Obama in Kuba, Regierung formuliert Forderungen, Maduro bei Castro
US-PrĂ€sident Barack Obama ist am Sonntag zu einem international viel beachteten Besuch im sozialistischen Kuba angekommen. Die PrĂ€sidentenmaschine landete am Abend auf dem militĂ€rischen Teil des internationalen Flughafens von Havanna. BegrĂŒĂt wurde der US-PrĂ€sident von Kubas AuĂenminister Bruno RodrĂguez Parrilla. Obama wird von einer groĂen Regierungs- und Wirtschaftsdelegation begleitet. Seine Visite in Kuba folgt nur rund 15 Monate nach der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Staaten. Mitte der Woche wird der US-PrĂ€sident von Kuba aus nach Argentinien weiterreisen.
Unmittelbar vor dem Besuch Obamas hatte AuĂenminister RodrĂguez Parrilla die Hoffnung der Regierung in Havanna auf eine weitere VerĂ€nderung der Politik Washingtons Ausdruck verliehen. RodrĂguez Parrilla begrĂŒĂte die jĂŒngste Lockerung der US-Blockade, die inzwischen vierte Novelle der US-Blockadegesetze seit Dezember 2014. „Die zuvor veröffentlichten MaĂnahmen hatten in der konkreten Anwendung kaum Auswirkungen und haben wegen des Charakters der Blockade nicht funktioniert“, konstatierte RodrĂguez Parrilla. Kubas Regierung habe die Reichweite und die praktischen Auswirkungen der jĂŒngsten VerĂ€nderungen analysiert. „Man kann zweifellos feststellen, dass es positive MaĂnahmen sind, die in die richtige Richtung gehen, aber die praktische Anwendung wird zeigen, wie weit sie wirklich reichen“, fĂŒgte Kubas Chefdiplomat an. Trotz der Lockerungen des Reiseverbotes fĂŒr US-Amerikaner, die Kuba besuchen wollen, mĂŒsse man festhalten, „dass das gesetzliche Verbot fĂŒr die BĂŒrger der Vereinigten Staaten, nach Kuba zu reisen, weiterhin besteht“. Die Drohung mit strafrechtlichen oder administrativen Sanktionen, weil man Kuba als Tourist besucht, stelle „ein unsinniges und ungerechtfertigtes Verbot“ dar. Einzig und allein Kuba sei US-BĂŒrgern als Reiseziel verboten. Auch mit den neuen MaĂnahme seien US-BĂŒrger weiterhin verpflichtet, die Aufzeichnung aller Kosten und all ihrer AktivitĂ€ten aufzubewahren „und man stellt die ungewöhnliche Forderung an sie, dass sie die ganze Zeit ihres Besuchs in Kuba nicht damit verbringen, den offenen Kontakt mit den Kubanern oder die Schönheiten Kubas zu genieĂen, sondern, so heiĂt es in der Regierungsentscheidung ausdrĂŒcklich, âdie UnabhĂ€ngigkeit der Kubaner zu fördernâ“.
Kubas Regierung fordert nach wie vor die bedingungslose Abschaffung der Blockadegesetze der USA und die RĂŒckgabe des von der US-Marine besetzten Gebietes im ostkubanischen GuantĂĄnamo.
Demonstrativ hatten Kubas Staats- und Regierungschef RaĂșl Castro und RevolutionsfĂŒhrer Fidel Castro vor dem Obama-Besuch den venezolanischen PrĂ€sidenten NicolĂĄs Maduro empfangen. RaĂșl Castro betonte dabei unter deutlicher Kritik der US-Politik seine SolidaritĂ€t mit Venezuela. Maduro gab an, sich zweieinhalb Stunden lang mit Fidel Castro unterhalten zu haben. Das Treffen fand nach Angaben der kubanischen Presse in Castros Privatwohnsitz in Havanna statt.
RaĂșl Castro war am Freitag mit Maduro zusammengekommen. Der venezolanische PrĂ€sident setze sich „mit Mut und Intelligenz“ gegen die Einmischung in die internen Angelegenheiten seines Landes zur Wehr, hieĂ es in einer ErklĂ€rung der kubanischen Regierung. Besonders kritisch erwĂ€hnt wurde ein von Obama unterzeichnete Dekret, in dem Venezuela als „Gefahr fĂŒr die Vereinigten Staaten“ bezeichnet werde. Maduro nahm bei seinem Aufenthalt in Havanna die höchste Auszeichnung des sozialistisch regierten Inselstaats entgegen, den JosĂ©-MartĂ-Orden.
Erstveröffentlichung am 21. MÀrz auf Portal amerika21.de