Atomenergiebehörde I.A.E.A. kommt Netanjahu entgegen

Die Internationale Atomenergiebehörde I.A.E.A. hat im Laufe des heutigen Nachmittags ein windelweiches Statement veröffentlicht, welches den eigenen Bericht nach Abschluss des internationalen Atomabkommens mit den Iran uminterpretiert.

Das heutige Statement der I.A.E.A. erfolgt nach einer Präsentation des Ministerpräsidenten von Israel, Benjamin Netanjahu, der von seinen üblichen Fans dahingehend verstanden wurde, dass er Beweise für ein iranisches Atomwaffenprogramm habe, obwohl er das nie gesagt hatte.

In ihrem heutigen Statement verweist die I.A.E.A. nun zunächst auf ihren (in unserem vorhergehenden Artikel bereits verlinkten) Abschlussbericht vom Dezember 2015.

Bezeichnenderweise geht die Behörde dabei nicht ein auf das von Netanjahu aufgeführte Projekt Amad. Dabei stellte die Atomenergiebehörde in ihrem eigenen Bericht aus 2015 selbst fest, dass dieses mutmaßliche Projekt im Iran Ende 2003 eingestellt worden sei.

Wohlgemerkt: die I.A.E.A. vermutete seinerzeit die Existenz eines Projekts namens Amad aufgrund nicht näher benannter "Informationen". Woher sie diese hatte, sagte sie nicht.

Die I.A.E.A. weicht nun in ihrem heutigen Statement den eigenen Abschlussbericht von Dezember 2015 auf, versucht sich aus einem offenen Widerspruch zum Premierminister von Israel heraus zu winden und kommt diesem quasi auf halbem Wege entgegen:

"Die allgemeine Einschätzung der Agentur (Anm.: der I.A.E.A.) war, dass ein Spektrum von Aktivitäten relevant zu der Entwicklung einer nuklearen Sprengvorrichtung vor Ende 2003 im Iran in Form einer koordinierten Bemühung unternommen wurde, und manche nach 2003 stattfanden. Die Agentur schätzte außerdem ein, dass diese Aktivitäten nicht über Machtbarkeits- und wissenschaftliche Studien und den Erwerb von gewissen relevanten technischen Kompontenzen und Kapazitäten hinaus gingen. Der gleiche Bericht stellte fest, dass die Agentur keine glaubwürdigen Anzeichen von Aktivitäten relevant zu der Entwicklung eines nuklearen Sprengkörpers im Iran nach 2009 hatte."

Das ist die eindringliche Bitte der I.A.E.A. an die Staatsführungen von Israel, bzw der Vereinigten Staten, Frankreich, Großbritannien, etc, doch diese "glaubwürdigen Anzeichen" nun einfach jetzt vorzulegen. Man könne ja über alles reden.

Was die I.A.E.A. bezeichnenderweise unerwähnt lässt: was sie heute "Machtbarkeits- und wissenschaftliche Studien und den Erwerb von gewissen relevanten technischen Kompontenzen und Kapazitäten" nennt, benannte die Atombehörde im Abschlussbericht von Dezember 2015 noch als

a) "Computer-Modell-Studien", also Simulationen. Als Quelle für diese Informationen benannte sie "Mitgliedsstaaten" der I.A.E.A., also deren Geheimdienste.

b) "Open source information" (!), also öffentlich zugängliche Informationen über im Iran vorgenommene Modell-Studien bezüglich hochexplosiver Stoffe. Diese Modell-Studien hätten, so die Internationale Atomenergiebehörde

"eine Reihe möglicher Anwendungen, einige von ihnen exklusiv für einen nuklearen Sprengkörper."

Angenommen Sie würden eine Atombombe bauen: würden Sie damit in Zusammenhang stehende Studien über konventionelle Sprengstoffe ins Internet stellen?

Fazit

Die I.A.E.A. kommt hier dem Versuch der Regierung von Israel, der Vereinigten Staaten, von Frankreich, Großbritannien, diversen Monarchen Vorderasiens, sowie der hinterher dackelnden Merkel-Scholz-Regierung entgegen, irgendwie doch noch die Möglichkeit eines iranischen Atomwaffenprogramms vermuten (und damit entsprechend der Logik des nunmehr fast siebzehnjährigen weltweiten Terrorkrieges von allen assozierten Parteien, Medien, etc, öffentlich unwidersprochen behaupten) zu können.

Und als deutliche Beweise müssten im Falle des Falles nur "glaubwürdige Anzeichen" her.

(...)

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