Aus!Sitzen: Start der bundesweiten Kampagne gegen S21

ParkschĂŒtzer laden in die Hauptstadt des Widerstands ein

Kurz vor der heutigen Montagsdemonstration besetzten die ParkschĂŒtzer die Schillerstraße vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof. Zum Auftakt der Kampagne Aus!Sitzen. verteilten sie ĂŒber tausend StrohsĂ€cke an die Teilnehmer der Demonstration und forderten sie auf, sich zu ihnen auf die Straße zu setzen.

Die ParkschĂŒtzer wollen mit der Kampagne Aus!Sitzen. den endgĂŒltigen Ausstieg aus dem Prestigeprojekt Stuttgart 21 erreichen. FĂŒr die kommenden Wochen sind mehrere Aktionen geplant. Höhepunkt der Kampagne ist eine gewaltfreie Sitzblockade am 23. und 24. Mai, die parallel zum ersten bundesweiten Aktionscamp in Stuttgart stattfindet. Dazu laden die ParkschĂŒtzer, Robin Wood und die Anstifter vom 20. bis zum 24. Mai 2011 nach Stuttgart ein.

„Wenn Stuttgart 21 auch nach den Landtagswahlen nicht gestoppt wird, ziehen wir die Notbremse und sitzen den Baustopp aus“, erklĂ€rt Matthias von Herrmann, Pressesprecher der ParkschĂŒtzer. „Wir haben in den vergangenen Jahren alles versucht, um Stuttgart 21 zu stoppen. Doch jeder Einwand, den UmweltverbĂ€nde und BĂŒrgerinitiativen in den vergangenen 15 Jahren vorgebracht haben, sind systematisch ĂŒbergangen worden. Ein erstes BĂŒrgerbegehren zu Stuttgart 21 mit 67.000 Unterschriften wurde verhindert, der monatelange Protest zehntausender Menschen zunĂ€chst ignoriert, dann diffamiert.

Mit der Sitzblockade Ende Mai wollen die ParkschĂŒtzer fĂŒr mehrere Tage die Bauarbeiten am Tiefbahnhof lahm legen. Dazu werden an die tausend Aktive aus dem ganzen Bundesgebiet erwartet. Die ParkschĂŒtzer wenden sich an alle BĂŒrger, die im vergangenen Jahr zu Tausenden in Stuttgart, in der Region, aber auch landes- und bundesweit fĂŒr mehr Demokratie auf die Straße gegangen sind. Stuttgart 21 ist in erster Linie ein Prestigeprojekt, mit dem Steuergelder des Landes und der Kommunen verfassungswidrig zweckentfremdet werden. Statt dessen muss dieses Geld z.B. fĂŒr die Einstellung von zusĂ€tzlichen Lehrern, die Ausstattung von UniversitĂ€ten, fĂŒr Krippen- und KiTa-PlĂ€tze eingesetzt werden. Gleichzeitig muss die Bundesregierung in sinnvolle Schienenprojekte wie Elektrifizierung und mehrgleisigen Streckenausbau investieren statt in das nutzlose Prestigeprojekt S21.

Die Landtagswahl Ende MĂ€rz entscheidet, wer in Zukunft Baden-WĂŒrttemberg regiert. Der Auftrag an die neue Regierung stehe jedoch heute schon fest: Stuttgart 21 muss gestoppt werden. ParkschĂŒtzerin Gudrun Merkle vom Kampagnen-Team: „Mit uns wird es weder ein Stuttgart 21 noch ein Stuttgart 21 Plus geben. Wir lassen nicht zu, dass weiter gegen Sicherheitsrichtlinien und Gesetze des Denkmal-, Arten- und Klimaschutzes verstoßen und die demokratische Verfassung unseres Landes mit FĂŒĂŸen getreten wird.“

Stuttgart, 14. MĂ€rz 2011

RĂŒckfragen an Matthias von Herrmann, Pressesprecher der ParkschĂŒtzer, Tel. 0174-7497868 oder an Gudrun Merkle, Tel. 0179-4689338 oder an Fritz Mielert, Tel. 0176-66681817