Nicht Amazon ist Skandal sondern Videos durch Bundespolizei
Zur Zeit echauffieren sich politische Akteure hierzulande ĂŒber das Abspeichern der Videoaufnahmen auf Amazon Web Services, ein Konzern der Vereinigten Staaten von Amerika, die die Bundespolizei im öffentlichen Raum mittels ihrer Körper-Kameras anfertigt.
Angst wird geschĂŒrt, dass auslĂ€ndische Dienste auf diese Daten Zugriff erhalten, diese Amazon-Server befinden sich in Frankfurt/Main. Beruhigt wird die Bevölkerung, dass eine Infrastruktur geschaffen werden soll, die ausschliesslich in Deutschland durch deutsche IT-Techniker verwaltet wird. DafĂŒr werden Finanzen, RĂ€umlichkeiten, Technik und Personal benötigt.
Mit dieser ĂŒblichen Vorgehensweise wird die Akzeptanz und Erleichterung geplant und Widerspruch unterdrĂŒckt, nachdem ein zunĂ€chst schreckliches Bild vorgestellt wird und entschĂ€rft werden wird, so die Hoffnung.
Eine Gefahr fĂŒr die Demokratie und die Verletzung der PrivatsphĂ€re der Einwohner unseres Landes und der auslĂ€ndischen Besucher geht von der Anfertigung dieser Filmaufnahmen aus. Ganz gleich, auf welchem Server diese gespeichert werden. Die Gesichter der Passanten werden natĂŒrlich nicht verpixelt, sonst wĂ€re kein Einsatz von Software zur Gesichtserkennung möglich.
Um den Schutz der BĂŒrgerrechte zu bewahren, mĂŒssen diese Ăberwachungsmechanismen unverzĂŒglich rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden. DaĂ sich dafĂŒr keine breite Front in Parteien und Organisationen bildet, stellt ein Armutszeugnis fĂŒr dieses Land aus – und das ist der eigentliche „Skandal“.
