Asse: Deckeneinbruch und erhöhtes Eindringen von Wasser

Im Atommüll-Lager Asse bricht Zwischendecke ein und FDP und Union wollen Laufzeitverlängerungen für ältere Atomkraftwerke

Am 18. September veröffentlichte Radio Utopie den Beitrag "Politiker streiten unendlich lange – inzwischen zerbricht ASSE in endlicher Zeit" und berichtete über den erhöhten Zufluss von Wasser.

Gestern kam es zu einem Vorfall, der Vorbote für ähnliche in unmittelbarer Zukunft sein könnte.

Im ursprünglich einmal mehrere Millionen Jahre sicheren Salzbergwerk Asse (wissenschaftliche Untersuchungsberichte zum Standort der Lobbyisten), dass als Lagerhalle für radioaktive korrodierte Müllfässer dient, ist eine Decke in 500 Metern Tiefe zwischen zwei vorher vorsorglich mit Salzgrus gefüllten, 15 Meter hohen Kammern um 60 cm abgebrochen. (1)

Fässer lagerten in diesem Bereich nicht. Die Decke hatte im Vorfeld Risse gebildet.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beruhigt, es bestehe keine akute Gefahr.

Der tägliche Wasserzulauf in das Bergwerk hat sich inzwischen weiterhin erhöht. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) teilte am Dienstag mit, dass die zulaufende Wassermenge in 750 Meter Tiefe von bisher 30 auf jetzt 110 Liter täglich angestiegen. Das ist eine Erhöhung um fast das Vierfache des durchschnittlichen Wertes. Das Wasser dringt jetzt zusätzlich über neue Wege ein, das lässt sich aus der anderen chemischen Zusammensetzung ableiten. (4)

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beruhigt, es habe keine sicherheitstechnischen Auswirkungen.

Der Landschaft bei dem Atom-Mülllager ist nicht anzusehen, welches Unheil ihr unterirdisch droht. In dem Grundwasser wurde schon erhöhte Radioaktivität festgestellt.

Der Höhenzug ist Lebensraum für teils sehr seltene Pflanzenarten. Namhafte Botaniker behaupten, dass nirgendwo in Norddeutschland eine vergleichbare Vielfalt anzutreffen sei. (5)

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Foto: Wikipedia/Matte Grosser Vahlberg

Niemand weiss, wie es mit dem eingelagerten Atommüll weitergehen soll. Auf der ganzen Welt gibt es eine solche Stelle nicht.

Derweil wird man sich bei den Koalitionsverhandlungen einig, die alten Atomkraftwerke in ihren Laufzeiten zu verlängern, wenn sie gewisse Modernisierungen an ihrer Technik vornehmen. (2) Noch nie hat es eine einhundertprozentige sichere Technik gegeben. Die ständigen Pannen in den alten Anlagen nehmen kein Ende.

Dailynet schrieb am 6. Oktober:

"Seit Beginn des Jahres 2009 waren zumeist fünf bis acht der insgesamt 17 AKW aufgrund von Störfällen, Reparaturen oder Wartungsarbeiten abgeschaltet. Auch während der Koalitionsverhandlungen sind sechs Reaktoren vom Netz. Nur 64 Prozent der nuklearen Kraftwerkskapazität steht zur Verfügung. Trotzdem stellt die Bundesrepublik immer wieder neue Rekorde im Stromexport auf, weil die Zuwächse im Bereich der Erneuerbaren Energien dafür sorgen, dass trotz ständiger AKW-Ausfälle keine Stromlücke entsteht." (3)

Bei einem Unfall kann niemand die Schäden der atomaren Verseuchung beseitigen. Wer diese Zulassungen erteilt, ist ein wahnsinniger Verbrecher an potentiell Millionen strahlengeschädigter Menschen und der Natur.

Die verantwortlichen Politiker beruhigen, es besteht keinerlei Gefahr.

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Quellen:
(1) http://www.20min.ch/news/ausland/story/Decke-in-Atommuell-Lager-eingestuerzt-12097219
(2) http://www.tagesschau.de/inland/atompolitik106.html
(3) http://www.dailynet.de/EnergieUmwelt/53737.php
(4) http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/1995483_Asse-Wassereinbruch-verdreifacht.html
(5) http://de.wikipedia.org/wiki/Asse

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