Todeseinsatz auf „Free Gaza“ unbeeindruckt zu – Westerwelle am 26.Mai auf Minenjagdboot KULMBACH

Im Mittelmeerraum befindet sich die internationale UNIFIL-Mission, deren Einsatzgebiet auch die KĂŒstengebiete vor dem Libanon umfasst.


(Karte: Mittelmeer, Libanon, Wikipedia)

Der blutige Überfall der israelischen Armee ereignete sich in internationalem Seegebiet. Die Route der humanitĂ€ren Flotille „Free Gaza“ fĂŒhrte, aus Zypern kommend, in direkter Linie an dem Einsatzgebiet der maritimen UN-Task Force UNIFIL auf ihrem Weg nach Gaza vorbei, wenn man einen Blick auf die Karte wirft.

UNIFIL hat laut vorherigen und mit der im Jahr 2006 erweiterten UN-Resolution 1701 dafĂŒr zu sorgen, dass das israelische MilitĂ€r den Libanon mit Aggressionen in Ruhe lĂ€sst und soll den Waffenschmuggel an der KĂŒste unterbinden.

Es handelt sich um eine bewaffnete Blauhelmmission, was bedeutet, dass die UNIFIL-Truppen ihre Aufgaben im Rahmen des Mandats mit Gewalt durchsetzen können.

Vor noch nicht einmal einer Woche suchte der Bundesaussenminister Guido Westerwelle mit der Fraktionsvorsitzenden der FDP im Deutschen Bundestag, Birgit Homburger, die deutsche Einsatzleitung im Mittelmeer auf. (1) Der Anlass des Besuches des deutschen Aussenministers sei die Entscheidung zur VerlÀngerung der deutschen Beteiligung an der UN-Mission UNIFIL in einem Monat, hiess es nach Angaben der Bundeswehr.

Westerwelle wurde ein umfassender Einblick auf hoher See geboten. Eineinhalb Stunden lang befand er sich an Bord des Minenjagdbootes KULMBACH, dass dem Minister mit Hilfe des hinzugezogenen libanesischen KĂŒstenschutzboot TABARJA ein Seeprogramm vorfĂŒhrte. Hier hĂ€tte er einen Eindruck bekommen, wie die deutschen Soldaten dazu beitragen, in enger Abstimmung mit den libanesischen StreitkrĂ€ften die Seewege vor der libanesischen KĂŒste zu kontrollieren, heisst es auf der Webseite der Bundeswehr.
Westerwelle hatte auch ein Treffen mit dem derzeitigen Oberbefehlshaber, dem italienischen Admiral Sandalli, der seinen Kommandostand auf der italienischen Fregatte Zeffiro eingerichtet hat.

Am 26.Mai war auf der ganzen Welt bekannt, dass sich ein Konflikt mit der humanitĂ€ren internationalen Flotte ereignen könnte, falls die israelische Regierung keine verantwortungsbewusste Entscheidung fĂŒr die Durchfahrt der HilfsgĂŒter nach Gaza treffen wĂŒrde. Westerwelle als Aussenminister mĂŒsste der erste Mann im Staat sein, der die irrationale Haltung der israelischen Regierung dazu kannte und am besten ĂŒber deren aktuellen Ansichten informiert war.

Guido Westerwelle hat sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht, indem er den Bundesverteidigungsminister und die Bundesregierung nach seiner RĂŒckkehr nicht aufgefordert hatte, im Falle einer bewaffneten Eskalation die deutsche UNIFIL-Leitung unter FregattenkapitĂ€n Martin KĂŒbel, dem KontingentfĂŒhrer Deutsches Einsatzkontingent UNIFIL, anzuweisen, sofort bei dieser Bedrohung zu Hilfe zu eilen. Westerwelle war kurze Zeit vor der Tragödie vor Ort und musste die drohenden Gefahren kennen.

Hatte er den deutschen Offizieren die Anweisung gegeben, sich aus dem Konflikt mit der israelischen Regierung herauszuhalten, um den Ruf der guten Beziehungen mit Israel nicht zu beschÀdigen?

Niemand wird dem deutschen Aussenminister abnehmen, dass „Free Gaza“ kein Thema bei seinem Besuch gewesen war, dazu gab es zu viel Wirbel im Vorfeld in Tel Aviv.

Die Junge Welt berichtete am 1.Juni, dass sie im Bundesverteidigungsministerium nach der Rolle der Deutschen des UNIFIL-Einsatzes nachgefragt hĂ€tte und schrieb, dass man dort „kein Meldeaufkommen“ ĂŒber die Vorkommnisse, die eine „rein israelische Angelegenheit“ seien, habe.

Diese Antwort lĂ€sst die Vermutung aufkommen, dass Deutschland Anordnungen gegeben hatte, bewusst wegzuschauen. Es muss ein Untersuchungsgremium gebildet werden, wieso UNIFIL in der Sonntag Nacht nicht eingegriffen hatte, als das UnglĂŒck passierte, warum es keinen demonstrativen vorbeugenden Geleitschutz zumindestens in internationalen GewĂ€ssern gegeben hatte, um Israel zu zeigen, das es diesmal nicht zu weit gehen darf.

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31.05.2010 Überfall Israels im Mittelmeer: Bisher kein Lebenszeichen von deutschen Bundestagsabgeordneten
31.05.2010 Flotilla Welcomed by Israeli War Ships

(1) http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/a/einsatzbw/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLN_SJdw02BMlB2EGu-pFw0aCUVH1fj_zcVH1v_QD9gtyIckdHRUUAvYLq5A!!/delta/base64xml/L2dJQSEvUUt3QS80SVVFLzZfMUxfRVNQ?yw_contentURL=%2FC1256F1D0022A5C2%2FW285TJAV037INFODE%2Fcontent.jsp
(2) http://www.jungewelt.de/2010/06-01/055.php