Gaspipeline „Iran-Pakistan-Indien“ wird zur „Iran-Pakistan-China“-Trasse

Dem iranischen Erdgas mangelt es nicht an interessierten gewichtigen Abnehmern im asiatischen Raum

Indien hatte im letzten Jahr zu Gunsten von US-Lieferungen an nuklearen Ausrüstungen, mit der die Vereinigten Staaten die Regierung in Neu-Dehli von ihrem gemeinsamen Projekt mit dem Iran und Pakistan erfolgreich abgebracht hatte, an der Beteiligung verzichtet.

Als nächstes versuchten die Strategen in der Regierung in Washington, das dadurch stark reduzierte Gemeinschaftsvorhaben vollends zu zerstören, indem sie Pakistan die Unterstützung bei der Errichtung einer Überlandleitung durch Afghanistan zur Stromversorgung anbot und als Gegenleistung die Aufkündigung der Erdgastrasse zum Iran zur Bedingung machte, um diesen wirtschaftlich zu schwächen und von weiteren Partnern zu isolieren.

Nach den neuesten Meldungen scheint das Erdgasprojekt nicht zum Scheitern verurteilt zu sein - ein neuer, grosser Partner wird die entstandene indische "Lücke" ersetzen.

Der iranische Aussenminister Manouchehr Mouttaki hätte laut der Zeitung India Daily von einem interessierten Partner gesprochen. Wie es hiess, hätte China Zustimmung signalisiert, sich auch ohne Indien an der Pipeline zu beteiligen.

"Indien hat sich für amerikanische Nukleartechnik anstelle von iranischem Gas entschieden. Nur die Zeit wird entscheiden, ob Indien ein anderes "Israel" in Süd-Asien geworden ist", schrieb die Zeitung am 6.Februar.

Unter dem Gesichtspunkt, dass beide Länder - Indien und Israel - keinen Atomwaffensperrvertrag unterschrieben haben, ist der Vergleich der Zeitung gar nicht so abwegig. Nur sollte die Hoffnung für den asiatischen Raum gegeben sein, dass er nicht zutreffend sein wird.

Eines wird jedoch immer deutlicher: wer sich auf die Seite Amerikas und dessen aggressiver rüstungsorientierter Weltpolitik stellt und nach dessen Diktat seine Politik mit anderen Ländern ausrichtet, verliert langfristig gesehen strategische wirtschaftliche Vorteile vor allem in der Sicherung von Energieressourcen und Partner, die Verbündete sind, solange man miteinander in Handelsbeziehungen steht, die beiden Seiten Gewinn bringen.

Die USA laufen sehenden Auges in ihren wirtschaftlichen Abgrund und lassen sich von selbstmörderischen herrschsüchtigen Ignoranten regieren, die mit ihrer militärischen hochgezüchteten Technik glauben, die Welt müsse sich ihrer Stärke unterwerfen. Noch findet sie willige Helfer, die aber die negativen Auswirkungen dieser Politik in nicht allzu ferner Zukunft zu spüren bekommen werden - dazu reicht ein Blick in die Geschichtsbücher um zu sehen, wann der Punkt erreicht wurde, bei welchen Merkmalen und Bedingungen Imperien und Reiche zusammengebrochen sind.

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Quelle: http://www.indiadaily.com/editorial/21360.asp

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