„Stuttgart 21“: Bahn in die Pflicht nehmen statt Polizei-Container aufstellen!

Herr Kretschmann, Sie sind dem Land verpflichtet, nicht der Bahn!

Stuttgart: Zu den Containern der Polizei, die ab heute auf dem Cannstatter Wasen aufgestellt werden und der Ingewahrsamnahme von S21-Gegnern im Januar und Februar 2012 dienen sollen, Ă€ußern sich die ParkschĂŒtzer wie folgt:

„Die Bahn will mit der Zerstörung des Schlossgartens und des SĂŒdflĂŒgels unumkehrbare Tatsachen schaffen – bevor klar wird, dass das Projekt wesentlich teurer wird als zugesichert und mit enormen technischen Risiken verbunden ist. MinisterprĂ€sident Kretschmann muss jetzt durchsetzen, was er am 27.11. in den Tagesthemen gefordert hat: ‚bevor richtig begonnen wird, [muss] klar sein […], wer es bezahlt, wenn es denn teurer wird […]‘. Er darf nicht zulassen, dass Innenminister Gall die Verhandlungsposition der Regierung schwĂ€cht, indem er die voreilige Zerstörungswut der Bahn mit einem Großaufgebot an Polizisten und Gefangenen-Container unterstĂŒtzt“, kritisiert Matthias von Herrmann, Pressesprecher der ParkschĂŒtzer.

Matthias von Herrmann weiter: „Wir erwarten, dass unsere Landesregierung endlich dafĂŒr sorgt, dass die Bahn ihren Pflichten gegenĂŒber dem Land nachkommt. Es kann doch nicht sein, dass unsere Politiker alles tun, was sich die Bahn wĂŒnscht, wĂ€hrend noch nicht einmal der S21-Lenkungskreis tagen kann, weil die Bahn alles tut, um die Offenlegung der Kosten fĂŒr Stuttgart 21 zu verhindern. Die Bahn redet dauernd von den Projektförderpflichten des Landes. Es ist an der Zeit, dass MinisterprĂ€sident Kretschmann von den Pflichten der Bahn gegenĂŒber dem Land redet: Die Bahn muss jetzt endlich die Hosen herunterlassen und eine transparente Kostenrechnung fĂŒr den Tunnelbahnhof S21 vorlegen statt mit der voreiligen Zerstörung von SĂŒdflĂŒgel und Park an der Erpressbarkeit des Landes zu arbeiten!“

MinisterprÀsident Kretschmann hatte am Abend der Volksabstimmung, 27.11.2011, in den ARD-Tagesthemen (ab ca. Min. 6) wörtlich gesagt:

„[…] deswegen ist es klar, dass, bevor richtig begonnen wird, klar sein muss, wer es bezahlt, wenn es denn teurer wird […]“

Diese Forderung muss MinisterprĂ€sident Kretschmann jetzt gegenĂŒber der Bahn durchsetzen. DafĂŒr darf er nicht zulassen, dass seine Minister die Verhandlungsposition des Landes schwĂ€chen durch voreiligen Gehorsam gegenĂŒber der Bahn. Unsere Landesregierung darf sich nicht weiterhin bereitwillig und auf Kosten der Steuerzahler von der Bahn ĂŒber den Tisch ziehen lassen!