Polit-Professor wäre über Ermordung Assanges glücklich

TV-Mitschnitt: Politikprofessor zu Cablegate "Assange should be assassinated" - vor zwei Monaten noch forderte Flanagan mehr Transparenz in den politischen Entscheidungen der kanadischen Regierung

Tom Flanagan, ein kanadischer Professor für Politikwissenschaft an der Universität von Calgary und ehemaliger Stabschef des kanadischen Premierminister Stephen Harper, sagte in einem Interview am 30.November 2010 in den Spätnachrichten mit dem kanadischen Sender CBC, dass der US-Präsident Obama den Cablegate-Verursacher Assange ermorden lassen sollte - mit einer Drohne oder sowas.

"I think Assange should be assassinated, actually. (laughs) I think Obama should put out a contract or use a drone or something."

Auf die Entgegnung der Moderatoren, dass das eine ziemlich harte Forderung sei, antwortete der Professor gutgelaunt, dass er sich heute ziemlich stark fühle... Ich würde mich nicht glücklich, äh, unglücklich fühlen, wenn Assange verschwunden wäre. Mit der Veröffentlichung der Daten wäre es nämlich denkbar, dass dadurch ein Krieg ausgelöst werden könnte.

"Well, I'm feeling pretty manly today. ... I wouldn't feel happy, uh, unhappy, if Assange disappeared."

Flanagan war in den Jahren 2002 und 2003 der Stabschef Stephen Harpers, als der Oppositionsführer wurde und organisierte auch als dessen Berater im Jahr 2006 die erfolgreich verlaufenen Wahlkämpfe.

Als der jetzige Professor ein Buch über seine Erfahrungen und Ereignisse im Team Harpers im Jahr 2007 ankündigte, wurde er von höchster Stelle gebeten, nicht zu veröffentlichen. Damals sagte Flanagan, dafür sei es zu spät und änderte noch etwas im Manuskript.

In den Vereinigten Staaten, bemerkte Mr. Flanagan in einem am 6.Oktober 2010 erschienenen Beitrag in The Globe and Mail, ist es "eine Selbstverständlichkeit", dass Barack Obamas Wahlkampfmanager David Axelrod über seine Abenteuer während der Obama-Kampagne schreiben konnte... Das Gleiche gilt für David Frum, der über die Arbeit bei George W. Bush schrieb.

"Ja, und die mit Bob Woodward geführten hochangebundenen Interviews über die staatliche Politik kommen fast so schnell wie die Entscheidungen getroffen werden." sagte Flanagan.

"Möglich, dass die Amerikaner die Offenheit zu weit auslegen, aber ich denke, Kanada würde in dieser Hinsicht profitieren."

Quelle: http://www.theglobeandmail.com/news/politics/ottawa-notebook/for-tom-flanagan-harper-book-shows-ottawa-puts-too-much-on-confidentiality/article1744903/

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