Der Edelmann und das Pferd

„HALB UND HALB,“ habe der verstorbene MinisterprĂ€sident Levi Eshkol geantwortet, als er gefragt worden sei, ob er Tee oder Kaffee wĂŒnschte. Dieser Scherz sollte seine zögerliche Haltung am Vorabend des Sechs-Tage-Krieges parodieren. (Übrigens: geheime Dokumente, die in dieser Woche veröffentlicht wurden, zeigen Eshkol in einem ganz anderen Licht.)

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Brot und Spiele

ICH WAR ĂŒberrascht, als ich gegen Ende des Jahres 1975 eine Einladung vom MinisterprĂ€sident Yitzhak Rabin erhielt, ich möge ihn in seiner Residenz aufsuchen. Er öffnete mir selbst die TĂŒre, goss mir ein Glas Whisky ein, auch sich selbst, und forderte mich ohne weiteres auf zu reden: „Sag mir, Uri, hast du dich entschlossen, alle Tauben in der Arbeiterpartei zu zerstören?“

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Der Staat des Bla-Bla-Bla

WIRD DEUTSCHLAND ein Gesetz verabschieden, das von jedem TĂŒrken, der die StaatsbĂŒrgerschaft beantragt, verlangt, dass er der „Deutschen Bundesrepublik, dem Nationalstaat der Deutschen“, Treue schwört? Was fĂŒr eine lĂ€cherliche Idee!

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Gandhis Weisheit

WÄHREND ICH zwischen FernsehkanĂ€len surfe, komme ich zufĂ€llig in einem amerikanischen Sender ( Fox – ist kaum zu glauben) zu einem Interview mit dem Enkel von Mahatma Gandhi. „Mein Großvater sagte uns, wir sollen den Feind lieben, selbst dann, wenn wir gegen ihn kĂ€mpfen“ sagte er, „er kĂ€mpfte entschlossen gegen die Briten, aber liebte sie.“ ( Ich zitiere aus dem GedĂ€chtnis.)

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DEUTSCHLANDS ABSCHAFFER: Bundesbanker Sarrazin und die Mythologie der kirchlichen Gene

Kirchen sind keine Ethnien, Staaten sind keine Völker, Politik ist keine Religion. Jahrhunderte nach dem Zeitalter der AufklĂ€rung und ĂŒber ein Jahrtausend nachdem das zerfallende Römische Imperium das Christentum formte und zur Staatsreligion machte, werden im Einflußbereich der kulturellen Nachfolger Roms selbst die simpelsten, logischen Gedanken wieder in Frage gestellt. Die in diesem Kulturraum herrschende Nomenklatura aus Finanzalchemisten und ausfĂŒhrenden Machthabern versucht – den drohenden Machtverlust vor Augen – mit ihren verbliebenen Dienern und Propagandisten im welt-, geld- und geopolitisch entscheidenden Deutschland nicht nur eine geistige Wende rĂŒckwĂ€rts in die Epoche der Mythologie und des verbrĂ€mten Mystizismus. Eine Woche vor dem Treffen der Vize-Finanzminister der G-20-Staaten in Gwangju, zwei Monate vor dem Gipfel der Staatschefs der G-20 in Seoul, mitten in einem Weltfinanzkrieg und kulturellen bzw wirtschaftlichen Umbruch historischen Ausmaßes, ist die Propagandakampagne eines fĂŒhrenden Mitglieds der Zentralbank unter dem Titel „Deutschland schafft sich ab“ kein Zufall: sie soll unter der falschen Flagge vermeintlicher Bedrohungen durch Einwanderer die Glocke lĂ€uten, fĂŒr einen Marsch rĂŒckwĂ€rts in Diktatur, Mittelalter, Feudalismus und in ein neues EuropĂ€isches Imperium.