Über 10.000 auf Stuttgarter Montagsdemonstration: Ein Hauch von Demokratie liegt in der Luft

Die Stuttgarter Bewegung gegen das urbane und verkehrsindustrielle Programm "Stuttgart 21" im Rahmen der EU Agenda TEN ("Trans-European Networks") hat den Charakter einer Volksbewegung angenommen.

Die Lobby des Neun-Milliarden-Programms "Stuttgart 21" (S 21) versuchte in den letzten Tagen, die Initiative "Leben in Stuttgart" aus der Stuttgarter Bewegung heraus zu brechen und mit einem eintägigen Baustopp als Köder zu Verhandlungen mit Prominenten zu locken. Letzten Endes aber blieben die Bürgerrechtler standhaft und sagten die Verhandlungen auf der 42.Montagsdemonstration der "Parkschützer" unter großem Jubel der Bevölkerung ab.

"Der Sprecher der sogenannten Parkschützer, Matthias von Herrmann, kündigte angesichts der strikten Haltung der Bahn eine härtere Gangart bei den Protesten an. Man werde etwa noch mehr Aktionen starten, bei der sich Demonstranten anketten. "Wenn Mappus einen Baustopp ablehnt, ist klar, dass er auch die Gespräche ablehnt", so von Herrmann. " (1)

Zunächst waren Gangolf Stocker (Leben in Stuttgart), Gerhard Pfeifer (Bund für Umwelt und Naturschutz, BUND), Klaus Arnoldi (Verkehrsclub Deutschland, VCD) und Sabine Lacher (Fahrgastverband Pro Bahn) noch auf das Angebot der Lobby des S 21-Programms eingegangen und hatten ihre Teilnahme an Verhandlungen mit Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU), Verkehrsministerin Tanja Gönner (CDU), Rüdiger Grube (Vorstandsvorsitzender Deutsche Bahn AG), Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU), Wolfgang Drexler (Sprecher Programm "Stuttgart 21", SPD) und Städtetagpräsident Ivo Gönner (SPD) zugesagt (2). Letztlich entschlossen sie sich aber, der Sache der Stuttgarter Bürger treu zu bleiben.

Derweil formieren sich auch in Ulm Strukturen aus der Bevölkerung, die sich dem ablaufenden S 21-Programm widersetzen.  BUND, VCD und Bündnis 90/Die Grünen planen für Dienstag nächster Woche die Gründungsversammlung von "K21 - gut für Ulm" aus der Taufe. K21 steht für das vom Verkehrsclub VCD entwickelte Alternativkonzept eines Stuttgarter Kopfbahnhofes.

Wieviele Montagsdemonstranten nun das nächste Mal durch Stuttgart ziehen, darauf darf man nun gespannt sein.
Fast wie im Osten.

Quelle: http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=6854674/162sey2/index.html

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