Berlin, Regierungsviertel: Während das Aussenministerium unter Frank Steinmeier aufgrund widersprĂĽchlicher Behauptungen die Identität der angeblichen EntfĂĽhrer von 2 Deutschen in Afghanistan als ungeklärt ansieht, hat Verteidigungsminister Franz Jung jetzt die Gelegenheit genutzt, den Bundestag zur im Herbst anstehenden Bestätigung des Krieges in Afghanistan und weltweit zu drängen. Jung erklärte angesichts der angeblichen Taliban-Urheberschaft schon mal vorab: „Diesen Beitrag werden wir auch weiter fortsetzen“(1). Im Herbst laufen drei Kriegsmandate der Exekutive aus, das OEF-Mandat, das Tornado-Mandat und der ISAF-Einsatz. Weder der Bundesverteidigungsminister Franz Jung (CDU), noch die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) oder Aussenminister Frank Steinmeier (SPD) haben darĂĽber irgendetwas zu entscheiden – sondern nur und ausschliesslich das Parlament… Ein angeblicher Taliban-Sprecher namens „Jussif Ahmadi“ hatte heute – angesichts der nicht sehr beeindruckten öffentlichen Reaktion der deutschen Ă–ffentlichkeit auf diesen Erpressungsversuch – nachgelegt und redet jetzt, laut der offenbar nicht durch Sicherheitsdienste abgehörten Nachrichtenagentur „Associated Press“ (ap), von einem „24-Stunden-Ultimatum“. Man werde die Geiseln töten, wenn nicht sofort ein paar unerfĂĽllbare Forderungen erfĂĽllt wĂĽrden, so „Ahmadi“ laut ap. Darunter angeblich auch der Abzug der deutschen Soldaten aus dem Krieg in Afghanistan(1). Die öffentliche Wirkung dieser eindringlich-sinnlosen Statements: Jeder Kriegsgegner steht als Helfershelfer der „Terroristen“ dar, die Position der Kriegslobby wird gestärkt. Soetwas…