Nordkorea bietet SĂŒdkorea GesprĂ€che ohne Vorbedingungen an. Auch werden eine „Verbessung des Volkslebens“ und „freie Reisen und Austausch aller Klassen und Schichten“ in Aussicht gestellt. Die USA revanchieren sich auf ihre Weise: mit einem neuen MilitĂ€rmanöver, welches sich ausdrĂŒcklich auch gegen China richtet, sowie dem Versuch einen MilitĂ€rpakt zwischen SĂŒdkorea und Japan zu konstruieren. Doch die Regierung Japans befĂŒrwortet direkte GesprĂ€che mit dem Norden Koreas und deutet eine Teilnahme an den von China vorgeschlagenen Sechs-Parteien-GesprĂ€chen an, welche die Obama-Clinton-Regierung in Washington immer noch ablehnt. Vor wenigen Tagen machte die Diplomatie des lange Zeit vor der Weltöffentlichkeit verschlossenen Nordkorea einen groĂen Sprung nach vorn. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA (1) zitierte heute einen Aufruf des „Komitees fĂŒr eine friedliche Wiedervereinigung Koreas“, welches direkte GesprĂ€che zwischen Norden und SĂŒden vorschlug – ohne Vorbedingungen: „Wir schlagen formell baldige GesprĂ€che ohne Vorbedingungen zwischen den Behörden des Nordens und SĂŒdens vor.“ Der Berichterstattung ĂŒber den Vorschlag des Vereinigungskomitees folgten auf KCNA eine ganze Reihe weiterer ErklĂ€rungen, die eine erstaunliche diplomatische Offensive Pyongyang dokumentieren: offensichtlich versucht Nordkorea (Demokratische Volksrepublik Korea) tatsĂ€chlich die innerkoreanischen Beziehungen und Kontakte wieder zu beleben.