Australien weist Diplomaten wegen israelischer Regierungsbeteiligung bei Mord an Mahmoud al-Mabhouh in Dubai aus

Professionelle Passfälscher waren am Werk

Der australische Aussenminister Stephen Smith hat am heutigen Montag, den 24.Mai dem Parlament bekanntgegeben, dass man nach Untersuchungen die Ausweisung eines isralischen Diplomaten, einem Mitglied der israelischen Botschaft in Canberra in Australien, angeordnet hat. Der Name des Botschaftsangehörigen wurde nicht genannt.

Vier gefälschte australische Reisepässe wurden bei dem Attentat eingesetzt, deren Benutzer auf der Fahndungsliste der Verdächtigen im Dubai-Mord in den Vereinigten Arabischen Emiraten am 20. Januar an dem Hamas-Führer Mahmoud al-Mabhouh stehen. Die Namen der vier Personen sind Nicole McCabe, Joshua Bruce, Adam Korman und Joshua Krycer, die in Israel leben und deren Pässe gefälscht wurden.

Smith bestätigte die Untersuchungen durch die australische Bundespolizei, ASIO und ASIS, die zeigen würden, dass Israel die Pässe von vier Australiern, die auch die israelische Staatsangehörigkeit hatten, fabriziert hätte, hiess es nach Angaben von ABC News.

"Die hohe Qualität dieser gefälschten Pässen weist auf die Mitwirkung eines staatlichen Nachrichtendienstes hin. Diese Untersuchungen und nach Beratung hat die australische Regierung keinen Zweifel daran, dass Israel für den Missbrauch und die Fälschung dieser Pässe verantwortlich bleibt. Die Regierung unternimmt diesen Schritt viel mehr in Trauer als im Zorn und in Vergeltung. Dies ist nicht das, was wir von einer Nation erwarten, mit der wir eine so enge, freundliche und unterstützende Beziehung hatten."

sagte der Aussenminister und dass man den vier Personen Ersatz-Pässe ausgestellt und konsularischen Beistand zur Verfügung gestellt hat. (1)

Israels Regierung äusserte sich durch den Sprecher des israelischen Aussenministeriums Yigal Palmor zu der Ausweisung, die eine "bedauerliche Entscheidung" wäre:

"Wir haben diesen Schritt der australischen Regierung bedauert. Er spiegelt nicht die Bedeutung und die Qualität unserer Beziehungen wider."

Der jüdisch-australische politische Aktivist Antony Loewenstein hätte nach Angaben von The Sidney Morning Herald gesagt

"Australien ist seit langem wie ein Narr von Israel behandelt worden und war in vielerlei Hinsicht mehr als glücklich darüber, wie ein Trottel behandelt zu werden.

Die grössere Frage ist wirklich, dass dies hoffentlich zu einer Debatte darüber anregt, wie sich Israels Verhalten entwickeln wird, das von Australien oft akzeptiert und unterstützt wurde. Es zeigt und hoffentlich zeigt es der breiten Öffentlichkeit, dass die meisten der jüdischen Sprechern in diesem Land sich ausschliesslich als Sprecher für Israel sehen."

Der australische Palästina-Sprecher Michael Shaik sagte, die Reaktion der Regierung "war entscheidend, um die Kultur der Straflosigkeit zu brechen, durch die Israel so lange operieren konnte. (2)

Es hätte sogar noch mehr Gewicht getragen, wenn unsere Regierung dem britischen Beispiel gefolgt wäre und einen Ersatzdiplomaten abgelehnt hätte, bis Israel sich verpflichtet hat, keinen weiteren Missbrauch mit australischen Pässen zu betreiben."

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Quellen:

(1) http://www.abc.net.au/news/stories/2010/05/24/2908049.htm?section=justin
(2) http://news.smh.com.au/breaking-news-national/jewish-leaders-criticise-envoy-expulsion-20100524-w7rh.html

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