Unkrautkiller schaden auch dem Menschen
NABU-Studie belegt groĂe gesundheitliche Risiken
Glyphosat ist das weltweit am meisten eingesetzte Herbizid, dazu tragen auch viele deutsche KleingĂ€rtner bei. Bedenkenlos wird es unter dem Handelsnamen âRoundupâ versprĂŒht, in der Hoffnung auf blitzsaubere Rosenbeete und unkrautfreie Gartenwege.
Tonnenweise wird es im kommerziellen Getreide- und Obstanbau in Deutschland eingesetzt.
âDoch die neue NABU-Studie âGlyphosat und Agrogentechnikâ belegt nun die groĂen Risiken fĂŒr die Umwelt und damit auch konkrete Gesundheitsgefahren fĂŒr den Menschenâ,
warnt NABU-PrÀsident Olaf Tschimpke.
Die NABU-Studie sammelt zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse ĂŒber den Einsatz von Glyphosat insbesondere in den USA und Lateinamerika. Dort wird es per Flugzeug auf riesigen FlĂ€chen versprĂŒht, auf denen genverĂ€nderte Sorten Soja, Mais und Raps wachsen, die resistent sind gegen Glyphosat â das heiĂt, der Unkrautkiller vernichtet alle anderen Pflanzen, auĂer den genverĂ€nderten Sorten. Dabei vergiftet der groĂflĂ€chige Einsatz aber auch Böden und GewĂ€sser und hat schreckliche Folgen fĂŒr die Gesundheit der Menschen, dokumentieren ein NABU-Film sowie die neue Studie.
âDer Wirkstoff Glyphosat und seine Abbauprodukte sind toxisch fĂŒr viele Organismen und verseuchen GewĂ€sserökosysteme. Schlimmer noch: Die Bevölkerung in den betroffenen Regionen leidet deutlich vermehrt an Fehlgeburten, Fehlbildungen und Krebserkrankungenâ,
resĂŒmiert Tschimpke. Zudem werden fĂŒr die Ausweitung der AnbauflĂ€chen vielfach WĂ€lder und naturnahe Ăkosysteme vernichtet. So hat sich der Anbau gentechnisch verĂ€nderter herbizidresistenter Kulturen wie Soja, Mais und Raps von 79 Millionen Hektar 2009 binnen eines Jahres auf 83,6 Millionen Hektar erhöht â zugleich wurde die ausgebrachte Menge Glyphosat erheblich gesteigert, statt abzunehmen wie die Herstellerindustrie stets verspricht.
Zum NABU-Film
Film ĂŒber Gensoja
Der Dokumentarfilm zeigt die schrecklichen Folgen des Einsatzes von Pestiziden wie Roundup.
Nun steht in Europa die Zulassung genverĂ€nderter und herbizidresistenter Maissorten und ZuckerrĂŒben an. In Deutschland gibt es bereits die ersten Versuchsfelder. Obwohl auch die Bundesregierung zugibt (Drucksache 17/4902), dass die Risiken fĂŒr die biologische Vielfalt immer deutlicher werden â als da sind weniger BlĂŒtenpflanzen, weniger Samen, weniger BestĂ€uber, weniger Insekten usw.
âAngesichts dieser Gefahren muss die Bundesregierung sich fĂŒr das Verbot herbizidresistenter Nutzpflanzen in Europa einsetzenâ,
fordert Tschimpke.
FĂŒr RĂŒckfragen:
Dr. Steffi Ober
NABU-Expertin fĂŒr Agrogentechnik
Tel. 030-28 49 84-16 12
Download: NABU-Studie âGlyphosat und Agrogentechnikâ
Quelle: http://www.nabu.de/themen/gentechnik/studien/13719.html
