Einstimmige Abstimmung in der Knesset: Arabisch und Hebräisch Pflichtfächer ab 1. Klasse

Bevölkerungskontrolle Kunst, Kultur

Sprache als Voraussetzung zum direkten Dialog und zur Zusammenarbeit verhindert Fremdenhass und Manipulation durch extremes Gedankengut.

In Israel sind zwei Amtssprachen festgelegt: das Hebräische (Iwrit) und das Arabische. Die arabischen Bürger beherrschen fast alle zwangläufig erstere, da die meisten Formalitäten von den Ämtern in dieser Sprache abgewickelt werden, was im anderen Fall nicht zutrifft.

Für eine bessere Verständigung untereinander um Ängste und Spannungen im Staat abzubauen, die kulturelle Lebensweise der jeweils anderen zu verstehen und nicht als bedrohliches Fremdes wahrzunehmen, reichte der Parlamentsabgeordnete Oren Hazan, Mitglied der herrschenden Likud-Partei, einen Gesetzentwurf für ein neues Schulgesetz ein.

Der Ministerausschuss für Gesetzgebung billigte am Sonntag, den 25.Oktober 2015 den Entwurf und leitete ihn zur Abstimmung an das israelische Parlament weiter.

Am Mittwoch, den 28.Oktober 2015 stimmten die Abgeordneten in der Knesset dem Antrag zu.

An den Schulen wird es nun zum Pflichtfach ab der 1. Klasse, dass die jüdischen Kinder in Arabisch unterrichtet werden und umgekehrt die Kinder der arabisch sprechenden Bevölkerung im Hebräischen.

Diese Entscheidung dürfte ein wichtiger Schritt für ein friedliches Zusammenleben der beiden verschiedenen Kulturen angehörenden Bürger in Israel sein. Wenn es keine Verständigung miteinander gibt, bleiben Missverständnisse und das Hereinfallen auf rassistische Hetze oft nicht aus. Es wird Eltern geben, die durch jahrzehntelange Indoktrinierung auf die Barrikaden gehen werden, aber die Zukunft wird sie am Beispiel ihrer Kinder eines Besseren lehren. Kinder kennen keine Vorurteile, sie nehmen die Umwelt ohne verbogene Brille wahr. Diese werden erst durch das Vorbild der Erwachsenen erworben.

Wir sehen in Deutschland die Auswüchse auf den Strassen, die sich gegen das unbekannte Fremde im Land wehren und nicht bereit sind mit ihm zu kommunizieren - milde ausgedrückt wie ihren Hof verteidigende Hunde mit jedem Tag gefülltem Fressnapf vor der Hütte, die eine verirrte Katze durch wütendes Gekläffe vom eigenen Grundstück vertreiben. Sind wir nicht alle Menschen mit den gleichen Gefühlen, die Freude, Liebe und Nöte gemeinsam teilen? In den meisten Fällen ist es die Politik eines Landes, die dafür sorgt, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft sich nicht verstehen sollen und voreingenommen abgelehnt werden.

Quellen:
http://www.jewishpress.com/news/breaking-news/ministers-approve-mk-hazan-bill-making-arabic-mandatory-for-all-first-graders/2015/10/25/
http://www.al-monitor.com/pulse/contents/afp/2015/10/israel-palestinians-unrest-education-language-politics.html