Was da heute wirklich passiert ist
Die Frankfurter EZB hat, zu unser aller Wohl, Geld erfunden und den Staaten Italien und Spanien geschenkt. Das beweist, daß wir so etwas wie den EFSF oder den ESM überhaupt nicht brauchen.
Die „Europäische Zentralbank“ EZB hat heute, wie man immer mal wieder hörte, in der Tat ein Tabu gebrochen. Sie hat nämlich, im Gegensatz zu der gesamten Zeit, während nacheinander Länder in ihrer Währungszone, Griechenland, Irland und dann Portugal, unter ihrer Finanzmonarchie absoffen, den Banken zum Fraß vorgeworfen wurden und dann faktisch als Protektorate des „Internationalen Währungsfonds“ und der „Europäischen Union“ Zwangsmaßnahmen und Entstaatlichungsprogramme (oder wie Griechenland gleich die Entdemokratisierung) diktiert bekamen, mal irgendetwas unternommen. Vorher hat sie nur Dreck erzählt und die Sache laufen lassen. Und wir durften dann blechen, mit Steuergeldern. Weil es ja angeblich nicht anders ging.
Das war gelogen. Wie überhaupt alles gelogen war, was sie uns erzählt haben, diese Verbrecher.
Der Ankauf von Staatsanleihen durch die Zentralbank ist nichts anderes als Gelddrucken. Verzeihung, erfinden. Nein: „schöpfen“. Und das geht so:
Irgendein Onkel vom Staat A sitzt an irgendeinem Bildschirm und tippt ein: „Schuldschein, Staat A. Gilt 10 Jahre“. Dann lässt der Staatsonkel das ausdrucken und geht mit dem Wisch zur EZB. Oder schickt ´ne email. Sagt ein Onkel von der EZB: „Kauf ich und geb Dir 2 Milliarden Euro“. Dann klickt er einmal mit der Maus. Und zack – 2 Milliarden Euro sind da, aus dem Nichts. Dann fehlt noch die Überweisung. Das war´s.
Nun werden sie sicherlich sagen, „Heeeey, Moment mal. So geht das aber nicht. Ich will auch 2 Milliarden Euro. Oder Deutschland zumindest. Naja. Lieber ich, höhö. Ich bin Deutschland.“
Tja. Kein Problem. So läuft das schließlich den ganzen Tag, seit es Zentralbanken gibt. Nur mit einem klitzekleinen Unterschied: der Onkel von Staat A ist ein Onkel von Bank A. Also vergessen Sie das mal wieder. Sie müssen Ihr Leben lang Geld verdienen und dafür mit der einzigen, realen Währung bezahlen, die tatsächlich existiert: mit ihrem (Arbeits-)Leben.
Daß die Kurse heute eingebrochen sind, lag keineswegs am Ankauf der EZB von italienischen und spanischen Schuldtiteln alias „Anleihen“ oder „Bonds“ in Höhe von mehreren Milliarden Euro. Der Kurseinbruch erfolgte, nachdem sich die Märkte erstaunlich ruhig zeigten. In diesem Augenblick drohte plötzlich auch die Ratingagentur Moody´s mit einer Herabstufung der USA (1), nachdem der Downgrade „Standard & Poor´s“ (S&P) vom Samstag Morgen offensichtlich seine Wirkung verloren hatte.
Gut, vielleicht lag es auch daran, daß die vom Staat der Vereinigten Staaten von Amerika und den Steuergeldern seiner Bürgern „gerettete“ Immobilien-Geschäftsbank Fannie Mae nochmal 5.1 Milliarden Dollar mehr davon braucht (2). Und mag sein, daß die heute am Vormittag durch S&P erfolgte Abwertung von Fannie Mae beim Wassersaufen an der Wall Street eine Rolle spielte (3). Wissen Sie, wieviel Steuergeld die Regierung in Washington vom Geld ihrer Bürger dieser Bank seit 2008 bereits in den Rachen geworfen hat? 99 Milliarden Dollar. Jetzt werden es 104 Milliarden Dollar sein. Zusammen mit der ebenfalls „geretteten“ Immobilienbank Freddie Mac sind es rund 170 Milliarden Dollar, die die Amerikaner diesen Banken geschenkt haben.
170.000.000.000. Nur für diese beiden Banken.
Sicherlich werden Sie jetzt sagen: „Öhhh…“ Oder Sie werden sagen: „Öh, ja.“ Oder vielleicht auch: „Ja, nee.“ Eben weil Sie keine Ahnung haben vom Geldsystem und wie wir alle jeden Tag ausgeplündert werden, genau wie die Amerikaner. Stattdessen reden Sie lieber über´s Wetter, oder über Ausländer. Da wissen Sie ja wenigstens Bescheid.
Diese Aktiengesellschaft „European Financial Stability Facility“, abgekürzt EFSF, soll nach dem, was da auf dem Euro-Sondergipfel am 21.Juli „beschlossen“ wurde (und im September tatsächlich beschlossen werden soll und zwar durch den Bundestag) genau das machen, was heute die EZB getan hat: Staatsanleihen kaufen.
