Aus!Sitzen 3.0 gegen Stuttgart 21
Auch ein Bauherr muss sich an Recht und Gesetz halten. Jetzt stoppt frau den Bau.
Am Montag, den 5. Dezember 2011, stoppt ab 5.30 Uhr frau den Bau, denn die Bahn hat die Bürgerinnen und Bürger von Baden-Württemberg getäuscht. Bis heute versucht sie, die wahren Kosten von Stuttgart 21 zu verheimlichen, obwohl seit 2009 bekannt ist, dass Stuttgart 21 mehr als 6,5 Milliarden Euro kosten wird. Auch Bahnchef Rüdiger Grube weiß das. Und er wusste es vor der Volksabstimmung. Aber er hat die Mehrkosten verschwiegen, um das Ergebnis der Volksabstimmung in seinem Sinne zu manipulieren. Schon einen Tag nach der Volksabstimmung war er nicht mehr bereit, öffentlich klarzustellen, dass der Kostenrahmen eingehalten wird.
„Das ist unverantwortlich und unlauter“, sagt ParkschĂĽtzerin Andrea Schmidt von der Kampagne „Aus!Sitzen: Jetzt stoppt frau den Bau“. „Am 27. November haben die BĂĽrgerinnen und BĂĽrger mit einer knappen Mehrheit fĂĽr einen Bahnhofsbau votiert. Sie haben jedoch in der Annahme entschieden, dass der Kostenrahmen von 4,5 Milliarden eingehalten wird. Wir lassen uns durch die Vorspiegelung falscher Tatsachen und UnterdrĂĽckung von Fakten nicht weiter in die Irre fĂĽhren.“ Auch ein Bauherr habe sich an Recht und Gesetz zu halten. Die Bahn könne nicht weiterbauen, bevor nicht alle Fragen, anhängigen Klagen und Verfahren geklärt seien. Geklagt wird u.a. gegen die Mischfinanzierung des Projekts, die Gewerkschaft der LokfĂĽhrer will vor dem Europäischen Gerichtshof wegen Sicherheitsbedenken gegen den Tiefbahnhof klagen, und die Stuttgarter Netz AG will die weitergehende Nutzung des Gleisvorfelds und des Kopfbahnhofs gerichtlich durchsetzen.
Dass die Bahn die seit Monaten von der Landesregierung geforderte belastbare Kostendarstellung nicht vorlegt, wundert Andrea Schmidt nicht: „Die Kosten sind unkalkulierbar und uferlos, weil der Stuttgarter Untergrund voller Dolinen und Hohlräume ist. Und während die Bahn munter Zinsen fĂĽr die Gelder kassiert, die die Stadt Stuttgart ihr fĂĽr das Gleisvorfeld gezahlt hat, ĂĽbernehmen wir als Steuerzahlerinnen und Steuerzahler alle Risiken per Blankoscheck – bundesweit wohlgemerkt. Jetzt muss Schluss sein. Stuttgart 21 ist volkswirtschaftlicher Wahnsinn, der nur aus betriebswirtschaftlichem KalkĂĽl nicht gestoppt wird.“
Wir sind 47%. Unsere Stadt. Unser Park.
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