„Nach den Kiewer Zwecklügen werden ebensolche heuchlerischen Belehrungen aus anderen Hauptstädten folgen“

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Erklärung des stellvertretenden Außenministers Russlands, Sergej Rjabkow, zur Lage im Zusammenhang mit dem Beginn der Lieferung von russischer humanitärer Hilfe in die Südostgebiete der Ukraine vom 22. August

Wir haben natürlich die zahlreichen Erklärungen von offiziellen Vertretern der Ukraine mit an uns gerichteten Angriffen wahrgenommen. Die Sache wird so dargestellt, als ob Russland die Normen des Völkerrechts verletzt hat, indem es eine LKW-Kolonne mit humanitärer Hilfe für die Bevölkerung der Südostgebiete der Ukraine in Marsch setzte. Die ukrainischen Vertreter schrecken auch nicht vor direkten Beleidigungen uns gegenüber zurück. Das müssen sie sich mit ihrem Gewissen ausmachen, obwohl man über die moralischen Qualitäten derjenigen, die das alles verkünden, entsprechende Schlussfolgerungen ziehen kann.

Jetzt zur Politik und zum Völkerrecht. Gerade Kiew, hinter dem offensichtlich seine westlichen Schirmherren stehen, machte in den letzten Tagen alles, um diese sehr wichtige humanitäre Aktion zum Scheitern zu bringen. Man erdachte zahllose Vorwände und es wurden bürokratische Hindernisse aufgebaut, deren Überwindung schwieriger war als die Fahrt unserer LKWs über Straßen, die von Trichtern ukrainischer Geschosse zerwühlt sind. In Kiew hoffte man offenbar bis zum letzten Moment, dass dieses bewusste Spiel des Zeitschindens den notwendigen Effekt erzielt. Diese Zeit brauchten die ukrainischen Machthaber für den Versuch, die militärische Operation zur Unterdrückung des Protests des eigenen Volkes zu beenden und bei dem sie jenen Ort mit Blut und Tränen übergossen, an welchem jetzt die Verteilung der russischen humanitären Hilfe erfolgt. Es ist ihnen nicht gelungen.

Jetzt auf die Normen des Völkerrechts hinzuweisen, welche wir immer einhielten, einhalten und einhalten werden, heißt, jemand anderem die Schuld zuschieben zu wollen. Wir handeln in voller Entsprechung mit den Normen des internationalen humanitären Rechts. Wir können und werden uns nicht mehr mit der Notsituation der Menschen im protestierenden Südosten der Ukraine abfinden.

Ich bin überzeugt, dass nach den Kiewer Zwecklügen in den nächsten Stunden und Tagen ebensolche heuchlerische an uns gerichtete Belehrungen aus anderen Hauptstädten folgen werden. Die Primitivität und Vorhersagbarkeit dessen, was wir vom Westen hören, erfordert keine langen Kommentare. Wir antworten im Vorhinein: bevor ihr andere lehrt, wie man leben soll, beginnt bei euch selbst. Denkt darüber nach, in welchem Ausmaß eure Worte durch eure eigenen Handlungen konterkariert werden. Wir sind von unserer Rechtmäßigkeit überzeugt. Und wir beschuldigen Kiew und die hinter ihm stehenden Länder, dass sie jedes Mal ihre politischen, dem Wesen nach antirussischen Interessen höher stellen als die unverrückbaren Normen der Menschenliebe und des Mitgefühls.