Obama jubelt während seine besten Soldaten vor Gericht stehen weil sie seinen Job erledigen

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(Veterans Day-Parade im November 2012 in Tacoma mit Mitgliedern der Chapter 92 in Seattle Foto: Cliff Wells)

Zwei Kriegerdenkmäler in den Vereinigten Staaten von Amerika, zwei konträre Welten: Soldaten kämpfen für weltweiten Frieden, ihr Boss und Friedensnobelpreisträger schickt Waffen und Armee

U.S.-Präsident Barack Obama würde gut daran tun, sich in der Öffentlichkeit mit heuchlerischen Reden etwas zurückzunehmen, von denen er mitsamt der ganzen Weltöffentlichkeit genau weiss, dass diese Propaganda ein Relikt der Vergangenheit ist. Für dumm verkaufen lassen sich katzbuckelnd nur noch die Mainstream-Medien. Er soll sich als erwachsener Mann mit Studium der Aussenpolitikwissenschaft klar und deutlich dazu artikulieren was er wirklich will: Krieg oder Frieden. Die Zeit für schöne Worte ist längst abgelaufen.

In diesem Monat, zur gleichen Zeit, stehen ein Dutzend ehemalige Soldaten der U.S.-Armee, die sich gegen Kriege einsetzen, fünf Tage lang vor Gericht, weil sie die Grundrechte der Verfassung am 7.Oktober 2012 vor dem Platz des Vietnam Veterans Memorial in New York mit ihrer Anwesenheit verteidigten. Sie weigerten sich, ihr Recht auf Versammlungsfreiheit an ihrem eigenen heiligen Ort aufzugeben und für die Beendigung der Auslandskriege zu demonstrieren. Zwölf von ihnen wurden als "kriminelle Rädelsführer" verhaftet, wobei die ausführenden Polizeibeamten ihnen Respekt und Sympathie zollten. Die Behörden der Stadt hatten die Anordnung erlassen, dass der Platz nach 22 Uhr nicht mehr betreten werden darf.

Obama als Oberkommandierender der U.S.-Streitkräfte hingegen verglorifizierte den Korea-Krieg mit dem bräsigen Gehabe eines Siegers mit seiner Rede zum 60.Jahrestag der Beendigung dieser militärischen Intervention gestern am Korean Veterans Memorial in Washington. Die koreanische Halbinsel ist heute wie kein anderer Standort in Asien so hochgerüstet durch das U.S.-Militär und ein Manöver folgt dem anderen - im Namen des "Friedens".

Die Militärs von Südkorea und den U.S.A. vereinbarten im Jahr 2006, dass bis 2012 der Vorbehalt der U.S.A., im Kriegsfall das Oberkommando über das South Korean-U.S. Combined Forces Command zu übernehmen, in den Verantwortungsbereich der südkoreanischen Streitkräfte begeben wird. Nach dem unaufgeklärten Fall des Untergangs der "Cheonan", einem angeblich von einem nordkoreanischen Torpedo versenkten südkoreanischen Kriegschiff, wurde dieses Vorhaben bis zum Jahr 2015 verschoben. Nun wurde die Übergabe der operativen Kontrolle bis auf unbestimmte Zeit hinausgezögert.

Die Organisation Veterans for Peace ist auch in Südkorea mit Mitgliedern vor Ort und berät die einheimischen Friedensaktivisten zur Durchführung von friedfertigen, legalen, aber wirkungsvollen Protestaktionen - auch um die Gefahr einer Inhaftierung zu verhindern. Die Aktivitäten richten sich gegen die Provokation der bilateralen Manöver ihrer Länder, U.S.A. und Südkorea, und gegen den geplanten neuen U.S.-Stützpunkt in unmittelbarer Nähe zur nordkoreanischen Küste.

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Quelle: http://www.pennlive.com/midstate/index.ssf/2013/07/korean_war.html