Stuttgart 21: „Ausstiegskosten“ betragen etwa 300 Millionen Euro

Stuttgart: Die „Ausstiegskosten“ aus dem Projekt Stuttgart 21 als von der Bahn bisher aufgewendeter Baukosten betragen nach seriöser EinschĂ€tzung der Ingenieure22 lediglich knapp 300 Mio. EUR. Zu diesem Ergebnis kommt Hans Heydemann von den Ingenieuren22, der mit seinem IngenieurbĂŒro jahrzehntelang öffentliche PlanungsauftrĂ€ge bearbeitet hat. Die knapp 300 Mio. EUR. setzten sich zusammen aus aufgelaufenen Planungskosten, Kosten fĂŒr bereits ausgefĂŒhrte Arbeiten (Gleisvorfeld, NordflĂŒgelabriss, BaumfĂ€llungen, Grundwassermanagement, uam.) sowie Kosten, die aus den vergebenen AuftrĂ€gen entstehen. Auf Nachfrage hat Bahnchef Grube den Ingenieuren22 die von ihm genannten wesentlich höheren Ausstiegskosten aufgeschlĂŒsselt. Diese enthalten große Posten die mit den Baukosten fĂŒr Stuttgart 21 und dem „Ausstieg“ gar nichts zu tun haben, z.B. Planungskosten fĂŒr die Strecke Wendlingen-Ulm. Ohne diese Fremdposten kommt auch Bahnchef Grube nur auf 427 Mio. EUR.

Gutachten: Kopfbahnhof ist leistungsfÀhiger als Stuttgart 21

Stuttgart: Der Stuttgarter Kopfbahnhof, so wie er heute besteht, kann 56 ZĂŒge in der Stunde abfertigen, sieben mehr als der fĂŒr Stuttgart 21 geplante Tiefbahnhof. In Zusammenarbeit mit den unabhĂ€ngigen Verkehrsexperten Vieregg&Rössler haben die Ingenieure22 – FĂŒr den Kopfbahnhof ein gerichtsfestes Gutachten ĂŒber die LeistungsfĂ€higkeit des bestehenden Bahnhofs erstellt.

Ingenieure22: „Stresstest“ selber machen!

Stuttgart: Engagierte BĂŒrger nehmen nun selbst in die Hand, was weder Bahn noch Politik anpacken wollen: die LeistungsfĂ€higkeit des bestehenden Stuttgarter Kopfbahnhofs zu ermitteln. Anlass ist die auch nach der Schlichtung wiederholte Behauptung der Bahn, der geplante Tunnelbahnhof Stuttgart 21 sei leistungsfĂ€higer als der bestehende Kopfbahnhof – 100% Mehrleistung fand man noch unlĂ€ngst in den Werbeprospekten der Bahn.

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Ingenieure fordern Stresstest fĂŒr den Kopfbahnhof

Stuttgart: Mit einer Resolution fordern die Ingenieure22 fĂŒr den Kopfbahnhof sowie weitere Gruppen des Widerstands Verkehrsminister Winfried Hermann am Montag, den 25. Juli auf, einen Stresstest fĂŒr den bestehenden Stuttgarter Kopfbahnhof durchfĂŒhren zu lassen. Die Resolution wird dem Verkehrsministerium um 9 Uhr ĂŒbergeben. Hintergrund ist die Behauptung der Bahn, mit dem Tunnelbahnhof Stuttgart 21 sei eine Leistungssteigerung gegenĂŒber dem bestehenden Bahnhof von 30% zu realisieren. Die LeistungsfĂ€higkeit des Kopfbahnhofs als Grundlage dieser Rechnung ist jedoch unbekannt.

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Stuttgart 21: Simulation des Normalbetriebs ist kein Stresstest

Stuttgart: Die Ingenieure22 fĂŒr den Kopfbahnhof fordern die Bahn auf, einen tatsĂ€chlichen Stresstest fĂŒr Stuttgart 21 durchzufĂŒhren. Ein solcher Stresstest darf sich nicht darauf beschrĂ€nken, den Normalbetrieb mit durchschnittlichen VerspĂ€tungen zu simulieren, ein Stresstest muss auch StörfĂ€lle darstellen. Bislang hat die Bahn eine Fahrplansimulation vorgelegt, in der lediglich mittlere VerspĂ€tungen berĂŒcksichtigt sind. Diese Fahrplanuntersuchung kann aus technischer Sicht nicht als Stresstest bezeichnet werden. Z.B. gibt es im sogenannten Stresstest der Bahn keine Signal- oder Weichenstörungen – und selbst ganz ohne echte Stresssituationen können viele VerspĂ€tungen bei S21 nicht abgebaut werden, d.h. S21 erreicht keine ‚gute‘, also verspĂ€tungsabbauende BetriebsqualitĂ€t.

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