Wie weit sind wir vom Krieg gegen Russland wegen Syrien entfernt?
O.k. Russen! Schluss mit freundlicher amerikanischer Diplomatie! Nix mehr mit lieber Freund! So donnerte der AuĂenminister der Vereinigten Staaten von Amerika John Kerry letzte Woche.
Genau aufs Stichwort beschimpfte die ĂŒblicherweise ĂŒberreizte Botschafterin der Vereinigten Staaten von Amerika bei der UNO Samantha Power die Russen als âBarbarenâ wegen ihrer Bombenkampagne in Syrien. Sie erwĂ€hnte nicht, dass die Vereinigten Staaten von Amerika in Afghanistan schwere B-52 und B-1 sowie Killerdrohnen einsetzen. Die SchoĂhundmedien der Vereinigten Staaten von Amerika und des Vereinigten Königreichs brachten eiligst schmerzerfĂŒllte Bilder von syrischen Babies, wobei wir kaum je ein Bild von einem verletzten afghanischen Kind gesehen haben.
FriedensnobelpreistrĂ€ger Barack Obama ging in Deckung und ĂŒberlieĂ Washingtons eskalierenden antirussischen Jihad seinen Mitarbeitern, wĂ€hrend er nach Israel zum StaatsbegrĂ€bnis von Shimon Peres flog, der jetzt von den Medien als Israels âMann des Friedensâ hochstilisiert wird. In Wirklichkeit war Perez der Vater von Israels Atomwaffenprogrammen.
Unter PeresÂŽ FederfĂŒhrung offerierte Israel insgeheim Atomsprengköpfe und dann Jericho-Raketen der umstrittenen sĂŒdafrikanischen Apartheid-Regierung. Das war besonders ironisch, da Israel darauf beharrt hat, dass der Iran, der keine Atomwaffen besitzt, diese rund um den Erdball weitergeben wird.
In Washington ignoriert so gut wie jeder die lahme Ente Obama und tut was er will. Neulich sabotierte das Pentagon, das fĂŒr Obama nichts ĂŒbrig hat, wahrscheinlich gemeinsame amerikanisch-russische PlĂ€ne, den blutigen Krieg in Syrien zu beenden, indem es ein Lager der syrischen Armee bombardierte und fast 100 syrische Soldaten tötete. âHoppla, ein Fehler, tut uns leidâ â lieĂ das Pentagon verlauten.
Mehr russische Kampfflugzeuge sind auf dem Weg nach Syrien. UnheilverkĂŒndend warnte Russland gerade die Vereinigten Staaten von Amerika davor, russische militĂ€rische KrĂ€fte anzugreifen. Hillary Clintons UnterstĂŒtzer fordern noch immer eine sogenannte von den Vereinigten Staaten von Amerika verhĂ€ngte âFlugverbotszoneâ in Syrien, was heiĂen soll, dass die US-Luftwaffe Syriens und Russlands Kampfflugzeuge abschieĂt und die Kommandozentralen der syrischen Luftverteidigungssysteme angreift. Das könnte der Auslöser fĂŒr den Dritten Weltkrieg sein.
Zum Teil liegt der Grund fĂŒr diese intensivierte Kriegslust darin, dass syrische RegierungskrĂ€fte mit UnterstĂŒtzung russischer Luftangriffe wichtige, wenn auch blutige Fortschritte bei der Belagerung der von Rebellen gehaltenen Teile Aleppos machen.
Gleichzeitig baut die TĂŒrkei ihre fĂŒnf Jahre alte UnterstĂŒtzung fĂŒr die syrischen Rebellen ab, darunter die mit al-Qaeda verbĂŒndete Nusra Front (jetzt umgetauft zu Jabhat al-Sham). Den Saudis und den Golfemiraten, die einen GroĂteil des Kriegs finanzieren, geht das Geld aus. Alle Seiten in diesem bitteren fĂŒnf Jahre alten Konflikt sind erschöpft und kriegsmĂŒde. Das einst anmutige Syrien liegt in TrĂŒmmern. Die beste Hoffnung fĂŒr die extremen sunnitischen Insurgenten besteht in einer direkten militĂ€rischen Intervention der Vereinigten Staaten von Amerika. Sie warten auf die kriegsgeile Hillary Clinton.
Russlands AuĂenminister Sergej Lavrov sagte diese Woche, dass Washington die Nusra Front als seinen âPlan Bâ fĂŒr Syrien in Schutz nimmt. Er versicherte auch, dass die Vereinigten Staaten von Amerika Nusra in Damaskus im Fall installieren werden, dass PrĂ€sident Assads Regierung fĂ€llt. Die Mehrheit der Syrer und alle Minderheiten wĂ€ren jedoch erbittert dagegen, von fanatischen wahabitischen Islamisten regiert zu werden.
Ich glaube, dass die Vereinigten Staaten von Amerika seit langem ISIS unterstĂŒtzt haben und ihn noch immer als potente Waffe gegen die Regierung Assad betrachten. Warum sonst sollten die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre arabischen und kurdischen FuĂsoldaten so lange brauchen, um gegen ISIS-Positionen in Raqqa und Mosul vorzugehen, die, wie mir bekannt ist, nur eine Taxifahrt weit entfernt sind? ISIS ist ein bunt zusammengewĂŒrfelter Haufen von etwa 20 Amateurrambos, und nicht die Wehrmacht.
Eine wahrscheinliche Antwort besteht darin, dass Washington völlig verwirrt ist, wen es unterstĂŒtzen soll und wie. Die verwirrenden FraktionskĂ€mpfe zwischen Sunnis, Schiiten, Kurden, Arabern, Jesiden, diversen Christen, ISIS-FreischĂ€rlern, angefeuert von den Vereinigten Staaten von Amerika, Israel, der TĂŒrkei, Russland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Libanon, Jordanien, den Erdöl-Arabern sind einfach zuviel fĂŒr Washingtons schlecht gebildete oder oft einfach dumme Politiker.
Ich habe seit langem geglaubt, dass gewisse Elemente in Washington geholfen haben, ISIS als potenziell nĂŒtzliches Werkzeug gegen ungehorsame Regimes im Mittleren Osten, besonders Syrien und Libyen aufzubauen. Israel, das einen Haufen in Washingtons Ohren flĂŒstert, machte dasselbe, indem es das Wachstum von Hezbollah und Hamas als Gegner der PLO förderte. Heute sind diese Israels hĂ€rteste Gegner, und nicht die durch und durch korrupten Regimes, die die arabische Welt beherrschen.
Die Superidee, Syriens anerkannte Regierung zu stĂŒrzen, geht zurĂŒck auf den Vater aller Katastrophen George W. Bush. Dieser hatte geplant, Syrien mit Israel anzugreifen. Bush musste sich zurĂŒckhalten, als keine geeignete syrische Oppositionsgruppe gefunden werden konnte, um diese in die Machtposition zu installieren. Die sunnitische Opposition bestand hauptsĂ€chlich aus der Moslembruderschaft, ein Name, der Washington erschauern lieĂ. Washington wartete also bis 2011, um einen âRegimewechselâ im unfolgsamen Syrien durchzufĂŒhren.
Orginalartikel HOW FAR ARE WE FROM WAR WITH RUSSIA OVER SYRIA? vom 2. Oktober 2016
