Lateinamerika: neuer Preis zum Schutz vor Ermordung von Journalisten

Bevölkerungskontrolle Spionage, Attentate

Der Lateinamerikanische Rat für Sozialwissenschaften hat eine Auszeichnung ins Leben gerufen, um mit dieser Öffentlichkeitswirkung Aktivisten zu schützen

Die extremste Form, Journalisten und Bürgerrechtler zum Schweigen zu bringen, ist deren Ermordung mit dem Ziel der Abschreckung und Einschüchterung auf andere, Mißstände im politischen und wirtschaftlichen Sektor und ihre Verbindungen öffentlich zu benennen.

Aktuell wird in Europa über den Tod der 53-jährigen, regierungskritischen Journalistin Daphne Galizia in Malta berichtet und über die ausgesetzte Belohnung von einer Million Euro zur Ergreifung ihrer Mörder.

Weltweit bezahlen Personen mit ihrem Leben, die sich gegen Gewalt und Korruption wenden. Ohne eine entsprechende Reaktion der Weltöffentlichkeit wird sich dieser Trend verschärfen.

Der Lateinamerikanische Rat für Sozialwissenschaften (Consejo Latinoamericano de Ciencias Sociales (CLACSO) hat eine neue Auszeichnung geschaffen, der nach der 54-jährigen Korrespondentin von La Jornada, Miroslava Breach, benannt ist. Die Journalistin wurde am 23.März 2017 in Chihuahua, Mexiko, getötet. Es ist ein Tribut an diejenigen, die jedes Jahr in Lateinamerika sterben, die ihre Arbeit erledigen und gegen die Mafia, korrupte Regierungen, Drogenhandel und die zwischen ihnen bestehenden Bündnisse kämpfen. Miroslava Breach war eine von Dutzenden von Journalisten, die in Mexiko und Lateinamerika in diesem Jahr ermordet wurden.

Die Auszeichnung wurde von Journal Arguments der Autonomous Metropolitan University, der Fakultät für Kultur und Kommunikation an der Metropolitan University für Bildung und Arbeit zusammen mit den Zeitungen La Jornada, Pagina 12 in Argentinien und Publico in Spanien gestiftet.

Mit dem Preis soll "die Aufmerksamkeit auf die Straflosigkeit im journalistischen Bereich gelenkt werden", wo Morde nur selten untersucht werden und der Staat "ein Komplize bei der Anwendung der brutalen Gewalt ist", hiess es in der Erklärung des Lateinamerikanischen Rates.

In Betracht kommen Journalisten, Kommunikatoren, Forscher und Aktivisten aus ganz Lateinamerika und der Karibik, insbesondere diejenigen, die über Gewalt gegen die Medien, den Drogenhandel in Mexiko sowie über Zensur und andere Angriffe auf die Redefreiheit berichten. Die Bewerber werden aufgefordert, ihre Dokumente bis zum 27. Dezember 2017 einzusenden.

Quellen:
https://www.srf.ch/news/international/belohnung-ausgesetzt-malta-1-million-euro-fuer-aufklaerung-des-journalisten-mords
https://www.telesurtv.net/english/news/New-Award-to-Honor-Murdered-Journalists-in-Latin-America-20171021-0017.html