McChrystal raus, Petraeus degradiert: Die „Warlord AG“ Afghanistan bekommt einen neuen GeschĂ€ftsfĂŒhrer
Der PrĂ€sident der Republik USA, Barack Obama, zitiert seinen Afghanistan-Kommandeur Stanley McChrystal erst nach Washington, um ihn dort zu feuern. Angeblich geht es um harsche Worte gegen die zivile Regierung im „Rolling Stone“. Am gleichen Tag erscheint ein Bericht des Kongress-Unterausschusses fĂŒr Nationale Sicherheit und AuswĂ€rtige Angelegenheiten, welcher unter der Ăberschrift „Die Warlord AG“ minutiös belegt, dass die MilitĂ€rs des von den USA angefĂŒhrten Nordatlantikpaktes jeden einzelnen Versorgungstransport in ihre Besatzungszone von KriegsfĂŒrsten bewachen lassen, Milizen finanzieren und dass diese Gelder eine „signifikante potentielle Quelle fĂŒr die Finanzierung der Taliban“ darstellen. Dann stellt sich der PrĂ€sident in die mittwöchentliche Abendsonne – sein Generalstabschef Michael Mullen darf am Rande stehen – und verkĂŒndet die Degradierung seines bisherigen MilitĂ€rdiktators David Petraeus vom Chef des Zentralkommandos zum Nachfolger seines bisherigen Untergebenen McChrystals in Afghanistan. Eine Zivilistin, wer da ZusammenhĂ€nge sieht. Am Montag, den 22.Juni, veröffentlichte die Washington Post auf ihrer Webseite den neunundsiebzig Seiten langen Bericht des „Unterausschusses fĂŒr Nationale Sicherheit und AuswĂ€rtige Angelegenheiten“ mit dem Titel „Warlord, Inc.: Extortion and Corruption Along the U.S. Supply Chain in Afghanistan“, fĂŒr den der Leiter des Ausschusses, der Republikaner John F. Tierney (D-Mass.), verantwortlich zeichnete (1, 2).
Categorized as: Hintergrund, Analyse • MilitĂ€r, Krieg • Spionage, Attentate