Streik, Sieg, Grundgesetz
Die Gewerkschaft der Deutschen LokomotivfĂŒhrer setzt Artikel 9 der Verfassung gegen den im Staatsbesitz befindlichen Konzern Deutsche Bahn AG durch. Die G.D.L. erklĂ€rte zum Streikende heute (Do.) um 19 Uhr, nach einer Einigung mit der DB AG ĂŒber die tariflichen Grundlagen fĂŒr einen FlĂ€chentarifvertrag fĂŒr das Zugpersonal, sowie auf ein Schlichtungsverfahren:
„Zuvor hat die DB akzeptiert, dass die TarifvertrĂ€ge anderer Gewerkschaften fĂŒr die Annahme eines Schlichtungsspruches oder den Abschluss eines Tarifvertrags keine Rolle spielen.“
Grundgesetz Artikel 9 garantiert die „Koalitionsfreiheit“, die Freiheit von Gewerkschaften ĂŒberhaupt zu existieren, eigenstĂ€ndige TarifvertrĂ€ge abzuschlieĂen und dafĂŒr zu kĂ€mpfen. Arbeitskampf nennt man sowas. Oder einfach Streik.
Artikel 9 Verfassung:
(1) Alle Deutschen haben das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden.
(2) Vereinigungen, deren Zwecke oder deren TĂ€tigkeit den Strafgesetzen zuwiderlaufen oder die sich gegen die verfassungsmĂ€Ăige Ordnung oder gegen den Gedanken der VölkerverstĂ€ndigung richten, sind verboten.
(3) Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist fĂŒr jedermann und fĂŒr alle Berufe gewĂ€hrleistet. Abreden, die dieses Recht einschrĂ€nken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete MaĂnahmen sind rechtswidrig. MaĂnahmen nach den Artikeln 12a, 35 Abs. 2 und 3, Artikel 87a Abs. 4 und Artikel 91 dĂŒrfen sich nicht gegen ArbeitskĂ€mpfe richten, die zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen von Vereinigungen im Sinne des Satzes 1 gefĂŒhrt werden.
Die LokfĂŒhrerinnen und LokfĂŒhrer mussten im Rahmen eines einzigen Tarifkonflikts, der sich fast ĂŒber ein Jahr hinzog, neunmal streiken, nur um dieses Verfassungsrecht gegen die Bahn AG durchzusetzen. Sie haben damit der gesamten Republik und ihrer Zukunft einen groĂen Dienst erwiesen.
Es muss sich jeder und jede fragen, welche Rolle er oder sie selbst wÀhrend und in diesem Kampf gespielt hat.
Den Arbeiterinnen und Arbeitern der G.D.L., auch dem Vorsitzenden Claus Weselsky, unsere Gratulation und unser Dank. Wieder einmal.
(…)
05.11.2014 âMan kann nicht schlichten ĂŒber das Grundgesetzâ: Die Pressekonferenz der Gewerkschaft Deutscher LokomotivfĂŒhrer
„wir haben uns erlaubt, unsere Grundrechte nicht an der Garderobe abzugeben, sondern zu sagen: Das werden wir nicht tun. Weder im Vorgriff auf das Gesetz, noch ĂŒberhaupt. Weil wir die Grundrechte nicht als teilbar sehen. Und das ist auch der Grund, warum wir die Schlichtung ablehnen. Man kann nicht schlichten ĂŒber das Grundgesetz. Das dĂŒrfte jedem in diesem Raume klar sein. Und den Menschen da drauĂen auch.“
22.12.2007 Warum die GDL-LokfĂŒhrer Erfolg haben
die GDL hat etwas geschafft, was selbst Gott nur mit unserer Hilfe hinbekommt: sie hat eine deutsche âRegierungâ zum Handeln gezwungen.
22.10.2007 Warum Linke, SPD und DGB die GDL-LokfĂŒhrer verraten
Berlin: Es ist die alte Taktik von VerrĂ€tern, ob in der sogenannten âLinkenâ, im âDGBâ oder in der âSPDâ: aussitzen. Man weiss, wo sie sich das abgeguckt haben, wie sie sich alles abgucken mĂŒssen, dieser nichtsnutzige Haufen von Kollaborateuren.
