Russland: Oberster Sicherheitsrat schlägt U.N.O.-Konferenz zur Beendigung des weltweiten permanenten Kriegszustands vor

Einen Tag nach der Rede des russischen Präsidenten auf einem Treffen mit russischen Botschaftern und Diplomaten in Moskau, in der es hiess, dass jeder Staat nach eigenem Ermessen ohne unter dem Diktat von irgendjemand leben sollte und jeder das Recht hat, anders zu sein, ruft die Oberste Sicherheitbehörde des Landes zu einer Konferenz der Völker auf.

Nachdem der Eiserne Vorhang mit dem Fall der Berliner Mauer und der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten die ideologische Auseinandersetzung zwischen den kommunistischen und kapitalisischen Lagern endete, entfielen alle Argumente beider Seiten, eine Politik der Abschreckung durch Aufrüstung und der Kampf um den Einfluss in anderen Staaten als Bündnisgenossen aus strategischen und wirtschaftlichen Aspekten fortzuführen.

Seit 1990 suchten sich die Profiteure aus der Zeit des Kalten Krieges neue dramatische Spannungsherde, um ihre Positionen und Einkünfte zu wahren. Dazu gehören nicht nur Finanziers, Banken, Geheimdienste, Militärs und Rüstungskonzerne. Ein ganzes ziviles Heer wurde schlagartig arbeitslos, dazu zählen Führungskräfte der sozialistischen Parteikader sowie auch sämtliche Berater und Medien beider Systeme, deren Propagandadienste hinfällig wurden wie an der bedeutensten Schnittstelle, dem geteilten Berlin: in Westberlin der C.I.A.-Sender RIAS, oder die wöchentlichen Auftritte von Karl Eduard von Schnitzler - adlig und privilegiert - im "Schwarzen Kanal", einer Sendereihe des Fernsehens der D.D.R.

Die jüngste Geschichte bis heute zeigt, welche historische Chance durch diese treibenden Kräfte verspielt wurde. Tag für Tag entstehen neue Spannungsherde, vorbereitet von langer Hand unter Missbrauch der einheimischen Bevölkerungen, die sich gegeneinander ausspielen lassen.

Im Gegensatz zu Russland, dessen Vergangenheit im 20. Jahrhundert auf Unterdrückung und Diktatur gegenüber vom System abweichenden, unabhängigen "Geistern" beruhte haben sich die Vereinigten Staaten von Amerika als das freieste Land der Welt gefeiert. Die Werte, die die U.S.A. stets betonte, werden am morgigen 4.Juli, dem Tag der Unabhängigkeitserklärung, erneut zu hören sein.

Nun ist es jedoch nicht die Veto-Macht U.S.A. im Weltsicherheitsrat sondern die Russische Förderation, die zu einer dringlichen Einberufung einer grossen U.N.O.-Konferenz der Völkergemeinschaft aufruft mit dem Ziel, den unerträglichen Zustand des Zerfleischens der Staaten zu beenden. Für Russland ist die Organisation der Vereinten Nationen die einzige bestehende Organisation für eine solche Aufgabe im Gegensatz zu den U.S.A. und der N.A.T.O., die diese unterminieren und schleunigst los werden wollen. Auf dieser Versammlung sollen sich alle Nationen, vor allem die Hauptakteure zur Beendigung des Kalten Krieges versammeln, da es sonst keine Spielregeln oder konkrete Verpflichtungen bei Zuwiderhandlungen gibt. Die Welt wird weniger überschaubar und chaotischer werden.

Der stellvertretende Leiter der russischen höchsten Sicherheitsbehörde, Evgeny Lukyanov, sagte am 2.Juli auf einer Pressekonferenz, dass die internationale Dominanz der U.S.A. durch mehrere Machtzentren ersetzt wurde. Lukyanov forderte eine Auswertung und globale Vereinbarung über die Ergebnisse des Kalten Krieges und warnte davor, dass die Welt sonst im Chaos versinken wird.

Der Sicherheitschef spricht damit Milliarden von Menschen aus tiefster Seele, denn die Furcht vor einem internationalen, flächendeckenden militärischen Konflikt ist gross.

"Die Vereinigten Staaten haben den Eindruck, dass der Zerfall der Sowjetunion die einzige Folge des Kalten Krieges war. Dies ist diskutabel und wohl möglich. Aber niemand hat versucht, die Ergebnisse zu analysieren und keine Schlüsse aus der Situation gezogen. Die unipolare Welt unter Führung der Amerikaner erschien einfach. Doch dieser Status quo war nicht für die Ewigkeit errichtet. Neue Kraftzentren sind in der internationalen Arena erschienen, darunter die BRICS-Staaten; und Russland selbst hat es geschafft, seine Position wieder zu erlangen. Nationen erklären offen ihre Interessen und verlangen, dass ihre Grundrechte respektiert werden. Der Grund dafür ist, dass die U.S.-Hegemonie auf der internationalen Bühne beendet ist und Washingtons Beamte können damit natürlich nicht einverstanden sein", so Lukyanov. Weiter hiess es:

"Die U.d.S.S.R. besteht nicht mehr. Russland befindet sich in einem anderen Zustand als ein Teilnehmer der internationalen Prozesse und wir wollen ein Mitspracherecht haben. Wir haben nationale Interessen, die wir beabsichtigen, zu verteidigen. Dies führte zu Überreaktionen des Westen, bis am Rand zur Hysterie. Aber Sie können den "Russland-Faktor" in der Welt nicht ignorieren."

Der Sicherheitschef erinnerte an den Fehler Russlands Anfang der 90er Jahre, U.S.-Berater für Reformen im Land in Anspruch zu nehmen und sagte, dass angesichts der Resultate es für jeden eine Warnung sein könnte, diese Entscheidung zu wiederholen.

Quelle: http://rt.com/politics/169860-us-hegemony-brics-russia/