"Die Akte Arctic Sea": Serdjukow und Presse lügen uns die Hucke voll

Politik, Diplomatie

Der russische Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow nennt nun als Grund für die ganzen Aktivitäten des russischen Militäreinsatzes "Piraten".

Das musste genau so kommen: Die Piratenfarce wird weiter bemüht, um stärkere militärische Aktivitäten und Überwachungsmassnahmen durchzuführen. Es scheint, als ob ein Zentralkommando die Informationen für die Öffentlichkeit diktiert.

Wenn überhaupt jemand ausser der Mannschaft an Bord der "Arctic Sea" gewesen sein sollte, dann der russische Geheimdienst. Die NATO und die EU sitzen mit in diesem Hoax-Boot und belügen die Öffentlichkeit. Die Zusammenarbeit mit den Russen wird gerühmt. Gestern hiess es noch:

"Russlands Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow überbrachte Kremlchef Dmitri Medwedew am Montag die gute Botschaft, die Männer seien vor dem afrikanischen Inselstaat Kap Verde befreit worden und gesund. Doch das Rätsel um eine angebliche Kaperung des 98 Meter langen Schiffs, das zuletzt von Russland und der NATO gemeinsam gesucht wurde, ist noch nicht gelüftet. Viele Fragen sind offen: Ob der angeblich mit Holz im Millionenwert beladene Frachter möglicherweise auch Waffen an Bord hatte? Ob Lösegeld bezahlt wurde? Warum seit Ende Juli jeder Funkkontakt zur «Arctic Sea» fehlte?"

Einige Zeitungen haben offenbar auf Anweisung eines Zentralkommandos ihre Artikel zensiert. Bei einigen wurden unter der gleichen URL Überschriften und Inhalte ausgetauscht, wie schon von Radio-Utopie festgestellt worden ist. Radio-Utopie hat die verlorengegangenen Texte dieser Meldungen kopiert und screenshots angefertigt.

Die Partei Die Guten teilte uns folgendes mit:

Auf telefonische Anfrage des Bundesvorsitzenden der Partei Die Guten, Herrn Martin Michel, bei der APA um 13.15 Uhr, was der Grund für den Austausch des Inhaltes ihres Artikels unter der URL http://www.apa.at/cms/site/news_item.html?channel=CH0072&doc=CMS1250578308699 sei, wurde er vom diensthabenden Mitarbeiter zum Ressourt Aussenpolitik vermittelt. Von dort wurde er an das Ressourt Chronik weitergeleitet. Auf die erneute Frage, weshalb diese Art von Informationen gelöscht und durch andere ersetzt werden, ob es dazu Anweisungen gab, wurde ihm geantwortet:

"Das ist ja lächerlich, Geschichten ändern sich. Das ist wie bei einem Flugzeugabsturz, erst werden 70 Tote und dann 100 gemeldet.

Was wollen sie überhaupt von mir, ich bin in der Redaktion, nicht bei der Technik."

Die vorhergehenden Nachrichten passten dann wohl doch nicht so richtig in das neue Bild, dass uns kurz darauf vermittelt werden sollte.

Die EU-Kommission findet das Ganze auch noch amüsant und sieht "Stoff für einen Hollywood-Film". (2) Solche Aussagen sind unterstes Niveau.

Vor allem aber können weitere Massnahmen zur Kontrolle der Meere ergriffen werden:

"Die Aufgabe der EU-Kommission sei es, Vorschläge für vorbeugende Maßnahmen zu machen, mit denen Verbrechen auf See verhindert werden könnten. Die Strafverfolgung ist vor allem eine Zuständigkeit der Mitgliedstaaten."

Alles läuft darauf hinaus, noch mehr Militär zusammenzuziehen.

Radio Utopie bietet Russland, der NATO und der Presse an, ihnen bei einer neuer Suche nach irgendwelchen - schwups! - verlorengegangenen Schiffen das Wort "Satellit" zu erklären und dass man mit U-Booten unter Wasser fährt und dort nicht wirklich gut nach denen gucken kann.

(...)

Artikel zum Thema:
18.08.2008 NATO-Botschafter Rogozin: gezielte Falschinformationen zur “Arctic Sea”
18.08.2009 “Die Akte Arctic Sea”: Vernebelung für weltweite Flotten- und U-Boot-Aktivitäten Russlands
15.08.2009 “Arctic Sea”: Versteckspiel mit der Welt – grandiose Vertuschungsaktion
13.08.2009 “Arctic sea”: Spannung steigt
11.08.2009 Seemanöver, Militärstützpunkte und ein verschollenes Schiff

Quellen:
(1) http://www.focus.de/panorama/vermischtes/arctic-sea-verschollener-frachter-von-piraten-entfuehrt_aid_427369.html
(2) http://www.zeit.de/newsticker/2009/8/18/iptc-bdt-20090818-319-22129590xml

letzte Änderung: 17.25 Uhr