Widerstand gegen die feste Fehmarnbeltquerung

Widerstand auf Fehmarn gegen die feste Fehmarnbeltquerung
Widerstand auf Fehmarn gegen die feste Fehmarnbeltquerung

Wie das Programm „Stuttgart 21“ ist die feste Fehmarnbeltquerung Teil der bis zum Jahre 2020 laufenden Agenda TEN („trans-european networks“, „transeuropĂ€ische Netze“) der „EuropĂ€ischen Union“ (EU). Zu diesem Thema war Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer gestern zu Besuch auf Fehmarn. Wir auch.

AnlĂ€ĂŸlich der Teilnahme von Bundesverkehrsminster Peter Ramsauer und Schleswig-Holsteins MinisterprĂ€sident Peter Harry Carstensen Christiansen einer bei einer nichtöffentlichen Werbeveranstaltung fĂŒr das regionale und verkehrsindustrielle Umbauprogramm „Feste Fehmarnbeltquerung“, war am gestrigen Sonntag auf Einladung einer Fehmarner BĂŒrgerintitiative auch Gernot Schulz vom Schwabenstreich Bremen/Oldenburg auf Fehmarn.

Vor Beginn der nichtöffentlichen Veranstaltung in der Aula der Inselschule von Burg, trafen sich etwa 200 Mitglieder der BĂŒrgerinitiativen im „AktionsbĂŒndnis gegen die feste Fehmarnbeltquerung“ vor dem Amtshaus von Burg, um ihrem Unmut ĂŒber die nichtöffentliche Veranstaltung Luft zu machen. Im Anschluß fand ein Demonstrationszug durch die Gemeinde zur Inselschule statt, wo eine knapp 90 minĂŒtige Protestveranstaltung statt fand.

Als erster Redner wurde Gernot Schulz vom Schwabenstreich Bremen/Oldenburg ans Mikrophon gerufen.

In seiner ebenso emotionalen wie und sachbezogenen Rede zeigte er Gemeinsamkeiten der verkehrsindustriellen Programme  „Stuttgart 21“ und „Feste FehmarnBeltQuerung“ auf und betonte, daß ohne einen konsequenten, intensiven und nachhaltigen Widerstand das Projekt nicht zu stoppen sei. Gernot Schulz widerlegte die ĂŒblichen Totschlagargumente der Programm-Betreiber („alternativlos“, etc) und verwies auf die bereits existierende Auto- und Bahnverbindung zwischen Hamburg nach Kopenhagen via FĂ€hre, bei der ein Zugreisender fĂŒnf Stunden und ein Autoreisender nur viereinhalb Stunden benötigt. Schulz rief, im gegenseitigen Interesse, zu einer intensiven Vernetzung der BĂŒrgerbewegungen gegen milliardenschwere Verkehrsprojekte auf.

Die Redner verschiedener BĂŒrgerintitiativen im AktionsbĂŒndnis gegen die feste Fehmarnbeltquerung betonten die drohende LĂ€rmbelĂ€stigung wĂ€hrend der neunjĂ€hrigen Bauphase bis zum Jahre 2020, den ab Programmbeginn unwiederbringlichen Verlust an Landschaft und Natur, sowie die unvermeidbaren finanziellen Einbußen fĂŒr die Region durch den Ausfall des Tourismus.

Bilder aus Fehmarn: Widerstand gegen die feste Fehmarnbeltquerung
Bilder aus Fehmarn: Widerstand gegen die feste Fehmarnbeltquerung

In der mit VerspĂ€tung begonnenen Diskussionsrunde saßen Bundesverkehrsminister Ramsauer, MinisterprĂ€sident Carstensen, der schleswig-holsteinischen Landesverkehrsminister Jost de Jager, eine Vertreterin der von Ramsauer kontrollierten Deutsche Bahn AG, sowie ein Vertreter des Konsortiums Femern A/S, dem Projektbetreiber, Subkonzern der staatlichen dĂ€nischen Sund & Baelt Holding A/S.

Auf Fragen der anwesenden BĂŒrger und Mitglieder der BĂŒrgerinitiativen wurde mehr recht als schlecht beantwortet. Gerade der Bundesverkehrsminister antwortete, in seiner typischen Art, des Öfteren in aggressiver Art und Weise auf Fragen, die ihm nicht genehm waren, was wiederum zu Ablehnung bei den Fragestellern fĂŒhrte. Ramsauer Ă€ußerte viele bekannte Phrasen und klammerte sich an den Staatsvertrag mit DĂ€nemark, welches dem eigenen staatlichen Konsortium Femern A/S das Programm mit „Finanzgarantien“ in Höhe von 4.8 Milliarden Euro finanziert. Diese „Finanzgarantien“ des Staates sollen nach Fertigstellung der festen Fehmarnbeltquerung fĂŒr den dĂ€nischen Steuerzahler durch MautgebĂŒhren wieder hereinkommen – bis zum Jahre 2046.

Seitens der schleswig-holsteinischen Regierung wurde auf das Moratorium hingewiesen, daß wegen den Erfahrungen mit dem Widerstand gegen „Stuttgart 21“ unter Leitung des scheidenden Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Kopenhagen, Herrn Jesse durchgefĂŒhrt werden soll. Herr Jessen ist, wie bekannt wurde, ein engagierter BefĂŒrworter des Projektes, was Jessens NeutralitĂ€t infrage stellt.

Zum Abschluß ist zu sagen, daß von seiten der staatlichen FunktionĂ€re dieses Projekt offensichtlich unbedingt durchgeboxt werden soll. Wie das Programm „Stuttgart 21“ ist die feste Fehmarnbeltquerung Teil der bis zum Jahre 2020 laufenden Agenda TEN („trans-european networks“, „transeuropĂ€ische Netze“) der „EuropĂ€ischen Union“ (EU).
Da auf deutscher Seite fĂŒr die Hinterlandanbindung noch kein Raumfeststellungsverfahren eröffnet ist, hat der Widerstand die Möglichkeit sich noch zu festigen und aufzubauen.

WĂŒnschen wir den Ostholsteinern ein starkes KĂ€mpferherz und den entsprechenden Erfolg.
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