Bomben auf Libyen, Sand in unsere Augen

Manchmal frage ich mich, was eine „Kultur“ wert ist, die nicht imstande ist, die Menschen mit so viel geistiger Widerstandskraft auszustatten, dass sie mitbekommen, wenn sie dermaĂźen frech angelogen werden, wie es derzeit von den Medien betrieben wird. Dass es dabei gegen die Interessen der weitaus ĂĽberwiegenden Mehrheit geht, braucht nicht eigens erwähnt zu werden.

Wie das Leben in den Ländern ist, die „der Westen“ mit seinen Mordkampagnen ĂĽberzieht, können wir uns wahrscheinlich gar nicht vorstellen. Entsprechende Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg werden dadurch relativiert, dass man sich – zumindest in Deutschland/Ă–sterreich – „diese Suppe selbst eingebrockt hat.“ Nur deswegen zum Handkuss zu kommen, weil die Zentralen des „Westens“ – Washington, London, Paris, BrĂĽssel usw. – befinden, dass eine Raub- und Mordaktion durchgefĂĽhrt werden muss, um Rohstoffquellen zu erobern, strategische StĂĽtzpunkte zu errichten, Staatskassen zu plĂĽndern (wie in Libyen) und dafĂĽr zu sorgen, dass die parasitären Strukturen der alten und neuen Kolonialmächte weiterhin funktionieren, können und werden die Menschen in den Ländern der Dritten Welt nicht widerspruchslos bzw. widerstandslos akzeptieren. Ihr Widerstand dagegen ist voll und ganz berechtigt!

Zum Beispiel Widerstand gegen die gigantische Abzocke beim Telefonieren, an deren Abstellung Muammar Gaddafi federfĂĽhrend beteiligt war, wie Jean-Paul Pogala schreibt > Die LĂĽgen hinter dem Krieg des Westens gegen Libyen.

Oder gegen den hochgelobten „Internationalen“ Strafgerichtshof ICC, der die „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ verfolgt, soweit sie von Afrikanern in Afrika begangen werden. Als Beweise reichen Berichte in den Medien des „freien Westens“. Dass dieser Moralzirkus eine besonders hinterhältige Rolle spielt, zeigt Brendan O´Neill auf > Kein Krieg ist so schlimm, als dass er nicht durch die Intervention des ICC noch verschlimmert werden könnte.

Was es mit der gerichtlichen Abhandlung von „Lockerbie“ auf sich hat, findet man gelegentlich „zwischen den Zeilen“. Unkomplizierter finden Sie´s hier > John Pilger – Lockerbie: Megrahi wurde in die Pfanne gehauen.

Kriegsverbrechen, Kriegsverbrecher – Walter Rockler, amerikanischer Ankläger beim NĂĽrnberger Prozess gegen die Nazi-Kriegsverbrecher, weiĂź wovon er spricht > Das Kriegsverbrechergesetz gilt auch fĂĽr die Vereinigten Staaten von Amerika. Da sie halt doch nur ihre, wenn auch vielleicht nur vermeintliche Pflicht erfĂĽllt haben, lässt die sogenannte Rechtssprechung Kriegsverbrecher am liebsten laufen – ein paar uralte Nazis werden gelegentlich den Medien vorgefĂĽhrt, dass eine Ruhe ist. FĂĽr Fälle wie den von Gwynne Dyer beschriebenen ist natĂĽrlich kein Gericht zuständig > Die Leiden des jungen Kriegsverbrechers.

Indien gegen China, dann alle gemeinsam gegen Russland, oder so ähnlich, da wird das greise Nobelkomitee hellhörig werden. Ach so, der Obama hat schon einen Friedensnobelpreis? Paul Craig Roberts wird dann wohl keinen kriegen > Wird Washington Krieg zwischen China und Indien schüren?

„Unsere“ westlichen FĂĽhrer und deren militärische Befehlsempfänger „schĂĽtzen die Zivilbevölkerung“ vor Diktatoren, die nicht nach ihrer Pfeife tanzen. Wie sich das mit der systematischen Vergiftung von Ländern mit Uranstaub vereinbaren lässt, darĂĽber wird man sich in diesen Kreisen nicht auch noch den Kopf zerbrechen können. Wenn Sie etwa 1 1/2 Stunden Zeit haben, könnten Sie den Film „Todesstaub“ im Internet ansehen > Deadly Dust – Todesstaub > http://www.youtube.com/watch?v=GTRaf23TCUI. Hoffentlich wird Ihnen dabei nicht schlecht – Wunder wär´s keines …

Allgemein beschworene Endzeitstimmung hin oder her – da werden wir durch mĂĽssen. Am besten ohne Scheuklappen und rosa Brillen und ohne FĂĽhrer, die uns immer unverschämter belĂĽgen.

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Klaus Madersbacher, antikrieg.com

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