Das friedliche Zusammenleben der Völker und Heimat aller Religionen, das ist die Berliner Republik, nicht Israel

Seit Jahren emigrieren Israelis in die Stadt, die der Berliner Republik ihren Namen gibt. Dafür gibt es einen Grund. Dieser Staat und seine Regierung sind es nicht. Als sich ihr Kollege Yair Lapid, seines Zeichens glorreicher Finanzminister, im Oktober 2013 lauthals über die Flucht gerade junger und kreativer Israelis nach Berlin beschwerte, entblödete sich der Botschafter der Merkel-Steinmeier-Regierung nicht, sich zu entschuldigen und zu behaupten, diese quasi-Abtrünnigen würden ja Deutschland bald wieder verlassen.

Was gerade viele Israelis hier suchen und finden und sie dauerhaft bleiben lässt, ist nicht dieser Staat, seine Funktionäre und Parteien. Es ist die vier Jahre nach dem Faschismus in Kraft getretene Verfassung und seine Werte, die wiederum diese Regierung und alle etablierten Parteien seit Jahren zersetzen, ignorieren, gezielt brechen und mit allen Mitteln versuchen endlich loszuwerden, weil sie es sich zur Aufgabe gemacht haben sogar die Existenz des eigenen Staates in Frage zu stellen, mitsamt so ziemlich jedes anderen in Mitteleuropa, wenn auch nicht in Vorderasien.

Israelischer Botschafter: Unser Militär verdient den Nobelpreis, weil es nicht mehr Einwohner von Gaza umbringt

„Israelische Soldaten sterben, damit unschuldige Palästinenser leben können,” behauptete Dermer, indem er Israels Attacken gegen dicht bevölkerte Wohnbezirke in Gaza mit den tödlichsten britischen Flächenbomardements deutscher Städte im Zweiten Weltkrieg verglich, was für ihn anscheinend der Maßstab ist, an dem alle Kriege gemessen werden sollten.

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Reuven Moskovitz: Pfingstbrief 8. Juni 2014

Ich kann die deutschen Wissenschaftler, Philosophen, Erzieher und hochkarätigen Theologen nicht verstehen, die sich wie die drei bekannten Affen benehmen: Nicht hören, nicht reden, nichts sagen, wenn es um Israels offensichtliche gefährliche Politik geht. Ja, manche der Theologen, einschließlich zweier Pfarrer in Nürnberg, unterstützen diese Politik und verunglimpfen zum Beispiel ehrliche Dokumentationen der Situation im Film „Wir weigern uns Feinde zu sein – Deutsche Jugendliche begegnen Israelis und Palästinensern“ als antisemitisch.

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In ihrem eigenen Saft schmoren

Die Interpretation der Volksbefragung selbst ist natürlich vollkommener Quatsch. Leute, die Bedenken über Israels Politik äußerten, werden als Antisemiten aufgelistet. Deshalb sind alle Bewohner der besetzten Gebiete, die ihre Besatzer nicht lieben, Antisemiten. Muslime im Allgemeinen, die Israel in negativem Licht sehen, sind natürlich Rassisten. Eine ähnliche Volksbefragung über antirussischen Rassismus mag jetzt in der Ukraine dasselbe Ergebnis haben.

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