Morgen wird Dieter Bernhardt beerdigt

Wie sozialmieter.de bekannt gibt, findet die Beerdigung von Dieter Bernhardt am morgigen Freitag, dem 2.Juli, um 13 Uhr auf dem Alten Friedhof der Matthäus-Gemeinde, Großgörschenstr. 12-14, in 10829 Berlin statt.

Anzunehmen ist, dass viele Ehemalige aus der "Wahlalternative für Arbeit und Soziale Gerechtigkeit" (WASG) daran teilnehmen. Diese trat im Jahre 2006 gegen den Berliner Senat aus SPD und PDS an. Die PDS hatte sich zuvor 2005, wie ihr gesamter Bundesverband, im Rahmen eines von Oskar Lafontaine vorgeschlagenen Linksbündnisses zwischen der neu gegründeten Partei WASG und der 2002 aus dem Bundestag gewählten PDS in PDS.Linkspartei umbenannt und war daraufhin mit 8 Prozent wieder in den Bundestag eingezogen.

Dieter Bernhardt war einer der entschlossensten Befürworter einer eigenständigen WASG und eines Wahlantrittes, den die PDS.Linkspartei, ihre Berliner Senatoren, der WASG Bundesvorstand (unter dem heutigen Vorsitzenden der Partei "Die Linke" Klaus Ernst) und die neu gewählte Bundestagsfraktion mit allen Mitteln zu verhindern suchten. Erst vor dem Landgericht Berlin erkämpften wir uns, gegen ein vom Bundesvorstand verfügtes Wahlantrittsverbot und die Amtsenthebung unseres gesamten demokratisch gewählten Landesvorstands, schliesslich den Antritt zur Wahl.

Am 17.September 2006 holten wir bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus 2.9 Prozent. Die PDS.Linkspartei verlor über neun Prozent. Schliesslich wurde die WASG auf Bundesebene Anfang 2007 der PDS.Linkspartei angeschlossen, die Partei benannte sich abermals um in "Die Linke". Sie besteht in Berlin fast zu 100 Prozent aus der ehemaligen Staatspartei. Die WASG Berlin wurde gerichtlich für aufgelöst erklärt.

Anschliessend engagierte sich Dieter Bernhardt ausserparlamentarisch gegen die soziale Verelendung und Armut, die seit Amtsantritt der SPD-PDS-Regierung in der Hauptstadt Anfang 2002 immer schlimmer wird und auch ihn persönlich einholte. Letzten Endes reichte bei Dieter, selbst schwer krank, die Kraft nicht aus, um angesichts der Passivität, Gleichgültigkeit und Unfähigkeit der meisten seiner Mitmenschen diesen Kampf immer weiter fortzuführen.

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11.05.2010 Arm und tot. Zum Selbstmord von Dieter Bernhardt.

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