Die Zukunft ist LOKAL, die Zukunft ist nicht MONSANTO

Kapital, Ressourcen Ökologie, Gesundheit

Als Start ins neue Jahr 2015 lege ich euch wieder einmal einen positiven Bericht von Colin Todhunter vor, den viele von euch schon kennen und der unermüdlich für örtliche Landwirtschaft, für Selbtversorgung, Nahrungssicherheit und gegen MONSANTO kämpft. Ich möchte besonders auf die Fußnote 7 hinweisen, wo ihr euch die kleine Broschüre von Navdanya als PDF über die von VANDANA SHIVA gegründete Musterkooperative, herunterladen könnt. Sie ist eine Inspiration für Millionen Menschen gewesen und kann es für weitere Millionen werden. Einar Schlereth, 1. Januar 2015

Die Zukunft ist LOKAL, die Zukunft ist nicht MONSANTO

Die USA als Land verbraucht mehr als sonst jemand, praktisch auf Kosten von allen anderen. Das Petrodollar-System hat sichergestellt, dass Importe in die USA billig und immer zur Hand gewesen sind. Nach 1945 ist Washington in der Lage gewesen, den größtmöglichen Vorteil aus der Arbeit und den materiellen Ressourcen der armen Länder zu ziehen.

Führt euch vor Augen, dass 'Entwicklungs'Länder mehr als 80 % der Weltbevölkerung stellen, aber nur ein Drittel der Weltenergie verbrauchen. Und bedenkt, dass die US-Bürger nur 5 % der Weltbevölkerung stellen, aber 24 % der Weltenergie verbrauche. Im Schnitt verbraucht ein Amerikaner so viel Energie wie zwei Japaner, sechs Mexikaner, 13 Chinesen, 128 Bangladeshis, 307 Tansanier und 370 Äthiopier [1].
Die USA sind für einen derartigen Konsum nur daher fähig, weil es große Nachfrage nach dem Dollar gibt: er ist die Welt-Reservewährung. Die Nachfrage nach dem Dollar wird garantiert, da der größte Teil des internationalen Handels durch seine Verwendung stattfindet. Das internationale Geld-System, das durch das Bretton Woods Abkommen am Ende des 2. Weltkrieges geschaffen wurde, basierte darauf, dass die USA die führende ökonomische Macht war, mit Institutionen wie der Weltbank und der IWF, die letztlich geschaffen wurden, um den amerikanischen Interessen zu dienen.

Seither waren die USA in der Lage, das Handels- und Finanzsystem zu ihrem Vorteil zu nutzen. Zum Beispiel erlaubte der Preisanstieg für Öl in den 70-er Jahren einem riesigen Strom von Ölprofiten Saudiarabiens nach Washington zu fließen, wo er gegen US-Staatsanleihen getauscht wurde. Gleichzeitig wurden alle Länder, die versuchten, dem Joch des europäischen Kapitalismus zu entkommen, schwer von den hohen Ölpreisen getroffen. Es war eine win-win-Situation für Washington. Die USA konnten die saudischen Öl-Profite an die Länder, die ohne Bargeld waren, leihen und dadurch ihre fortlaufende Knechtschaft (besonders, wenn die Zinsraten stiegen), diesmal unter Washington, sichern [2].

Trotz des langsamen Erstarkens der BRICS und der Tatsache, dass sowohl Russland und China ihren bilateralen Handel und ihre Energie-Deals in ihrer eigenen Währung abwickeln, behält der Dollar eine starke Stellung im globalen Geld-System, zumindest noch. Wenn der Dollar diese Rolle verliert, wird die US-Wirtschaft einen scharfen Abstieg erleben und die Kosten ihrer Importe werden heftig steigen.

Wie versucht die USA, dies zu vermeiden? Wir können die Antwort auf diese Frage rund um uns beobachten. Von Syrien zu Irak zur Ukraine und die aktuellen Versuche, die russische Wirtschaft zu vernichten; überall versuchen die mächitgen Familien und Oligarchen, die die USA lenken, ihre Rivalen zu zerstören und jeden Versuch, den Dollar beiseitezuschieben zu vereiteln.

