„Dieser Krieg, wie alle Kriege, muss enden“
Washington: In seiner heutigen Rede an der National Defense University in Fort McNair ging U.S.-PrĂ€sident Barack Obama ĂŒber die rote Linie der weltweiten Kriegsgewinnler der letzten Dekade. Er kĂŒndigte die SchlieĂung des Lagers Guantanamo an, er kĂŒndigte eine Aufhebung der am 14. September 2001 durch den Kongress erteilten allgemeinen Kriegsvollmacht âAuthorization for Use of Military Forceâ A.U.M.F. an, aber vor allem sprach er ĂŒber das gröĂte Tabu unserer Zeit: das Ende des „groĂen Krieges“ zu Anfang des 21. Jahrhunderts.
Die entsprechenden Passagen aus Barack Obamas Rede:
„Also freue ich mich darauf mich mit dem Kongress und dem Amerikanischen Volk ĂŒber BemĂŒhungen auseinanderzusetzen das A.U.M.F. Mandat zu prĂ€zisieren und letzten Endes aufzuheben. Und ich werde Gesetze nicht unterzeichnen, die entworfen wurden dieses Mandat zu erweitern. Unsere systematischen BemĂŒhungen terroristische Organisationen unschĂ€dlich zu machen mĂŒssen weitergehen. Aber dieser Krieg, wie alle Kriege, muss enden. Das ist es, was uns die Geschichte lehrt. Das ist es, was unsere Demokratie verlangt.“
BezĂŒglich des Lagers Guantanamo:
„Angesichts der unnachgiebigen Verfolgung von al-Qaidas FĂŒhrung, gibt es keine Rechtfertigung jenseits von Politik fĂŒr den Kongress die uns davon abhĂ€lt eine Anlage zu schlieĂen, die nie hĂ€tte geöffnet werden dĂŒrfen.
(Beifall bricht aus)
Heute fordere ich, einmal mehr, den Kongress auf die EinschrĂ€nkungen des Transfers von Gefangenen aus Gitmo (Guantanamo) aufzuheben.“
Kurze EinschÀtzung zur Rede:
Sollte Barack Obama nur die HĂ€lfte von dem was er angekĂŒndigt hat wirklich umsetzen – und mein Eindruck ist, er will es tatsĂ€chlich, ich empfehle jeder und jedem sich auf der Webseite des WeiĂen Hauses den Video-Mitschnitt anzusehen, sobald er im Netz steht – wird er in der Ăffentlichkeit groĂe Zustimmung, vielleicht gröĂte Zustimmung erfahren, nicht nur zuhause, sondern weltweit.
Bei einer ganzen Reihe einflussreicher Personen dagegen wird er gröĂte Unruhe, oder besser, nackte Panik auslösen. Das muss der PrĂ€sident einfach aushalten. Schafft er das und hĂ€lt er Wort (und lĂ€sst die neue Chefin des Secret Service Julia Pierson im Gegensatz zu ihren VorgĂ€ngern keine ungebetenen GĂ€ste auf die Party) geht er in die Geschichte ein.
ErgÀnzung 24.05., 10.00 Uhr:
Hier die Aufzeichnung der Rede.
