Papua-Neuguinea: Urteil des Verfassungsgerichts zum australischen Gefangenenlager
Heute entschied das Hohe Gericht der Parlamentarischen Monarchie Papua-Neuguinea, dass die Betreibung des australischen Aufnahmelagers auf Manus Island fĂŒr Asylsuchende illegal ist.
Australiens Regierung hatte vor ein paar Jahren entschieden, Menschen schon auf dem Meer vor dem Betreten der KĂŒste durch die KĂŒstenwache und durch das MilitĂ€r abzufangen und nach Manus Island und Nauru zu deportieren, deren Regierungen dafĂŒr viel Geld einkassierten. Diese Praxis der Abschreckung wurde unter der neugewĂ€hlten Regierung Australiens weitergefĂŒhrt und bis heute verteidigt.
Mit dieser brutalen Methode hat Australien gegen die eigene Verfassung verstossen. Der Aufenthalt in den Lagern wurde zeitlich nicht begrenzt, es handelte sich somit um eine dauerhafte Internierung, eine Freiheitsberaubung gegen den Willen der Betroffenen, die sich nicht juristisch verteidigen konnten. Mehr als tausend Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, leiden – zum Teil seit mehreren Jahren – unter ihrem ungewissen Schicksal und sind der WillkĂŒr der SicherheitskrĂ€fte schutzlos ausgesetzt.
Nicht zuletzt der australischen Opposition und den Menschenrechtlern im eigenen Land und der Weltöffentlichkeit, die durch zahllose Berichte ĂŒber die ZustĂ€nde in dem Lager internationalen Druck aufbauten ist es zu verdanken, dass der Hohe Gerichtshof von Papua-Neuguinea heute einhellig das Urteil fĂ€llte, dass das Internierungslager durch beide Regierungen aufzulösen ist, da dessen Existenz auch nach dem eigenen Gesetz gegen die Verfassung verstösst und die Gefangenen daraus zu entlassen sind.
Artikel zum Thema
27.09.2014 Australien verkauft FlĂŒchtlinge an Kambodscha wie SondermĂŒll fĂŒr 35 Millionen U.S.-Dollar
Menschen werden als Abfall gehandelt â eine humanitĂ€re Katastrophe einer reichen Industrienation, die völkerrechtliche Normen zum Asylrecht schamlos aushebelt.
Quelle: https://de.scribd.com/doc/310460829/Manus-Island-decision
