Gulf Cooperation Council (GCC) begrüsste Anträge auf Mitgliedschaft im exklusiven Club der Öl-Magnaten

Golf-Monarchien holen Jordanien und Marokko in ihre eiserne Barke: die konstitutionellen Monarchien von Amman und Rabat suchen im wahrsten Sinne des Wortes hieb- und stichfeste Schützenhilfe bei den Verbündeten der Königshäuser des Persischen Golfs und der Arabischen Halbinsel

GCC-Generalsekretär Abdullatif Al-Zayani gegenüber Reportern am 10.Mai nach dem Gipfeltreffen in Riad: "Die Führer der GCC begrüssen den Antrag des Haschemitischen Königreichs von Jordanien, dem Rat beizutreten und beauftragten den Aussenminister zu Verhandlungen zur Vervollständigung der Verfahren". Laut Al-Zayani folgt nun die gleiche Prozedur mit der Monarchie Marokko.

Am 25. Mai 1981 wurde der Golf-Kooperationsrat - der Militärpakt der arabischen "NATO" - in Abu Dhabi durch die sechs hohen Häuser der konstitutionellen Monarchie von Kuwait, der konstitutionellen Monarchie von Bahrain, der aboluten Monarchie von Saudi-Arabien, dem Emirat von Katar, der patriarchalischen Föderation Autonomer Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate und der absoluten Monarchie des Sultanats Oman gegründet.

Die Islamische Präsidialrepublik Jemen geniesst nur Beobachterstatus, da ihrem Oberhaupt das königliche Geblüt fehlt und so nicht an Entscheidungen des GCC teilhaben darf.

Die letzte Zusammenkunft fand im Dezember 2010 unmittelbar vor dem Ausbruch der Aufstände in der arabischen Welt statt.

Nach Angaben der Kuwait Times vom 11.Mai 2011 hiess es, dass nach Einschätzungen von Analysten die unerwartete Ankündigung der Anträge der beiden arabischen Länder ein Zeichen dafür sein kann, dass die Golf-Führer versuchen, die Beziehungen mit anderen Monarchien gegen eine Welle der Proteste der Bevölkerung, die durch die arabische Welt gefegt ist, einzuzementieren.

Hamid Shadi, Direktor des Brookings Doha Centre meinte: "Das Gulf Cooperation Council erhöht seine muskulöse Rolle in der Aussenpolitik, sie führen die Konterrevolution und es macht mehr Sinn für sie, dabei mit anderen arabischen Autokratien zusammen zu arbeiten."

Vor dem Treffen der ölexportierenden Staaten äusserte sich ein Beamter zu den anstehenden Themen und berichtete, die Führer der Golfmonarchien würden ihre angespannten Beziehungen mit dem Iran, einen gescheiterten Plan für den Übergang im Jemen und die Volksaufstände in den davon betroffenen arabischen Staaten diskutieren. Dazu gehören auch Libyen und Syrien.

Katar ist aktiv an den internationalen Bemühungen der NATO-Staaten gegen das Regime von Libyens Staatschef Muammar Gaddafi beteiligt.

Eine Delegation aus der Gruppierung des GCC reiste vor kurzem nach Syrien, um sich mit Präsident Bashar al-Assad zu treffen.

"Die GCC-Länder haben nicht vermittelt, aber Präsident Assad eine Beratung angeboten und betont, dass eine Security-Lösung nicht die einzige Lösung ist und dass Reformen notwendig sind", sagte der Saudi-Analytiker, Abdul Aziz Al-Sager, Leiter des Gulf Research Centre in Dubai.

Worin diese Vorstellungen von Reformen bestehen, zeigte das GCC-Mitglied Bahrain sowie Saudi-Arabien in aller Deutlichkeit: Einmarschieren von Truppen, Schiessen auf Demonstranten, Verhaftungen und Repressalien durch die Regierung.

Im März diesen Jahres wurde die Schaffung eines Entwicklungsfonds in Höhe von 20 Milliarden Dollar zur Unterstützung von Bahrain und Oman diskutiert und es wurde erwartet, dass auf dem GCC-Gipfel die Entscheidung dazu getroffen wird, so die Zeitung.

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Quelle: http://www.kuwaittimes.net/read_news.php?newsid=NzQwOTg2Nzkw

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