Als Ergebnis wird die Aussicht eines Atomkrieges, in den Russland und die USA (und China) hineingezogen werden, zu einer wirklichen und unmittelbaren Gefahr. Die einzig wahre Alternative ist, sich vom Militarismus und den Ressourcen-Konflikten zu entfernen, indem man die Ökonomien neu organisiert, damit die Länder mit ihren eigenen ökonomischen und Umwelt-Bedinungen leben können. Der Schlüssel dazu ist eine Neu-Orientierung in Hinsicht auf Landwirtschaft und Nahrungsproduktion.

Doch MONSANTO und das dazugehörige Agro-Kartell fahren fort, Landwirtschafts- Gebiete zu kolonisieren und 'mehr vom selben' anzubieten, damit sie enger an den militär-industriellen Komplex geknüpft werden, der die imperialistische US-Außenpolitik antreibt. Die 'grüne Revolution' wurde exportiert dank der ölreichen Rockefeller- Familie und arme Länder übernahmen eine Petrochemie-abhängige Landwirtschaft, die Darlehen erforderte für Betriebsmittel und Infrastruktur, wie Staudammbau. Dies wurde begleitet von der Propaganda, dass diese Länder Dollars verdienen würden, um die Darlehen zurückzuzahlen, indem sie eine Politik der Monokulturen und Export-Orientierung annahmen. Das brachte eine Entwurzelung der traditionellen Landwirtschaft mit sich und die Einsperrung der Länder in das globalisierte System der Schuld-Knechtschaft, der strukturellen Anpassung der Ökonomien und der manipulierten Märkte. Und es stellte sicher, dass der Dollar König blieb.

Obwohl dieses System verantwortlich ist für die Produzierung von Armut, Abhängigkeit und Nahrungsunsicherheit [3], werden wir ständig beschwatzt, dass wir mehr vom selben brauchen, wenn wir die wachsende Weltbevölkerung ernähren wollen. Uns wird erzählt, dass die Lösung zur Ernährung der künftigen Bevölkerung von neun Milliarden Menschen mehr Technik erfordert: mehr Petro-Chemie-abhängige Landwirtschaft, mehr GMOs und mehr unnötige Verteilung von Nahrung über die Welt. Natürlich muss noch eine kräftige Dosis von 'Familien-Planung' (Entvölkerung) dazukommen und dann wird alles prima sein.

Solche Lösungen basieren auf der Vorstellung, dass wir einfach so weitermachen müssen wie bisher, mit endloser Lieferung von Öl, endloser Lieferung von Fleisch und einem endlosen Angriff auf den Boden, das Wohlergehen der Menschen und Umwelt, was zur petrochemischen Agrikultur gehört. Diese Kurzsichtigkeit ignoriert die Tatsache, dass Öl nicht immer vorhanden sein wird. Peakoil steht unmittelbar bevor, die Konflikte um Ressourcen nehmen zu, Wasser wird immer knapper, die Menschen werden immer kranker wegen der Nahrungsverarbeitung und der sterbenden Ackerflächen.

Die echte Antwort ist, ein organisches und ökologisches Anbausystem zu verwenden, das am Ort verankert ist und weniger von Mechanisierung und Petrochemie abhängig ist. Das könnte auch bedeuten, von der Betonung der Fleisch-Produktion wegzukommen, die eine schwere Belastung der Umwelt ist und sehr viel Land, Wasser und Energie braucht [4].

Besucht irgendeinen Supermarkt in den USA oder Europa und dort seht ihr einen Überfluss an Fleisch und exotischen Früchten aus der ganzen Welt. Die westlichen Konsumenten sind darauf gedrillt zu erwarten, dass dies die Norm ist. Was einst als Luxus angesehen wurde, wird jetzt als Notwendigkeit betrachtet. Die Menschen und Länder müssen zurückkehren zu mehr Selbstversorgung und nicht erwarten, dass andere in ärmeren Ländern ihre Nahrung produzieren: Bauern, die ihrer Fähigkeit beraubt werden (ihrem Land, ihrer Saat, ihrer Märke, Praktiken, Nahrungssicherheit etc.), sich selbst und ihre Gemeinden angemessen zu ernähren.

