Opposition in Venezuela lehnt Dialog mit Regierung ab
Angebot aus Mexiko zur Vermittlung zwischen den politischen Lagern. Vertreter der Regierungsgegner: „Keine Zeit mit GesprĂ€chsangeboten schinden“
Die Regierung von Mexiko hat angeboten, einen Dialog zwischen der Regierung und der Opposition in Venezuela zu unterstĂŒtzen. Damit soll eine friedliche Lösung des innenpolitischen Konfliktes in dem sĂŒdamerikanischen Land erreicht werden. Voraussetzung sei, dass beide Konfliktparteien dazu bereit seien, sagte der mexikanische PrĂ€sident AndrĂ©s Manuel LĂłpez Obrador.
Der linksgerichtete Politiker reagierte damit auf einen VorstoĂ von Venezuelas Staatschef NicolĂĄs Maduro vom vergangenen Wochenende. Maduro hatte LĂłpez Obrador und die PrĂ€sidenten von Bolivien, Evo Morales, und Uruguay, TabarĂ© VĂĄzquez, sowie die 14 Mitglieder des karibischen RegionalbĂŒndnisses Caricom darum gebeten, den sogenannten Montevideo-Mechanismus wieder aufzunehmen. Diese Initiative war am 7. Februar von Uruguay ergriffen worden, um GesprĂ€che zwischen den politischen Lagern in Venezuela zu erreichen.
„Wir sind bereit zu helfen“, sagte LĂłpez Obrador im Rahmen seiner tĂ€glichen Pressekonferenz am Montag. Mexiko halte „weiterhin die TĂŒren offen, um eine friedliche Lösung des Konflikts in Venezuela zu ermöglichen“, fĂŒgte er hinzu. Dies sei „Teil unserer auĂenpolitischen Tradition“. Notwendig sei allerdings die Zustimmung aller Konfliktparteien in Venezuela.
WortfĂŒhrer der venezolanischen Opposition lehnten das Angebot umgehend ab. Der ehemalige Gouverneur des Teilstaates Miranda, Henrique Capriles, wendete sich damit allerdings nicht direkt gegen den Vorschlag von LĂłpez Obrador, sondern gegen die UnterstĂŒtzungsbitte von Maduro. „Es scheint als hĂ€tte Maduro die Position Uruguays und der Kontaktgruppe (der EuropĂ€ischen Union und lateinamerikanischer Staaten) nicht gehört“, sagte er mit Blick auf diese eher Maduro-kritischen Akteure. Es gebe fĂŒr die Regierung von PrĂ€sident Maduro keine Möglichkeit mehr, mit GesprĂ€chsangeboten Zeit zu schinden.
Capriles war in der Vergangenheit mehrfach als PrĂ€sidentschaftskandidat gegen die regierende sozialistische Partei PSUV unterlegen. Er betonte seine UnterstĂŒtzung fĂŒr den Parlamentschef und selbsternannten ĂbergangsprĂ€sidenten Juan GuaidĂł: „Ich habe Juan unterstĂŒtzt und ich unterstĂŒtze die Agenda der Nationalversammlung“, sagte er.
Nach einem Treffen der EU-AuĂenminister zu Venezuela am Montag forderte der spanischen AuĂenminister Josep Borrell indes ein stĂ€rkeres Engagement der EU. „Wir hatten nach einem (AuĂenminister-)Treffen in (der ecuadorianischen Hauptstadt) Quito Ende MĂ€rz nicht den Eindruck, dass der EU die Dringlichkeit in Bezug auf Venezuela klar ist“, sagte Borrell nach dem Treffen der 28 EU-AuĂenminister in BrĂŒssel. Spanien, Portugal und Mitglieder der Internationalen Kontaktgruppe (ICG) hĂ€tten darauf gedrĂ€ngt, die Arbeit des Gremiums stĂ€rker zu unterstĂŒtzen.
Die ICG war Ende Januar 2019 gegrĂŒndet wurde, um eine friedliche Lösung fĂŒr die Krise in Venezuela zu finden. Ihr gehören die EU-LĂ€nder Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Schweden und GroĂbritannien an; aus Lateinamerika sind Bolivien, Costa Rica, Ecuador und Uruguay beteiligt. Das EU-dominierte Gremium hat sich 90 Tage Zeit gegeben, um Wege aus der politischen und humanitĂ€ren Krise in Venezuela aufzuzeigen.
Die EU-AuĂenbeauftragte Federica Mogherini erklĂ€rte die 90-Tage-Frist indes fĂŒr nicht bindend. Nach Ablauf dieses Zeitraums solle vielmehr beurteilt werden, ob sich weitere BemĂŒhungen der ICG lohnen. Derweil arbeite man „mit unseren lateinamerikanischen Partnern und auch mit einigen Mitgliedern der Lima-Gruppe zusammen“, sagte Mogherini. Die Lima-Gruppe ist ein Zusammenschluss rechtsgerichteter lateinamerikanischer Staaten.
Brasiliens VizeprĂ€sident Hamilton Mourao sagte am Montag in Washington, weder Brasilien noch die USA verfolgten PlĂ€ne fĂŒr eine militĂ€rische Intervention in Venezuela. „Keines unserer LĂ€nder wird militĂ€risch eingreifen“, sagte Mourao auf einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit US-VizeprĂ€sident Mike Pence. FĂŒr den Chefdiplomaten der ultrarechten Regierung Brasiliens obliege es den venezolanischen StreitkrĂ€ften, eine „am Verhandlungstisch abgestimmte Lösung“ fĂŒr die Ablösung des amtierenden PrĂ€sidenten Maduro vorzubereiten.
Erstveröffentlichung auf Portal amerika21.de am 10.4.2019
