Kontenspionage: Abkommen zwischen EU und USA
Unkontrollierbarer US-Zugriff auf Bankdaten der BĂŒrger – verraten und verkauft durch skrupellose EU-Kommissare

Sie haben einen Haufen Geld oder Schulden bei Ihrer Bank oder einen Kredit aufgenommen, Geld in Fonds angelegt. Sie haben Ăberweisungen im In- oder Ausland an Behörden, Firmen oder Privatleute getĂ€tigt. Sie bekommen Ihr Gehalt auf Ihr Konto. Sie haben eine Summe geerbt. Sie sind reich oder ein armer Schlucker. (Foto: Friedrich.Kromberg/Potograpo: W.J.Pilsak/Wikipedia)
Vor allen haben Sie einen Namen, eine Adresse, Kontonummern und eine Personalausweissnummer. Sie sind ein glĂ€serner Mensch. Wenn Sie sich damit abgefunden haben, dass Ihr Staat sowieso Ihre Daten sammelt und diese ihm bekannt sind, ohne sich darĂŒber aufzuregen, ist das Ihre persönliche Angelegenheit.
Aufhorchen sollten Sie spĂ€testens dann, wenn Sie zur Kenntnis nehmen mĂŒssen, dass jeder x-beliebige Staat diese Daten theoretisch – aber gesetzlich abgesichert – ohne Ihr Wissen erhalten kann, sagen wir zum Beispiel Russland, Israel, China oder Saudi-Arabien. Von Datenschutz ist keine Rede mehr, denn Sie sind ein EU-BĂŒrger.
Im Namen des 11. September 2001 und dem „War of Terror“ haben US-amerikanische Behörden ohne Rechtsgrundlage Zugriff auf Datenströme von internationalen ĂberweisungsauftrĂ€gen ĂŒber die Server in den USA der Dienstleisterfirma Swift (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) genommen. Das wurde im Jahr 2006 öffentlich bekannt gemacht. (1) Das 25-köpfige SWIFT-Direktorium sowie ein Kontrollgremium, dem auch ein Mitglied der Deutschen Bundesbank angehörte, waren von den VorgĂ€ngen informiert.
Anstatt dieses Vorgehen zu unterbinden, wurden Regierung und Ermittlungsdiensten der USA von der EuropĂ€ischen Union versprochen, dass Ganze per Gesetz zu legalisieren und unbegrenzten Zugriff auf Daten europĂ€ischer Bankkunden einrĂ€umen, wenn man dafĂŒr im Austausch Daten aus den USA bekommt. Zuerst fĂŒr Transaktionen ins Ausland und jetzt ist auch von inlĂ€ndischen die Rede. Den US-Ermittlern wird zudem ausdrĂŒcklich das Recht eingerĂ€umt, ihre Daten auch an Drittstaaten weiterzugeben, hiess es.
Financial Times Deutschland veröffentlichte jetzt einen Bericht ĂŒber das Vorhaben der EU-Justiz- und Innenminister, am 30. November 2009 dieses Abkommen schnell noch rechtzeitig unterzeichnen zu wollen, bevor ab dem 1. Dezember das EU-Parlament ein Mitspracherecht bekommt. (2)
„Es ist ein Affront, dass das Abkommen noch schnell ohne parlamentarische Kontrolle durchgepeitscht werden soll – nur einen Tag bevor der Lissabon-Vertrag in Kraft tritt.“
sagte der Europaabgeordnete Jan Philipp Albrecht.
„Keiner kann kontrollieren, was dann mit den Bankdaten von EU-BĂŒrgern zum Beispiel in Russland passiert.“
stellte die Europaabgeordnete Birgit Sippel fest.
Das Abkommen soll bis zum Januar 2011 gelten und danach darf sich das EU-Parlament am Aushandeln neuer FormalitĂ€ten beteiligen. Wenn jetzt das Abkommen zu Stande kommt, nimmt es naturgemĂ€ss Gewohnheitswert an und wird in einem Jahr kaum einer gravierenden AbĂ€nderung unterliegen. Gesetze zur Kontrolle der BĂŒrger werden stĂ€ndig neu geschaffen, zurĂŒckgenommen in den seltensten FĂ€llen.
Die hastende Eile, mit der dieser Vertrag abgeschlossen werden soll, ohne das Risiko einer Milderung einzugehen, zeigt das wahre Gesicht der HintergrĂŒnde der Macher: Demokratiezerstörung und totale Kontrolle.
Artikel zum Thema
27.07.2009 Kontenspionage: Die EU Junta entlarvt sich
02.08.2008 Der Private SchnĂŒffelstaat im Weltstaate
14.07.2007 NY Times:weltweite Kontenspionage durch das Pentagon
26.06.2006 Erdbeben in Babel Kapitel III
Quellen:
(1) http://www.radio-utopie.de/2007/01/14/ny-timesweltweite-kontenspionage-durch-das-pentagon/
(2) http://www.ftd.de/politik/europa/:abkommen-mit-usa-eu-will-bankdaten-preisgeben/50036295.html