Was wir auf jenen expandierenden Regalen der Supermärkte sehen, ist oft das Ergebnis von struktureller Gewalt, die aus der neoliberalen ökonomischen Politik in den Nahrung exportierenden Ländern erwächst oder von direkter Gewalt, die durch die Zwangsvertreibung der Menschen von ihrem Land entsteht. Was wir auch sehen, sind manipulierte Dinge, die vollgepumpt sind mit Chemikalien und Hormonen, um die Profite zu verbessern. Auch die Konsumenten sind Opfer der modernen Nahrungsproduktion.

Selbsternannte Händler moralischer Korrektheit in der Politik und den MSM sind oft nur allzu bereit, die Wohlfahrtsempfänger in ihren eigenen Gesellschaften zu beschuldigen, dass sie 'Schmarotzer' oder 'Schnorrer' seien, doch ihr moralistisches Gemecker kann nicht die Tatsache verbergen, dass die Nahrung in ihren Schränken dorthin kommt dank der Ausquetschung der Armen und Elenden der Welt, die nur Pfennige für ihre Landwirtschafts-Schufterei erhalten oder die jetzt gezwungen wurden, die Müllhalden zu durchsuchen oder zu betteln [5].

Das gegenwärtige ausbeuterische ökonomische System und imperialistische Modell der Globalisierung und Entwicklung passt den Interessen der westlichen Öl- und Bank-Oligarchen, der Land- und Gebrauchsgüter-Spekulanten, des Agrobusiness und anderer Machthaber. Die Menschen wollen Lösungen für den Hunger, die Armut und die Konflikte, aber ihnen wird gesagt, dass es keine Alternative zu dem Bestehenden gibt.

Gibt es aber. Laut Daniel Maingi von den Growth Partners in Afrika liegt die Lösung letztlich darin, die Landwirtschaft vom Kapitalismus zu befreien und in das indigene Wissen, die Agroökologie, Erziehung und Infrastruktur zu investieren und solidarisch mit der Nahrungssouveränität-Bewegung zu sein [6].

Diese basiert darauf, die gegenwärtige Agenda der großen Agro-Industrie zu verwerfen und die US-Strategie, die Landwirtschaft als geopolitisches Werkzeug zu benutzen. Es bedeutet, wie im Fall von Navdanya in Indien, der Übernahme der Landwirtschaft durch die Multis zu widerstehen und sich nachhaltiger Landwirtschaft zu widmen, die im Besitz der Bewohner ist und in den Bedürfnissen der Gemeinden wurzelt [7].

(Hier und hier und hier und hier könnt ihr mehr Hintergrund -Information zu den oben aufgeworfenen Fragen finden.)

Colin Todhunter ist ein unabhängiger Schriftsteller und ehemaliger Forscher in Sozialpolitik. Er lebt in England, aber verbrachte viele Jahre in Indien. http://www.colintodhunter.com

Fußnoten:

1. http://public.wsu.edu/~mreed/380American%20Consumption.htm
2. http://www.globalresearch.ca/controlling-the-global-economy-
bilderberg-the-trilateral-commission-and-the-federal-reserve/14614
3. http://www.theguardian.com/world/2002/jun/23/1
4. http://www.soilassociation.org/LinkClick.aspx?fileticket=
stG942kAT_w%3d&tabid=1807
5. http://www.theecologist.org/News/news_analysis/2267255/
gm_crops_are_driving_genocide_and_ecocide_keep_them_out_of_the_eu.html
6. http://www.seattleglobalist.com/2014/10/14/gates-agriculture
-farming-revolution-africa/29493
7. http://www.navdanya.org/attachments/Navdanya.pdf

Orginalartikel The Future Is Local, The Future Is Not Monsanto vom 30. Dezember 2014

Übersetzung von Einar Schlereth

Quelle: http://einarschlereth.blogspot.se/2015/01/td-p-margin-bottom-0cm-p-margin-bottom-0.html

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