DAS WANDERNDE AUGE – Verwickelt in einen monströsen Zickenkrieg

Mit spitzer Feder zieht Pepe Escobar zu Felde, um das kriegslĂŒsterne Geschehen rund um Libyen zu brandmarken. So hĂ€lt er unter anderem fest: “Das Blabla zu Libyen klingt zunehmend wie eine schĂ€bige Version von ‘Dancing with the Stars’, bei der niemand rausgeschmissen wird – außer der gesunde Menschenverstand.“ Von Pepe Escobar, Übersetzung Lars Schall Der 1954 geborene Pepe Escobar aus Sao Paulo, Brasilien ist einer der herausragendsten Journalisten unserer Zeit. Escobar, der vom frĂŒheren CIA-Analysten Ray McGovern schlichtweg “der Beste“ genannt wird, arbeitet fĂŒr die Asia Times und ist ein Analyst von The Real News. DarĂŒber hinaus ist er der Autor dreier BĂŒcher: Globalistan: How the Globalized World is Dissolving into Liquid War, Red Zone Blues: a snapshot of Baghdad during the surge und Obama does Globalistan.

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Rasmussen: NATO-Intervention in Libyen „sollte mit UN-Mandat erfolgen“

Auf dem MilitĂ€rstĂŒtzpunkt Ramstein Air Base, dem bedeutensten logistischen und operativen StĂŒtzpunkt der US-Luftwaffe und der NATO in Europa, zieht der Nordatlantikpakt im April seine LuftstreitkrĂ€fte zusammen. Anlass:  das „humanitĂ€re“ MilitĂ€rmanöver „Ramstein Dynamo 2011“ (RADO 11). Aus dem UNO Sicherheitsrat heisst es, man habe wegen Libyen „inoffizielle GesprĂ€che“ gefĂŒhrt und könne schnell zusammentreten. NATO: Intervention in Libyen Thema Passend zur Konzentration der Luftflotten betonte NATO-GeneralsekretĂ€r Anders Fogh Rasmussen am Donnerstag bei seinem Besuch in Kiew ganz konzentriert, dass die NATO als solche zwar keine PlĂ€ne habe in Libyen zu intervenieren. „Wir haben keine Anfrage in diesem Zusammenhang erhalten“, so Rasmussen. Der oberste politische Vertreter des Nordatlantikpaktes machte jedoch einen praktischen Vorschlag: „Alle Massnahmen sollten mit einem UN-Mandat erfolgen„. (1) Dazu hiess es am Donnerstag Abend seitens anonymer „westlicher Diplomaten“ aus dem UNO Sicherheitsrat, man habe bereits inoffizielle GesprĂ€che bezĂŒglich Libyen gefĂŒhrt und könne innerhalb von 48 Stunden auch offiziell zusammentreten. (2)

MĂŒnchner Sicherheitskonferenz: „Wandel muss gestaltet werden“

Tektonische Plattenverschiebungen und westliche Reaktionen Einmal mehr versammelten sich bei der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz, die dieses Jahr vom 4.-6. Februar stattfand, „Eliten“ aus Politik, MilitĂ€r und Wirtschaft, um sich ĂŒber Strategie und Politik der NATO zu verstĂ€ndigen. Sie wurden von 3400 Polizisten geschĂŒtzt, die auf eine Gegendemonstration trafen, die mit etwa 5000 Menschen erfreulich rege Beteiligung fand.

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(Un)Sicherheitskakophonie: Anmerkungen zur neuen NATO-Strategie

Am 19. November 2010 unterzeichneten die versammelten Staats- und Regierungschefs beim NATO-Gipfeltreffen in Lissabon ein neues Strategisches Konzept, das damit die bisherige Fassung aus dem Jahr 1999 ersetzt. Hochtrabend kĂŒndigte NATO-GeneralsekretĂ€r Anders Fogh Rasmussen einen großen Wurf an, den er griffig auf die Formel brachte, man wĂŒrde damit „NATO 3.0“ einlĂ€uten und hierdurch die Allianz grundlegend neu aufstellen.

NATO-Hymne in Tiflis

NATO-GeneralsekretĂ€r Anders Fogh Rasmussen eröffnete mit dem Durchschneiden des symbolischen Bandes am 1.Oktober 2010 in eigener Person das neue NATO-VerbindungsbĂŒro in der georgischen Hauptstadt Tiflis. Georgische Truppen unterstĂŒtzen den Besatzungskrieg der ISAF in Afghanistan. Folglich gehörte es zu Rasmussens Pflicht, erst einmal sein tief empfundenes Beileid den Familien zu dem Tod von vier georgischen Soldaten in Afghanistan auszurichten, die am 30.September ums Leben kamen.

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