„Der Ewige Jude“: Israelischer Kolonistenverband veröffentlicht Propaganda-Video gegen Linke und Bürgerrechtler

Der von der israelischen Regierung über die Kolonialverwaltung des besetzten Palästinas finanzierte "Siedlerrat von Samaria" hat ein Video unter dem Namen "Der Ewige Jude" veröffentlicht. Im Video werden Symbole linker und / oder pazifistischer israelischer Gruppen und Organisationen verwendet und neben dem Bild eines Juden gezeigt, der sich auf Geheiß einer Figur namens "Stürmer", der eine Zeitung namens "Die Linke" ("Hasmol") liest, selbst erhängt hat, nachdem er vorher für Euros Medienhetze gegen Israel betrieben hat.

Im Begleittext des auf Youtube veröffentlichten Videos heißt es:

"Dutzende von radikalen linken Organisationen bekommen Millionen von Euros aus Europa"

Frieden Jetzt (Peace Now), deren Symbol zusammen mit dem vom Fonds Neues Israel (New Israel Fund), B'Tselem und Gush Shalom im Video neben dem erhängten Juden aufgeführt wird, hat bereits Strafanzeige bei Generalstaatsanwalt Yehuda Weinstein erstattet, da es das Video als antisemitisch und kriminell einschätzt. Aus dem Brief von Frieden Jetzt-Generaldirektor Yariv Oppenheimer:

"Dieses Video ist nicht nur abscheulich, es ist kriminell. Ich glaube, dieses Video könnte jemanden dazu provozieren gegen linke Aktivisten vorzugehen, vorsätzlich oder spontan. Das aufhetzende Video, was damit ended, dass die Figur des linken Juden an einem Baum neben den Symbolen der Nichtregierungsorganisationen hängt, könnte zu Blutvergießen und einem weiteren politischen Mord führen."

Am 10. Februar gedachte Frieden Jetzt seinem Aktivisten Emil Grunzweig. Er war vor 32 Jahren während einer Demonstration von einem Rechtsextremisten erschossen worden.

Israels faschistischer Wirtschaftsminister Naftali Bennett ("Jüdische Heimat") verteidigte das Video des Kolonistenverbandes, in dem nicht nur mehrere anti-jüdische Klischees bedient werden, sondern auch die Flaggen mehrerer europäischer Länder auftauchen (u.a. die von Deutschland und Großbritannien). Bennett, zitiert in der Onlineausgabe von Jediot Achronot:

"Das Video ist unangemessen, aber der Inhalt ist sehr wahr. Da sind linke Organisationen die Soldaten der Israelischen Verteidigungskräfte (Anm.: IDF) verletzen, es ist schockierend, aber dem muss sich mit legalen Mitteln angenommen werden."

Der Vorsitzende vom "Siedlerrat von Samaria", Benny Katzover, zum Video seines staatlich finanzierten Kolonistenverbandes:

"Das Video zeigt das schändliche Phänomen linker israelischer Organisationen auf, die von anti-semitischen, Israel hassenden Elementen in Europa eine Finanzierung bekommen. Wie nennt man einen Juden, der mit denen kooperiert? Einen lowlife kike (Anm.: von einem Versuch der Übersetzung wird hier abgesehen) dessen Aktionen öffentlich gemacht werden müssen - und vielleicht hört er dann damit auf."

Das Video des Kolonistenverbandes:

Im Zuge des laufenden Wahlkampfs, in dem das neue linke sozialistische interethnisch-interreligiöse Parteienbündnis Kopf an Kopf mit der faschistischen "Jüdischen Heimat" von Bennett in den Umfragen auf Platz 3 liegt, hat die rechtsradikale Likud Partei der strauchelnden Netanyahu-Regierung ebenfalls ein Propaganda-Video veröffentlicht, fast zeitgleich mit dem Propaganda-Video des Kolonistenverbandes.

Tenor: die konkurrierende Zionistische Union aus Arbeitspartei und Hatnua, der Partei von ex-Regierungsmitglied Tzipi Livni, werde im Falle eines Wahlsieges die Terroristen vom "Islamischen Staat" nach Jerusalem lotsen.

Das Video der Likud Partei:

(...)

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