Der Vorstand wird nicht entlastet

Pressemitteilung der COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) vom 12. Mai 2018

CBG reicht GegenantrÀge zur BAYER-Hauptversammlung am 25. Mai ein

Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) hat GegenantrĂ€ge zur BAYER-Hauptversammlung am 25. Mai eingereicht. Sie fordert darin, dem Vorstand wegen der von ihm im GeschĂ€ftsjahr 2017 verantworteten Unternehmenspolitik die Entlastung zu verweigern. Zudem lehnt die Initiative den Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand zur Verwendung des Bilanz-Gewinns ab und plĂ€diert stattdessen dafĂŒr, die ErtrĂ€ge unter anderem zu einem sozialen und ökologischen Umbau des Konzerns zu verwenden. Auch spricht die Coordination sich gegen den von BAYER prĂ€sentierten neuen Aufsichtsrat-Kandidaten aus und nominiert als Alternative dazu das langjĂ€hrige CBG-Vorstandsmitglied Axel Köhler-Schnura.

In einem Gegenantrag wirft die CBG dem Konzern konkret vor, mit der Übernahme von MONSANTO eine markt-beherrschende Stellung im Agrar-Sektor erobern zu wollen. Diese ĂŒbermĂ€chtige Stellung hĂ€tte fĂŒr die LandwirtInnen und VerbraucherInnen höhere Preise und weniger Auswahl zur Folge. Überdies bedroht der Mega-Deal ArbeitsplĂ€tze und kostet die Standort-StĂ€dte Einnahmen, denn BAYER setzt seine ZukĂ€ufe stets von der Steuer ab. Ein weiterer Gegenantrag legt der Hauptversammlung die internationalen Lieferketten des Global Players zur Befassung vor. Die einzelnen Glieder wĂ€hlt das Unternehmen nĂ€mlich einzig nach Rendite-Kriterien aus: Es geht
dorthin, wo geringe Kosten und lasche gesetzliche Vorschriften locken. So bezieht BAYER zum Beispiel Pharma-Stoffe von Firmen in Indien und China, deren Produktionsweise verheerende Folgen fĂŒr Mensch, Tier und Umwelt hat.
Aber der Konzern verstĂ¶ĂŸt auch in seinen eigenen Betrieben gegen die Sorgfaltspflichten, wie die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA bei einer Inspektion des Leverkusener Werkes unlĂ€ngst aufgedeckt hat. Der diesbezĂŒgliche Gegenantrag zitiert das Fazit der PrĂŒfung. „Signifikante VerstĂ¶ĂŸe gegen die gute Herstellungspraxis“ machte die Behörde aus. Signifikante VerstĂ¶ĂŸe gegen wissenschaftliche GrundsĂ€tze hat ein weiterer CBG-Gegenantrag zum Gegenstand, denn BAYER hat in Tateinheit mit SYNGENTA versucht, eine in Auftrag gegebene Studie zum Bienensterben durch Pestizide, die nicht den Erwartungen entsprach, im Nachhinein zu manipulieren.

„Wir hĂ€tten noch viel mehr MissstĂ€nde thematisieren können, aber wir haben unser Reservoir an GegenantrĂ€gen erschöpft. Auf der Hauptversammlung wird BAYER sich jedoch noch einiges mehr anhören mĂŒssen“, so CBG-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Jens Wegener.

Die Kundgebung vor der BAYER-Hauptversammlung am 25. Mai im Bonner World Conference Center, Platz der Vereinten Nationen 2, beginnt um 7h. LandwirtInnen, ImkerInnen, UmweltschĂŒtzerInnen, Pharma-GeschĂ€digte und andere haben ihr Kommen angekĂŒndigt. Viele von ihnen werden auf dem AktionĂ€rInnen-Treffen auch Gegen-Reden halten und so den Vorstand des Unternehmens direkt mit ihrer Kritik konfrontieren.

http://www.cbgnetwork.org/7284.html