Norwegischer Militärstützpunkt im Internet „verscherbelt“ – Käufer vermietet an Russen

OlavsvernPech für die Kriegstreiber des Imperialistischen Komplexes: arktischer Marine-Stützpunkt im hohen Norden Europas nahe der russischen Grenze gerade noch zur rechten Zeit für 4,4 Millionen Euro verkauft.

Mit dem folgenden Beitrag möchten wir an einem europäischen Beispiel zeigen, wie sehr die Zivilbevölkerung mit ihrem Desinteresse an aussenpolitischen Themen versagt hat und die Regierungen mit ihren militärischen Ambitionen ohne Widerstand zu leisten gewähren lässt.

Noch vor wenigen Jahren sah die Lage für die europäischen Länder entspannter aus. Doch der Imperialistische Komplex sorgte dafür, dass sich das änderte und zwar in einem rasanten Tempo.

Inzwischen kann man davon ausgehen, dass der heutige Zustand mit einer kollektiven Lähmung gleichzusetzen ist. Die Menschen wurden durch die bis ins Unerträgliche aufgebauten Spannungsfälle in ihrem Denken überfordert und regelrecht paralysiert. Dazu gehören auch die täglichen echten und falschen, propagandistischen Enthüllungen und Skandale auf allen Ebenen. Es erfordert eine Unmenge an Kapazitäten, diesen nachzugehen, Untersuchungen und rechtliche Schritte einzuleiten, die bis zur letzten Konsequenz bearbeitet und kontrolliert werden müssen. So aber wie es heute abläuft, werden die Verfehlungen registriert, keiner zur Verantwortung gezogen und sofort wieder verdrängt, weil die nächsten Hiobsbotschaften in die Schlagzeilen kommen.

Nun zu unserem Beispiel, wie sehr sich die Welt in nur vier Jahren verändert hat. Im Jahr 2011 wurde der ehemals geheime und später von der N.A.T.O. bis 2009 genutzte einzige arktische Militärstützpunkt Olavsvern bei Tromsø in 2011 verkauft, da die norwegische Regierung und die Royal Norwegian Navy eine weitere Nutzung nicht mehr für erforderlich hielten.

An einem Fjord gelegen, handelt es sich um einen Riesenkomplex im Bergmassiv mit Zugang zum Meer. Vier Milliarden Norwegische Kronen hatte der Nordatlantikpakt für Konstruktionen investiert, nachdem in 2002 Norwegen den Status als Marinebasis aufgegeben hatte.

Das letzte grosse N.A.T.O.-Manöver EODEX 09 fand im Februar 2009 unter Beteiligung des Gastgeberlandes Norwegen, Schweden, Dänemark, Litauen, Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Belgien, Estland und der Türkei statt. Polen und Lettland nahmen als Beobachter teil. Anschliessend teilte die N.A.T.O. der norwegischen Regierung mit, dass diese die Basis stilllegen könnte, wenn keiner von ihnen mehr einen Bedarf an der Basis hätte.

Nachdem sich keine Käufer nach der ersten Anzeige "zusammen mit Fotografien von allen Ecken und Enden" der Streitkräfte auf der norwegischen Version von eBay fanden - das Verkaufsangebot der norwegischen Regierung von Jens Stoltenberg stand bei 105 Millionen Norwegischen Kronen (17.5 Million U.S.-Dollar) - erwarb später der Unternehmer Gunnar Wilhelmsen für ein Drittel des Preises (38 Millionen Kronen) die Anlage, um dort die Räumlichkeiten für die Wartung der Technik von Öl-Plattformen zu nutzen.

Gunnar Wilhelmsen vermietete den Komplex an Gasprom und an ein russisches seismologisches Forschungsinstitut zum Überwintern der russischen Forschungsschiffe. Bis heute hat sich niemand darüber aufgeregt. Ein ganz normales Geschäft - bis jetzt.

Nun kommen die vorgeschickten Militärs der Kriegslobby aus ihren Löchern gekrochen und bezeichnen es als "historischen Fehler".

"Wir verkauften die einzige Basis, die diesen Namen verdiente, die wir dort oben hatten. Es ist Wahnsinn", so der ehemalige Vizeadmiral Einar Skorgen und Ex-Kommandeur der Nordstreitkräfte Norwegens. "Ganz offensichtlich sollte unsere Marine stationiert werden, einschliesslich unserer U-Boote. Wenn die Schiffe nicht da sind, wo sie benötigt werden, könnten wir sie aber auch gleich ganz vergessen", so Skorgen, der eine ständige Präsenz in der Barentssee wegen dem Nachbarland - Russland - forderte.

Auch der ehemalige Vizechef der Streitkräfte, der pensionierte Vizeadmiral Jan Reksten, meldete sich und bezeichnete den Verkauf von Olavsvern als "einen Doppelreinfall", bei dem "Norwegens Streitkräfte eine wichtige Basis verloren haben und jetzt gibt es russische angedockte Schiffe dort". Jan Reksten warnte vor Spionagetechnik an Bord dieser Schiffe.

Dass Handels- und Forschungsschiffe für das Ausspähen genutzt werden ist eine Jahrtausende alte internationale Gepflogenheit, ein traditioneller alter Hut. In den vergangenen Jahren hat sich keiner daran gestört. Reksten kann sich sicher nicht erinnern, dass Norwegen im Ausspähen modernste Technik einsetzt: Erste Fotos der mobilen Spionage-Station der N.A.T.O. für Arktis im Netz.

Es ist zu vermuten, dass Jens Stoltenberg als N.A.T.O.-Generalsekretär heute das Geschäft bereut.

Die Regierung von Norwegen reagierte auf das Geschwätz der ewigen Gestrigen auf eine vernünftige Art, die wie eingangs erwähnt, nicht mehr selbstverständlich in Europa ist:

"Es gibt keine Pläne zur Wiederherstellung der militärischen Einrichtungen in Olavsvern. Der Eigentümer des Grundstücks kann es verwenden, wie er es für richtig hält. Die Streitkräfte haben keine Autorität, Beschränkungen aufzuerlegen und kein Mandat zur Überwachung von Zivilschiffen, die dort andocken. Jeder Verdacht auf eine unregelmässige Aktivität ist eine Frage für die Polizei- und Justizbehörden", sagte Audun Halvorsen, politischer Berater des Verteidigungsministers zu dem Geschrei der alten Militärs und ihren Befürwortern, die dieses Thema in Blogs unterstützten.

Denken wir nur an das ständige Theater aus Schweden auf der Suche nach mutmasslichen russischen U-Booten, die durch die Ostsee schleichen. Das ist auch so ein Beitrag der Scharfmacher zur Verwirrung und Erzeugen von Spannungen. Im Militärbereich streichen alle wie Katz und Maus umeinander herum. Idioten.

Heute erweisst sich die Schliessung des Militärstützpunkts Olavsvern als wahrer Glücksfall und es ist bedenklich wie sehr sich die Lage verändert hat, um das so einschätzen zu müssen. Sorgen wir alle dafür, dass in den europäischen Staaten wieder Rationalität einkehrt und Abrüstung oberstes Gebot bleiben muss, vor allem in Hinsicht auf das Vorhaben der Europäischen Union zur Bildung einer Europäischen Armee und der N.A.T.O.-Osterweiterung für weitere weltweite Kriegsgelüste. Nicht Russland ist der Feind.

Quelle: https://news.yahoo.com/russian-ships-old-arctic-nato-set-alarms-bells-050008186.html