Medienberichte über Drohnen-Crash-Kampf

Militär, Krieg

Nicht schreiben, was nicht sein darf - das Wort "US-Drohnen-Einsätze" nimmt man hierzulande nicht in den Mund

Ein weiteres lehrreiches Beispiel angepasster Pressearbeit bieten zwei tödliche Kämpfe vom Wochenende in Pakistan an der Grenze zu Afghanistan.

Während weltweit und auch in Deutschland ausführlich über den Überfall auf einen Kontrollposten in der Stammesregion Khyber "Mindestens 15 Tote bei Taliban-Angriff in Pakistan" berichtet wird, blieb der zweite Kampf in der Bundesrepublik unerwähnt.

Grund dafür wird sein, dass man nicht an einen wunden Punkt rühren wollte und gewisse Rücksichten gegenüber seinem bedeutendsten NATO-Führer durch Nichtberichterstattung zu pflegen hat.

Schliesslich handelte es sich hier bei dem zweiten Kampf in Süd-Waziristan um begehrtes technisches Equipment einer abgestürzten CIA-Drohne, deren hinterhältigen mörderischen Einsätze offiziell nicht an die grosse Glocke gehängt werden und bei denen viele unschuldige Zivilisten ums Leben kommen (Radio Utopie UNO-Bericht: USA weltweit die Nr.1 bei Lizenz zum unlegimitierten Töten, 3.Juni 2010).

Die pakistanische Presseagentur des Premierministers APP bestätigte offiziell den Absturz der US-Drohne bei Zanangara von Tehsil Ladha und gab an, dass Sicherheitskräfte die Wrackteile geborgen hätten. (1)

In den USA, Grossbritannien, Indien und weiteren Ländern wurde die Meldung durch Zeitungen verbreitet, dass durch das Abhören eines Funkspruches der Aufständigen der Absturz bekannt wurde und darauf hin einige Stunden später Soldaten der pakistanischen Armee in das Gebiet entsandt wurden, um die mit sensibler Technologie gespickten Überreste des Hightech-Flugzeuges den "militanten Händen" zu entreissen. Dabei seien drei Kämpfer getötet worden, drei Kämpfer und zwei Soldaten wurden verletzt, so die Angaben eines pakistanischen Beamten.

Nawab Khan, Beamter der Regierung des Gouverment Süd-Waziristan, bestätigte laut Hindustan Times den Absturz der Drohne sowie die Kämpfe zwischen den Regierungssoldaten und den Aufständigen. Dort hiess es, dass Nawab Khan allerdings nicht im Bilde darüber sei, wer letztendlich die Wrackteile erbeutet hätte. (2)

Die Washington Post zitterte recht gekünstelt vor Angst in ihrem Beitrag und liess es sich nicht nehmen, einen Hieb gegen die "Erzfeinde" der USA und den pakistanischen Verbündeten - nämlich den Iran und China - zu versetzen, in deren Hände diese Technologie mit modernsten Kameras und Sensoren fallen könnte und die vielleicht daran Interesse hätten. (3) Zudem suchte die Zeitung den Wahrheitsgehalt der Meldung in Zweifel zu ziehen, indem sie anführte, dass dort eine no-go-Zone für Journalisten und es somit für Aussenstehende unmöglich sei, den Absturz zu überprüfen.

Einig ist sich die internationale Presse darüber, dass es aus der US-Botschaft in Pakistan und den Vereinigten Staaten von Amerika - mit einem Präsidenten als Friedensnobelpreisträger und Befürworter von militärischen unbemannten Drohnenflugzeugen - keine Kommentare zu dem Vorfall gäbe - diesem Beispiel folgt dem Anschein nach auch die deutsche Medienlandschaft.

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Quellen:
(1) http://ftpapp.app.com.pk/en_/index.php?option=com_content&task=view&id=154079&Itemid=2
(2) http://www.hindustantimes.com/Pak-troops-battle-Taliban-for-US-drone-debris/Article1-747244.aspx
(3) http://www.washingtonpost.com/world/war-zones/pakistani-military-and-taliban-militants-fight-over-downed-drone/2011/09/18/gIQABO6VcK_story.html