Verstehen Sie den Unterschied? Der EFSF würde es mit ihren Moneten tun, mit ihrem Geld, während in der EZB nur ein Onkel mit der Maus klicken muss. Das ist der Unterschied und daß Sie, lieber Staatsbürger, das alles begreifen könnten, genau davor hatte heute jeder dieser Betrüger in der Staatspresse, in der gekauften Informatsindustrie, in den Banken und in den Ministerien und Regierungszentralen Europas mehr Angst als vor allem anderen.
Eine Kolonne von Schwatzdrohnen trat da nacheinander vor die Kamera und betonte, was das doch alles für eine Gefahr sei, was die EZB da gemacht habe. Gelogen wurde, wie man es gelernt hatte. Das müsse doch letztlich alles „vom guten Geld der Steuerzahler“ aufgebracht werden. Eben nicht und das wussten diese Schurken ganz genau. Aber Angst haben sie, daß ihnen die Schienbeine klappern. Das sah man heute. So ist es eben, wenn ein System zusammenbricht und die aufgescheuchten Hühner durcheinander gackern und händeringend nach irgendjemandem suchen, der ihnen jetzt die Eier abnimmt.
Es gibt durch den Ankauf der Anleihen durch die EZB keine „Inflationsgefahr“. Diese Geschichte ist Müll. Die Staaten der Euro-Zone sind so verschuldet, daß kein einziger Cent, den man ihnen in die Hände drückt, auf absehbare Zeit jemals in den Wirtschaftskreislauf gelangt. Es geht sowieso alles für die Zinsen an die Banken drauf. Theoretisch könnte die EZB eben jene 3.5 Billionen Euro erfinden, die wir nach Meinung irgendwelcher Profilügner aus den Universitäten Londons für den EFSF berappen sollen (4), es würde immer noch keine „Inflationsgefahr“ bestehen. Im Gegenteil: ein „Konjunkturprogramm“, daß ja angeblich auch nützlich sein kann, Konjunktur und so, Sie verstehen das, besteht aus nichts anderem als dem Pumpen von Geld in den Wirtschaftskreislauf.
In den Wirtschaftskreislauf. Damit es dort ausgegeben wird. Das heisst: es in den Wirtschaftskreislauf ausgeben. Sie verstehen das.
Es in die Banken zu pumpen, ist religiös. Sonst nichts. Es ist ein Akt der Kirche Kapital, in dem geschrieben steht, „Es gibt ein Unten, es gibt ein Oben und es gibt ein paar Trottel in der Mitte die nach oben gucken, weil sie den Schild halten müssen und sich was in die Ohren gestopft haben, damit sie nicht merken, auf wem sie stehen.“
Nun viel Spaß. Sie werden sicherlich fragen, ob das denn alles tatsächlich so einfach sei. Wahrscheinlich fragen Sie einen guten Freund. Der wird ihnen sicherlich sagen „Öhhh…“ Oder er wird Ihnen sagen: „Öh, ja.“ Oder vielleicht auch: „Ja, nee.“
Und wenn Sie dann endlich, nachdem jeder vor ihnen weggerannt ist und am schnellsten die Hühner aus den Bundestagsparteien, jemanden getroffen haben, der ihnen eine Antwort geben könnte – achten Sie mal, wann er schlucken muss. Oder dafür unauffällig zum Wasserglas greift.
Schönen Abend noch. In Ihrer wirklichen Welt.
(…)
Weiterer Artikel:
07.08.2011 Strategischer Feldzug des Weltkapitalismus gegen die Demokratien: Chronologie und Hintergründe
Die europäische Demokratie Italien, in der die Justiz gegen die Ratingagentur S&P vorgeht und den designierten EZB-Präsidenten Mario Draghi, sowie Finanzminister Giulio Tremonti verhören lässt, wird in Geiselhaft der Finanzextremisten genommen und mit der finanziellen Erschießung bedroht. Ebenfalls Ziel der Erpressung: die Deutschen und ihr Parlament, was seiner eigenen Entmachtung, dem finanziellen Ausbluten der Berliner Republik zugunsten der Finanzgläubiger und einer Zentralregierung durch Organe der “Europäischen Union” zustimmen soll. China übernimmt als Finanzgläubiger und Staatskapitalist Nr.1 die Initiative und fordert soziale Kürzungen in seinem Schuldner USA, sowie eine Änderung des us-amerikanischen “politischen Systems”. In Washington übernimmt, auf Betreiben der zwei Staatsparteien, ein paritätisch zusammen gesetztes zwölfköpfiges “Super-Komitee” die Macht, faktisch eine Art Finanz- und Politbüro.
Chronologie und Hintergründe der Ereignisse im letzten Monat. Und ein Ausblick.
Quellen:
(1) http://kurier.at/wirtschaft/4067726.php
(2) http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:milliardengrab-fannie-mae-braucht-noch-mehr-geld/60088087.html
(3) http://www.foxnews.com/politics/2011/08/08/sp-downgrades-fannie-freddie-credit-ratings/
(4) http://der-klare-blick.com/2011/08/euro-rettung-kostet-de-3-billionen/